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Opera PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
23.03.2007

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Die 80er waren wohl das letzte Jahrzehnt, in dem Argento noch halbwegs gute Filme machte, auch wenn die beiden Demons Teile schon sehr mies waren. Opera wird deshalb auch häufig als Argentos letzter guter Film bezeichnet.

Für die Oper hatte Argento schon immer viel übrig, er wollte zur damaligen Zeit ja auch ein Bühnenstück inszenieren, nämlich Rigoletto. Dazu kam es dann aber nicht. Also hat er doch lieber einen Film gemacht. Opera, ist dabei kein reiner Horrorfilm, sondern mehr eine Mischung aus klassischem Giallo und Splatterelementen. Als Horror würde ich hier gar nichts bezeichnen.

Wir befinden uns in einer Oper, wo Macbeth aufgeführt werden soll. Die Hauptrolle soll ja eigentlich der große Star übernehmen, als diese jedoch ausfällt, kriegt das Nachwuchstalent Betty die Hauptrolle. Auch wenn angeblich ein Fluch auf Macbeth liegt. Die Vorführung wird trotzdem ein großer Erfolg, wäre da nicht der Scheinwerfer der plötzlich nach unten fällt und wo kommt plötzlich die Leiche her? Den Mörder sehen wir in der Nacht noch mal, in der er die Kostüme der Vorführung zerstört, dabei aber massiv von den Raben gestört wird.
Das eigentliche Ziel des Unbekannten ist aber Betty, für die scheint er viel übrig zu haben, aber ihn stören alle ihre Freunde. Also werden die kurzerhand mal umgebracht, allerdings nur dann, wenn Betty mit dabei ist, die während des Mordes meist gefesselt und mit Nadeln unter den Augen dem Treiben zusehen muss. Natürlich setzt sie alles daran, den Täter zu überführen und bei der nächsten Aufführung in der Oper soll es so weit sein.

Gleich zu Beginn fallen schon wieder die außergewöhnlichen Kamerafahrten auf. Die Diva sollte ja eigentlich von Vanessa Redgrave gespielt werden, allerdings stieg sie kurz vor Drehbeginn aus und so drehte man ihre Szenen einfach aus der First Person Perspektive.
Generell ist die Kamera oft so positioniert, dass sie nicht, wie in den meisten Filmen die Szene beobachtet, sondern das der Zuschauer den Eindruck erhält, mitten im Film zu sein. Da ist man Backstage in der Oper und sieht die Darsteller, wie sie sich unterhalten und in die Garderobe gehen, die Kamera bleibt aber davor stehen, weil die Tür geschlossen ist und von ihrem Gespräch kriegt man erst wieder was mit, sobald die Tür aufgeht. First Person Szenen werden auch bei den Morden eingesetzt, da sieht man nur den Arm mit der Waffe und das Opfer vor sich.
Legendär ist auch der Rabenflug durch die Oper, welcher natürlich auch aus Sicht der Vögel erfolgt. Kameratechnisch ist Opera auf jeden Fall einer der beeindruckendsten Filme überhaupt.

Recht gelungen ist auch die Musik, auch wenn sich wohl viele am Metal, der die Morde untermalt, stören. Das Gleiche hat Argento ja schon zuvor bei Phenomena gemacht, wo Iron Maiden und Motörhead laufen, bei Opera ist es eine Band namens Steel Grave, die zumindest mir unbekannt ist. Ansonsten gibt es natürlich viel Opernmusik zu hören. Ich finde es schon schade, dass Argento hier nicht den bewährten Weg ging und Goblin für die Musik verpflichtete.

Die Morde sind auch wieder sehr gut. Schön blutig und detailreich inszeniert. Fies ist ja allein schon, wie Betty immer gefesselt wird und dann Nadeln unter die Augen kriegt. Das tut schon beim zusehen weh. Am bekanntesten dürfte noch der Mord durch den Türspion sein, dieser ist Kameratechnisch wieder extrem gelungen und spektakulär inszeniert.

Wie gesagt, der Film ist sehr hübsch anzusehen, die Kamerafahrten sind spektakulär und schon allein das unterhält. Bei Opera muss man da sagen zum Glück. Leider hat Argento die Story vergessen, sie rückt nicht nur extrem in den Hintergrund, wie bei den meisten seiner Filme, sondern ist einfach uninteressant, unwichtig und ich denke nach einer halben Stunde weiß eh jeder, wer der Mörder ist. Spannung kommt da leider einfach gar keine auf.
Auch das Ende mit dem völlig merkwürdigen und unpassenden Szenenwechsel aus der italienischen Oper in die Berge der Schweiz wirkt reichlich merkwürdig und selbst die meisten Schauspieler fragen sich noch heute, was das sollte. Das ganze Ende ist ziemlicher Mist.
Zumindest sind die Schauspieler noch einigermaßen in Ordnung.

Opera ist wohl wirklich der letzte gute Film, da er immerhin handwerklich überzeugen kann und dieses in Verbindung mit den Morden durchaus unterhalten können. Die Schwächen bei der Story und deren Ausführung  - und vor allem das miese Ende -  ziehen den Film aber dann doch leider arg nach unten.

Bewertung
6,5/10
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