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Mitbekommen habe ich von dem Hype rund um El Laberinto del Fauno nicht viel und keinesfalls fand ich den Film interessant. Auch wenn es wohl schon etwas besonderes ist, wenn mal wieder ein ausländischer Film bei den Oscarverleihungen gewaltig abräumt, von allen Kritikern als Meisterwerk gelobt wird und das, obwohl der Film in den USA nur im Originalton gezeigt wurde. Nun ist es also so weit und ich habe mir den Film angesehen. Vielleicht ist es so auch das Beste, mit etwas Abstand zum Hype, zum Kinorelease und dem Ganzen. Denn nur allzu oft wird man vom Hype oder Trailern dazu verleitet, seine Erwartungen ins monströse zu schrauben und da versagt dann jeder Film. Genau den Eindruck kriegt man auch, wenn man sich diverse Rezensionen auf z.B. OFDB durchliest. Sehr witzig sind dort auch manche „professionelle“ Reviews, die zeigen, dass sich der oder die Autorin nicht wirklich mit dem Film befasst hat aber trotzdem mal eine Meinung darüber hat. Denn Pans Labyrinth dürfte so eigentlich nicht heißen und wurde so nur genannt, weil man befürchtete im englischsprachigen Bereich könnte der Originaltitel zu Konfusionen (zwischen Faun und Fawn) führen. Die klassische Figur Pan taucht nicht auf und der Faunus heißt einfach nur Fauno.
Gefallen hat mir der Film auf jeden Fall ausgezeichnet. Die Mischung aus Kriegsszenen und der Fantasiewelt, in welche sich Ofelia zu flüchten scheint, ist extrem gelungen. Der Film wurde als Fantasymärchen verkauft, was irgendwie völlig falsch ist, denn die „Märchenszenen“ machen eigentlich nur einen Bruchteil aus und man kann gut darüber diskutieren, ob das Ganze nun von Ofelia nur erträumt ist oder doch Realität. Einen Grund, sich in solche Welten zu flüchten, wo Elfen und Faunen real sind, hat Ofelia auf jeden Fall. Spanien im Jahr 1944 bedeutet mitten im Krieg und unter dem Regime Francos. Ofelias Mutter hat einen neuen Mann geheiratet, ein Militärcaptain namens Vidal, der in einem alten Mühle/Bauernhof verschanzt gegen die letzten paar Rebellen kämpft. Er ist nicht sehr sympathisch, sondern eher ein sadistischer Tyrann, der sich auch nicht gerade für Carmen, Ofelias Mutter, interessiert, eher nur dafür, dass sie ein Kind und da möglichst einen Jungen zu Welt bringt. Aber in beiden Welten trifft Ofelia auf Menschen die ihr helfen, in der einen ist es Mercedes, die im Haus Vidals arbeitet, in Wirklichkeit aber die Rebellen unterstützt und dann gibt es die Elfen, welche das Mädchen in das Labyrinth und zum Faun führen.
Wie gesagt, ist die Mischung aus Krieg und Fantasy gut gelungen. Auf der einen Seite hat man den Krieg, der sehr drastisch und überraschend hart dargestellt wird. Vor allem die Folterszenen mit dem bösen Captain Vidal sind nicht gerade zurückhaltend gedreht. Dem gegenüber steht eben die Märchenwelt mit allem was dazu gehört und zwar „gruseligen“ Gegnern wie hier dem riesigen Frosch der so richtig eklig und schleimig dargestellt wird oder dem Menschenfresser, der seine Augen in den Händen hat, die allerdings im Kontrast wesentlich weniger bedrohlich wirken. Die Prüfungen dienen sowieso wohl mehr als eine Metapher für das Leben. Beim Menschenfresser muss Ofelia eine Tür öffnen, es gibt drei und sie entscheidet sich, gegen die Meinung der Elfen die auf die Mitte deuten für die linke, die auch hässlicher aussieht als die beiden anderen. Generell scheint Regisseur Guillermo del Toro mit Links und Rechts zu spielen, wenn man den Film genauer ansieht, stößt man oft auf solche kleinen Szenen und das die spanischen Soldaten beispielsweise alles mit Rechts machen, während die Widerstandskämpfer die linke Hand bevorzugen.
Auch sonst kann der Film überzeugen. Die Schauspieler sind allesamt klasse, vor allem Sergi Lopez in der Rolle des Vidal ist großartig – und hassenswert. Optisch ist der Film ebenfalls gelungen, auf hektische Schnitte, wie man sie heutzutage vor allem aus Hollywood kennt, wird zum Glück verzichtet. Die Mischung aus Puppen und CGI bei den vielen Wesen klappt ebenfalls sehr gut. Auch die Musik ist jederzeit sehr passend und gut gelungen.
El Laberinto del Fauno ist ein Film der mich überrascht hat und der mir gefällt. Viel Negatives finde ich nicht an dem Film, außer das man das Ende in der Märchenwelt noch etwas länger gestalten hätte können. Aber das ist nicht weiter schlimm. So bleibt nur zu sagen, dass dieser Film für mich ganz locker der beste Film der letzten 5 Jahre ist. Ein Meisterwerk eben.
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