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Perdita Durango PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
07.01.2009

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Alex de la Iglesia sorgte vor allem in den 90ern für Aufsehen. Accion Mutante, El dia de la Bestia und 800 Balas waren allesamt keine Filme, die man im Mainstreamkino vorfinden würde, sich aber bei Film- oder Trashfreunden mehr oder weniger großer Beliebtheit erfreuen. El dia de la Bestia war ja auch, vom Ende mal abgesehen, ein richtig unterhaltsamer Film.

Perdita Durango war nach diesem Film sein nächstes Projekt. Erschienen 1997 wurde es schnell als „Natural Born Killers auf mexikanisch“ betitelt. Nun ja, dann müssten alle „Paare gehen auf Mordtour“filme als NBK-Klone abgekanzelt werden.
Die Handlung von Perdita Durango ist meiner Meinung nach um einiges durchgeknallter und trashiger als es bei NBK jemals der Fall war.
Das Paar besteht aus Perdita und Romeo. Perdita ist die typische „Ich bin so cool, dass selbst Eiswürfel schmelzen“-Tussi, die schon am Anfang des Films durch übermäßig lässige Sprüche auffällt. Romeo ist dagegen einfach nur ein gestörter Freak, der in Hinterhöfen bizarre Voodoosessions zeigt, kokainabhängig ist und einfach nicht richtig tickt. Aber sie geben eben dieses ungemein bizarr passende Paar ab. Unterwegs nehmen sie den Auftrag eines Mafiosis an und sollen einen Lastwagen voller Embryos in die USA befördern um sie dort bei einem Kosmetikhersteller abzuliefern. Zwischendrin kidnappen sie noch ein Teeniepaar und haben ihren Spaß mit ihnen.

Babyembryos, die für die Kosmetikindustrie herhalten, Voodoozauber, Drogen, viel Sex, Vergewaltigen – der Film macht keine Gefangenen, egal auf welcher Ebene. Trotzdem ist das hier kein schlechter Trashfilm, davon zeugen schon die zahlreichen Auszeichnungen diverser Filmfestivals. Es ist eben alles in diesem typisch ultraschwarzen Humor von Alex de la Iglesia gefasst und das mag man oder man mag es eben nicht. Wenn Perdita, Romeo und die Entführungsopfer in einem Wagen sitzen und die Opfer zu weinen beginnen, während im Hintergrund Spanish Flea von Herb Alpert läuft, muss man schon eher fast lachen.
Auch sonst nimmt sich der Film einfach zu keiner Sekunde ernst, selbst die Vergewaltigungsszenen sind so übertrieben lächerlich dargestellt, dass es schon fast amüsant ist. Etwa wenn Perdita über den Kerl herfällt und fragt, ob er denn schon mal Sex gehabt hat. In Flashbacks sieht man dann sein einziges Sexerlebnis mit einer extrem übergewichtigen und irgendwie fies aussehenden Frau…

Wer nun aufgepasst hat, wird auch feststellen, dass man die Figur Perdita Durango kennt. Sie tauchte auch schon im David Lynch Film Wild at Heart auf, der auf einem Roman von Barry Gifford basiert. Während Perdita in Wild at Heart von Isabella Rossellini gespielt wurde, übernimmt hier Rosie Perez die Rolle und ich finde sie macht ihre Sache gut. Sie bringt auch die Kaltblütigkeit dieser Person besser rüber. Javier Bardem spielt Romeo Dolorosa und das macht er sehr genial. Bardem ist ein unglaublich guter Darsteller, der hier eine gute Figur abgibt. In weiteren Rollen hat man James Gandolfini als Cop, der dem Paar immer auf der Spur ist und Screamin Jay Hawkins als richtigen Freak und einige Darsteller, die man aus anderen Iglesia Filmen kennt wie Santiago Segura.

Perdita Durango ist sicher ein Film, der nur einem sehr speziellen Publikum gefällt. Eben jenem, das mit schwarzen, zynischem Humor, Grenzüberschreitungen und diversen Gewalttaten kein Problem hat. Dem 08/15 „Ich mag nur Hollywood“-Zuschauer wird dieser Film sicher nicht gefallen, aber für den ist Perdita Durango auch nicht gedacht. Mir gefällt er aber gerade deshalb, weil er so bösartig ist.  

Bewertung
8/10
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