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Rambo PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
22.02.2008

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John Rambo. Gerade nach den Teilen 2 und 3 hatte die Figur Rambo einen sehr schlechten Ruf. Eine Witzfigur, eine Comicfigur und allenfalls nicht ernst zu nehmen. Kein Wunder also, dass seit 1988 nichts Neues mehr kam. Weder kamen Filme, noch wurde die Figur für Serien oder Videospiele erneut verbraten. Selbst Rocky Balboa hatte da mehr Erfolg. Aber auch da war der Spott groß, als Sylvester Stallone ankündigte, noch mal in den Ring zu steigen. Der Spott wurde immer weniger, als der Film in die Kinos kam und Kritiker sahen, dass es doch ein guter Film war.
Kurz nach dem Erfolg von Rocky Balboa kündigte Stallone auch an, noch mal Rambo aus der Mottenkiste zu zerren. Wieder gab es lauten Hohn. Rambo? Stallone, mittlerweile über 60 will noch mal diese Kampfmaschine mimen? Das kann ja nicht klappen…

Dachte man und doch kann es klappen und wieder mal muss man vor Stallone den Hut ziehen. Denn Rambo ist genau das, was die Filmwelt heute braucht.
Actionfilm. Ein Genre, das mittlerweile verpönt ist. Man denke z.B. an Vin Diesel und seine pussyhaften Filme a la XXX oder an The Rock Dwayne Jonhson, dessen Filme mehr Richtung Comedy gehen. Selbst alte Helden, wie John McClane werden wie in Live Free or Die Hard auf ein PG-13 Rating runter geschnitten. Wohl auch nur, damit sie bloß nicht anecken und bei den verweichlichten Kritikern, die sich Filmfans schimpfen gut ankommen. Denn diese wollen ja nur verweichlichte Pussyaction und fangen selbst bei einem Film wie Saving Private Ryan das Kotzen an, obwohl es selbst 20 Jahre vorher härtere Filme zu sehen gab. Und Rambo ist sowieso die Hassfigur jedes selbst ernannten professionellen Film“kritikers“.

Rambo.. Das ist kein Film für jeden. 236. Das ist der Body-Count und das ist eine immens hohe Zahl. Denn bei der Laufzeit des Films bedeutet das ca. 2,5 tote pro Minute.
Übertrieben? Nein, das ist es nicht. Denn John Rambo verschlägt es nach Myanmar oder Burma, wie das Land auch heute noch genannt wird. Seit 1962 leidet es unter einer Militärdiktatur und seit dieser Zeit befindet es sich in einem unglaublich grausamen Bürgerkrieg, der vom Rest der Welt geradezu ignoriert wird.
Im Film wollen einige Missionare nach Myanmar, sie wollen ja nur Gutes. Auf die Warnungen Rambos achten sie nicht. Er lebt nach wie vor in Thailand, das an der Grenze zu diesem zerrütteten Land liegt. Er selbst weiß wohl am besten wie es dort aussieht, aber die Missionare wollen da trotzdem hin. Schon bei der Überfahrt kommt es zum ersten Konflikt und als die Missionare dann das Land erleben, erleben sie die Hölle und werden schnell gefangen genommen.
Ein Rettungstrupp unter der Führung von John Rambo macht sich auf zur Rettung.

Während die Handlung also mal wieder sehr konventionell daher kommt, ist es die Action, die diesen Film so besonders macht. Es wird keine Rücksicht genommen und wo First Blood 2 bzw. Rambo 3 eben sehr comichaft rüber kamen und einfach unrealistisch wirkten, geht dieser Film zurück zum Ursprung. Denn schon First Blood, der erste Film mit Rambo, war eher realistisch gehalten.
So ist auch hier Rambo kein Übermensch, er ist ein erfahrener Kriegsveteran, der mit seinem Wissen den Soldaten Myanmars, die meist auch nur aus Jugendlichen bestehen, überlegen ist.

Die Action ist gewaltig. Wo die meisten Filme heutzutage auf CGI setzen, kommt Rambo „altmodisch“ daher. Hier platzen noch Kunstblutpäckchen und auch die Explosionen sind real und nicht später durch Computertechnik eingefügt. Lediglich kleinere Effekte wie Einschusslöcher oder der arme Soldat der in zwei Hälften geteilt wird, sind wohl durch CGI entstanden. Auch die Tatsache dass ein Soldat in zwei Teile geteilt wird, ist nicht übertrieben. Denn Rambo hantiert in dieser Szene mit einer Browning M2. Im zweiten Weltkrieg wurde diese Waffe an Flugzeuge angebracht.
Auch vor Frauen und Kindern wird kein Halt gemacht. Ganz wie in der Realität werden auch hier Kinder erschossen und gequält und wo die meisten Filme heutzutage Gewaltszenen durch unglaublich schnelle Schnitte verharmlosen, hält die Kamera hier voll drauf. Es ist schon fast ein Wunder, dass der Film in den USA noch ein R-Rating erhalten hat.

Schade ist nur, dass actionfilmtypisch die Nebenfiguren und Gegner ein wenig Blass bleiben. Rambo steht im Mittelpunkt.
Wirklich überraschend stark ist auch der Score. Jerry Goldsmith lebt leider nicht mehr. Brian Tyler aber schaffte einen Soundtrack, der stark nach Goldsmith klingt und endlich mal wieder so richtig schön episch daher kommt. Keine lizenzierten Hip Hop oder Pseudometaltracks, sondern eigens erschaffene Musik, die zur gnadenlosen Action passt.

Rambo hat mir persönlich sehr gut gefallen. Ein Film der zeigt, dass auch ältere Schauspieler noch Erfolg im Actionfilm haben können. Ein Film, der zeigt, dass auch heute noch harte Action beliebt ist und ein Film, der zeigt, dass es nicht unbedingt CGI sein muss. Anschauen ist hier einfach Pflicht und durch das gelungene Ende ist es ein toller Abschluss für diese Filmreihe.

Bewertung
9/10
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