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Rear Window PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
27.02.2007

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Oft sind die einfachsten Ideen die besten und warum sollte das beim Film nicht auch so sein? Mit Rear Window hat Alfred Hitchcock so einen Film gemacht, basierend auf einer Kurzgeschichte von Cornell Woolrich. Fast über die gesamte Spielzeit findet die Handlung an einem Ort statt: Dem Apartment von L.B. Jefferies, einem Fotografen, der nach einem Unfall mit einem Gipsbein im Rollstuhl sitzt. In den 50ern muss das wohl die Hölle gewesen sein, zumal auch noch eine Hitzewelle den Ort plagt. Jefferies fällt nun nichts Besseres ein, als einfach seine Nachbarn zu beobachten. Diese legen mitunter ein merkwürdiges Verhalten an den Tag. Vor allem Lars Thorwald, der in dem Gebäude gegenüber wohnt. Er ist ziemlich aggressiv gegenüber seiner Frau, die eines Tages verschwindet. Ein Mord? Außer Jefferies will das zuerst niemand glauben. Seine Freundin Lisa denkt eher, dass er sich das alles nur einbildet, weil er so lang nicht mehr aus seinem Apartment kam. Erst als sich Thorwald immer merkwürdiger verhält, glaubt auch sie an einen Mord…

 
Eigentlich muss man über das Fenster zum Hof nicht mehr viel erzählen. Es ist ein Klassiker und vielleicht der beste unter all den genialen Filmen von Hitchcock. Über die Jahre hinweg wurde er tausendfach parodiert, unter anderem von den Simpsons und ein Remake folgte bereits 1998.
Eigentlich erstaunlich, wo doch so gut wie nichts passiert. Rund 100 Minuten sitzt man als Zuschauer zusammen mit James Stewart in einem Apartment und beobachtet die Nachbarn. Voyeurismus aber kann manchmal die spannendste Sache überhaupt sein und man ertappt sich sehr bald selbst dabei, dass man mehr sehen will. Was machen diese Menschen, wenn sie ihre Vorhänge zuziehen? Was machen sie, wenn Jefferies mal nicht hinsieht?
Und so ist es auch bei der Handlung, was ist wirklich bei den Thorwalds geschehen? Die ganze Zeit stellt man sich diese Frage und hofft doch irgendwie, selbst die Antwort zu entdecken, in einem der zahlreichen Fenster dieses Wohnblocks in Greenwich, New York.

 
Schon fast vergisst man auch, dass es eigentlich nur ein Film ist. Die Schauspieler spielen ihre Rollen perfekt und das ist nicht nur auf Stewart und Grace Kelly beschränkt. Selbst die kleinen Darsteller, die in diesen Kulissen leben sollen, geben einem das Gefühl, dass sie wirklich dort leben. Alle haben sie auch ihre kleinen Eigenarten, wie die eine Frau, die an ihrem Balkon einen Seilzug installiert hat, damit sie ihren Hund in einem Korb auf die Erde befördern kann. Zerstört wird dieses Erlebnis dabei zu keiner Sekunde. Genau das, was man sich bei so vielen Filmen mal wünscht, dass sie realistisch klingen und man eben nur das hört, was auch wirklich in den Szenen geschieht, wurde hier perfekt umgesetzt. Wenn sich Menschen unten im Hof unterhalten, hört man das kaum. Man ist ja weit oben in dieser Wohnung. Störende Musik, welche die Spannung „erhöhen“ sollen, gibt es auch nicht. Musik hört man nur, wenn sich einer der Bewohner an sein Klavier setzt und spielt.

 
Rear Window zeigt eben perfekt, was Hollywood heute falsch macht. Man braucht eben keine „hübschen“ Teeniestars, man braucht keine laute, unpassende Musik zur Szenenuntermalung und große Explosionen zur Spannungserzeugung sind sowieso überflüssig. So wünscht man sich eben doch, das einige Regisseure diesen Film sehen und mal ein bisschen was davon lernen…

Bewertung
10/10

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