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Videospielverfilmungen. Mittlerweile sollte eigentlich jeder wissen, dass diese nur schlecht sein können, denn einerseits fehlt meist das anständige Budget und andererseits sind diese Filme immer auf den Mainstream ausgerichtet, so dass sie sich meilenweit von der Spielvorlage entfernen, damit auch der normale Zuschauer noch mitkommt. Meist sind diese Filme auch ein Erfolg, weil jeder Spielefan ins Kino rennt um sich dann später im Forum von imdb darüber auslassen zu können. Das Einspielergebnis wird dadurch trotzdem in die Höhe gebracht und so wird meist schnell ein Nachfolger konzipiert. Willkommen also zur Apocalypse.
Erleben dürfen wir wieder Milla Jovovich auf der Suche nach schauspielerischem Talent, das sie jenes in diesem Film in der Rolle der Alice nicht finden wird, ist klar. Sie stolpert unbeholfen durch die Szenerie, versucht trotzdem, krampfhaft cool und locker rüberzukommen und ist mit der Hauptrolle völlig überfordert. Ihr zur Seite stehen jede Menge weiterer amateurhafter Schauspieler, bis hin zur Tatsache, dass Tom Gerhardt einen Zombie spielt. Mit den Spielen hat das Ganze natürlich nicht viel zu tun, würden einige der Protagonisten nun nicht Nemesis oder Jill Valentine heißen, könnte es auch ein x-beliebiger, mieser Actionfilm sein. Und das ist eigentlich gleich das nächste Problem. Action? Zumindest bis Resident Evil 4 war diese Reihe immer für Horror bekannt, genialer Horror der durch eine düstere, fiese Atmosphäre und Schockmomente aufgebaut wird. Im Film ist gar nichts gruselig, nichts schockierend, denn trotz der paar Zombies wird fleißig rumgeballert, alles ist recht hell und ungruselig. Da hilft's auch nicht, wenn man ab und zu eine dunkle Nacht samt Gewitter bringt.
Und so ballert sich das S.T.A.R.S.-Team munter durch Toronto, das man hier Racoon City nennt und trifft auf Nemesis. Der hat zwar keine Tentakel mehr und darf nicht mehr selbstständig agieren, weil er von einem Laptop aus gesteuert wird, aber er grunzt zumindest nach wie vor lustig rum. Wie man nun merkt, hat man wohl versucht sich an Resident Evil 3 zu orientieren. Ein wenig zumindest, denn zu viel wäre schlecht, sonst kommt der normale Kinobesucher ja nicht mehr hinterher.
Sicher fragt man sich nun, was ist mit der Story? So etwas gibt es nicht, genauso wenig wie wohl ein Drehbuch. Die Dialoge sind meist dämlich, es wird eine Actionszene an die andere geklebt und bei manchen Dingen fragt man sich, was der Sinn des Ganzen ist. Warum greift Nemesis am Ende die Soldaten von Umbrella an und warum ist Nemesis so schwach, dass Alice ihn in einem normalen Kampf besiegen kann?
Ansonsten das Übliche, viele Opfer die sterben, ohne dass es den Zuschauer interessiert und ein Team, das eher wie das Castingwerk von Popstars wirkt, denn für jeden ist etwas dabei, von der Osteuropäerin zum Latino und der Quotenschwarze, der alle Klischees erfüllt, darf eben so wenig fehlen wie das nervige kleine Kind.
Langweilig und konfus ist der Film auch noch. Konfus vor allem dank der vielen schnellen und wirren Schnitte, die wirken als hätte hier ein 5jähriger gerade Adobe Premiere entdeckt und sich daran ausgetobt. Dazu eine Musik, die belangloser nicht sein könnte, irgendwie das typische Gedudel, das nicht für Atmosphäre sorgt und eher nervt. Auch der Gewaltgrad ist nicht so hoch, wie man es bei dem Label „Keine Jugendfreigabe“ erwarten könnte. Schon bei der Szene als eine Frau von einem hohen Haus springt und unten in einem Stück liegt, ist lachhaft. Wie eben die gesamte hier gezeigte „Apocalypse“.
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