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16 Jahre sind vergangen, seit Rocky V für mehr als nur enttäuschte Fans gesorgt hat. 16 Jahre, in denen auch die Karriere von Sylvester Stallone immer mehr den Bach runterging, von netten Actionfilmen wie Demolition Man und der gelungenen Vorstellung in Cop Land bis hin zu Megaschrott wie Driven und D-Tox. Stallone gehörte der Vergangenheit an. Ein Star in den 80ern, aber heute chancenlos im Kinogeschäft.
Nun kam völlig überraschend der sechste Teil der Rocky Saga. Wer hat diesem Film und überhaupt Stallone noch auf der Rechnung gehabt? Verrissen wurde der Film schon lange vor der Fertigstellung. Stallone ist alt, Rocky 4 und 5 waren schlecht, dass er hier das Drehbuch schreibt und auch noch die Regie übernimmt, kann ja nur katastrophal enden und überhaupt braucht doch niemand mehr Rocky. Aber vielleicht hätte man sich den Film erstmal ansehen sollen, denn scheinbar ist Stallone ein sehr lernfähiger Mensch.
Rocky Balboa ist nicht mehr Boxer, sondern ein alter Mann. Seine Frau Adrian vor Jahren an Krebs gestorben, leitet er nun ein Restaurant, das nach seiner großen Liebe benannt ist. Es läuft mehr schlecht als Recht und so erweckt es den Anschein, seine besten Kunden wären Paulie und Spider Rico. Trotzdem ist Rocky nie in Vergessenheit geraten. Ein Sportsender bringt eine Computersimulation, die einen Kampf zwischen Rocky und dem aktuellen Champion Mason Dixon zeigt. Rocky gewinnt, ein umstrittenes Ergebnis, dass den Managern von Dixon aber gerade Recht kommt, denn der Champion ist nicht sonderlich beliebt und die Fachwelt zweifelt daran, ob er ein verdienter Champ ist. In einem Exhibitionkampf mit Rocky soll er aber genau dieses beweisen.
Zurück zum Anfang lautete wohl das Motto für Stallone und seine Rockyreihe. Rocky Balboa orientiert sich sehr stark an den ersten beiden Teilen. Gezeigt wird das Leben von Rocky nach seiner Karriere. Es ist schon quasi wieder eine Charakterstudie und die ersten 2/3 des Films drehen sich um Rocky. Dass dabei die Figur des Mason Dixon zu kurz kommt, ist dabei schon das Beste, was passieren konnte. Denn Antonio Tarver mag zwar ein echter Boxer sein, aber ein recht durchschnittlicher Schauspieler, ohne wirkliches Charisma und so ist man doch immer froh, wenn er nicht im Bild ist. Ganz anders dagegen Stallone, der mal wieder regelrecht aufblüht und zeigt, dass er Rocky ist.
Das wichtigste ist aber die Glaubwürdigkeit. Dass Stallone 60 Jahre alt ist, sieht man ihm kaum an. Insofern kann ich manche Kritiker nicht verstehen, die über sein Aussehen herziehen, sollen die doch mal abwarten, wie sie mit 60 aussehen. Rocky ist eben älter, das sieht man auch beim Kampf am Ende. Langsamer, nicht mehr ganz so extrem wie früher, aber das Auge des Tigers hat er nach wie vor.
Neben Antonio Tarver, der wenigstens nicht mehr so eine klischeebeladene Comicfigur wie Ivan Drago ist, ist vielleicht der Endkampf, der nicht so genial gemacht ist, wie bei den Vorgängern, sondern schon fast, ein Tiefpunkt in diesem ansonsten mehr als gelungenem Film ist. Denn irgendwie wirkt er einfach lahm.
Rocky Balboa ist trotzdem gelungen, wesentlich besser als die Teile 4 und 5 und fast auch besser als Teil 3, da er einfacher ruhiger ist und nicht so sehr auf das comichafte oder Klischees setzt.
Hoffen kann man jetzt nur noch, das Rocky Balboa der gelungene Abschluss dieser Filmreihe bleibt und man sich aufgrund des überraschenden finanziellen Erfolges nicht doch zu einem weiteren Teil zwingt.
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