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Aller guten Dinge sind drei und Trilogie klingt wohl besser als Zweiteiler. An so etwas hat Stallone aber wohl weniger gedacht, als er sich an Rocky III machte, es ging eher um den schnöden Mammon, denn Teil 2 konnte zwar nicht das Einspielergebnis von Rocky erreichen, war aber trotzdem noch sehr erfolgreich.
Das Motto für Eye of the Tiger war anscheinend „Größer, Bunter, Lauter und Schneller“. Das merkt man schon zu Beginn, als das altbekannte Rocky Theme mit Survivors Eye of the Tiger ausgetauscht wird und am Ende ist man der Ansicht, man hat es mit einem völlig neuen Rocky Balboa zu tun. Jener ist nun Weltmeister, hat Apollo knapp geschlagen und startet nun voll durch, keine Gedanken mehr an den Rücktritt. In der Folge werden unbekannte Boxer besiegt und in einem Match Boxer gegen Wrestler, was wohl vom in der Realität stattgefundenen Kampf zwischen Muhammad Ali und Antonion Inoki beeinflusst war, trifft Balboa auf Thunderlips. Rocky ist also ganz oben angelangt: Weltmeister, weltberühmt, er hat viel Geld und man kann sich schon fast vorstellen, wie er titanictypisch auf der großen Treppe in Philadelphia steht und was vom König der Welt rausschreit. Erfolg macht träge und faul, man ruht sich auf den Lorbeeren aus und wird schnell von der Konkurrenz überholt. Auch dies passiert Rocky als die Kampfmaschine Clubber Lang auftaucht, Rocky herausfordert – und schnell besiegt. Rocky zurück auf den harten Brettern der Realität, als dann auch noch sein Trainer Mickie stirbt, weiß er nicht mehr so wirklich weiter, bis Apollo auftaucht und ihm anbietet ihn für den großen Rückkampf zu trainieren.
Vieles hat sich wie gesagt geändert. Waren die ersten beiden Filme noch mehr eine Art Millieustudie, so hat man es bei dem dritten Teil mehr mit einem recht normalen Actionfilm mit Sportthema zu tun. Damit ist der Film ein recht zweischneidiges Schwert, dass er sehr gut unterhält ist unbestritten, dass die Trainingssequenz und der Kampf am Ende mal wieder recht gut choreographiert ist, ist auch klar. Aber man hat einfach so vieles geändert und den Film irgendwie belanglos gemacht. Teil 1 und 2 waren noch ein Drama, wo die Charaktere und ihr Leben im Vordergrund standen. Diese Charaktere stehen hier irgendwie im Hintergrund. Von Adrian und Paulie sieht man nicht allzu viel und Trainer Mickie wird sehr schnell beseitigt um Platz zu machen für die neue und irgendwie aufgesetzt wirkende Freundschaft zwischen Rocky und Apollo. Auch der neue Bösewicht Clubber Lang kann nur halbwegs überzeugen. Zwar gibt sich Mr. T in dieser Rolle recht viel Mühe und kommt anfangs auch bedrohlich rüber, aber man weiß da schon, dass er nur Kanonenfutter sein wird und am Ende verliert. Dieses Ende wirkt dann auch unglaubwürdig. Rocky lässt sich einfach so lange verprügeln, bis sein Gegner keine Energie mehr hat und umkippt. Man hätte ja zumindest vorher zeigen können, wann und wie Rocky plötzlich zum unbesiegbaren Iron Man mutiert…
Wie gesagt, das Auge des Tigers kann trotzdem unterhalten, aber zu keiner Sekunde kommt er an seine beiden Vorgänger ran.
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