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Roller Blade ist schon fast ein Mythos unter den Trashfilmen. In Deutschland ist er indiziert, weltweit gibt es keine einzige DVD Veröffentlichung. Der Film entstand unter der Regie von Donald G. Jackson, der auch die Frogtown Filme machte. Roller Blade wurde mit einem angeblichen Budget von 5000$ realisiert, was man auch gerne glauben mag. Trotzdem soll der Film vor allem auf Video ein großer Erfolg gewesen sein und über eine Million Dollar eingespielt haben. Gut, das wirkt nicht so unglaubwürdig, wenn man bedenkt, dass 4 Sequels folgten.
Worum es in Roller Blade geht, kann man nicht so genau sagen. Es gibt einen Nonnenordnen auf der einen Seite und einen bösen Mutantenorden auf der anderen. Die Nonnen tragen Kutten, die ein wenig an den Ku-Klux-Klan erinnern, allerdings in Rot-Blau (Wie Papa Schlumpf) und ein eisernes Kreuz als Symbol haben und sie beten einen Smilie an. Die bösen Mutanten grunzen fies und haben als Anführer ein merkwürdiges, verschrumpeltes Monstervieh. Schon der Start des Films ist klasse. Das ganze trägt sich in der Stadt Lost Angels zu (hoho, wie einfallsreich…) und man hört erstmal viel Gegrunze, dann schleppt ein grunzendes Vieh eine Frau in Ketten an einem zerbrochenem Fenster vorbei. Dann sieht man eine der Nonnen, wie sie von dem fiesgrunzenden Monstervieh angemacht wird, das aus dem Wasser guckt. Ein besserer Titel wäre wohl „Grunzfrösche greifen an“ gewesen. Wie man schon merkt, macht der Film nicht allzu viel Sinn und deshalb ist es auch recht schwer, hier so etwas wie eine Handlung wieder zu geben.
Das wirkt alles einfach reichlich bizarr. Eine Frau skatet lässig durch die Gegend und bringt einen Typ um, woraufhin die „Roller Patrol“ auftaucht. Die Frau wird angeschossen und Minuten später ist diese Szene vorbei und man fragt sich, was ganze soll. Eine andere geniale Szene schlägt sich rund um die bösen Mutanten, die eine andere Frau verprügeln. Diese kann sich dann aber in das Kloster der Nonnen retten. Dort wird sie geheilt und zwar in dem man ihr ein Balisong auf den Rücken packt, das so gleich zu glühen anfängt. Dann erscheint ein großer Smilie auf dem Bild und die Frau ist geheilt. Generell scheinen die Nonnen eine Vorliebe für Balisongs zu haben und beten besagten Smiliekopf an.
Der Film heißt deshalb Roller Blade, weil alle auf Rollschuhen unterwegs sind. Ein paar der Schauspieler können das recht gut, die meisten haben aber ziemliche Probleme und so sieht man vor allem Leute durch die Gegend fallen oder wild mit den Armen wedeln. Waren Rollschuhe in den 80ern echt so angesagt, dass man auf die Idee kommt, einen Endzeitfilm auf Rollschuhen zu inszenieren? Ich weiß es nicht.
Roller Blade ist aber insgesamt verdammt unterhaltsam, solange man nicht nüchtern ist. Ein bisschen Bier oder besser gleich ordentlich Whiskey, ein paar Freunde dazu und man amüsiert sich 90 Minuten lang recht gut. Der Film ist sinnlos, schlecht, amateurhaft – aber eben genau deshalb unterhaltsam.
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