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Silent Hill PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
12.06.2007

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Sharon hat schon arge Probleme, mal abgesehen davon, dass sie schlafwandelt, faselt sie auch ständig was von Silent Hill. Ihre Adoptiveltern verzweifeln so langsam, genauso wie die allseits beliebten Mediziner, die keine Lösung parat haben und deshalb natürlich nur mal wieder Medikamente vorschlagen. Davon ist Rose da Silva aber dann doch nicht so begeistert, vielleicht löst ein Ausflug in das Städtchen Silent Hill ja alle Probleme.
Silent Hill ist natürlich keine normale Stadt, das merkt man schon daran, dass die Bevölkerung der umliegenden Städte nicht gerne darüber spricht und die Stadt nicht auf Karten eingezeichnet ist. Gefunden wird sie aber dann doch noch. Aber auf der Straße in die Stadt taucht plötzlich ein kleines Mädchen auf. Rose versucht auszuweichen, es kommt zum Unfall und sie wird erst mal ohnmächtig. Als sie wieder zu sich kommt, ist Sharon verschwunden. Natürlich macht sich Rose sofort auf die Suche und der Albtraum kann beginnen…

Videospielverfilmung die 43. - zumindest kann man ja froh sein, dass hier nicht Boll seine  untalentierten Finger im Spiel hatte, aber ob Regisseur Christophe Gans der richtige für diesen Job ist? Er produzierte ja schon Pakt der Wölfe, ein visuell toller, inhaltlich aber sehr schwacher Film - und unter dem genau gleichen Problem leidet auch Silent Hill.

Fangen wir aber erstmal mit den positiven Dingen an. Man hat die Stadt nett nachgebaut, auch wenn der charakteristische Nebel der Spielreihe hier doch sehr schwach ausfällt. Visuell ist das Ganze nett in Szene gesetzt und es sieht auch schick aus, wenn sich die Stadt in ihr höllisches Ebenbild verwandelt.
Sehr gut gefallen hat mir auch Jodelle Ferland, die in einer Doppelrolle sowohl Sharon da Silva als auch Alessa Gillespie spielt. Sie macht ihre Sache sehr gut.

Die erste auffällige Storyänderung sind ja Sharon und Rose da Silva selbst. Im Spiel war der Held der Geschichte noch Harry Mason und seine Tochter hieß Cheryl. Warum man das nun ändern musste, erschließt sich mir nicht, da Harry ein wesentlich tragischerer Held war, seit kurzem Witwer auf der Suche nach seiner Tochter. Für Rose dagegen empfindet man kaum etwas. Sie ist verheiratet und Sharon ist auch „nur“ ein Adoptivkind, das hat einfach nicht die gleiche Wirkung. Auch ist Rose als Heldin gänzlich ungeeignet, da sie nur dümmlich rumkreischt und das 08/15 Abziehbild jeder weiblichen Horrorhauptfigur darstellt.
Aber auch bei den meisten anderen Figuren hat man Veränderungen vorgenommen. Am schlimmsten traf es dabei Dahlia Gillespie, die hier in völlig zerlumpter Kleidung auftaucht und mehr was von einer Obdachlosen hat, die Rose jeden Moment um nen Dollar anbettelt. Auch ihre Rolle hat man im Film vertauscht, hier ist sie das arme Opfer, während sie im Spiel ja versucht Harry reinzulegen und Samael zurück auf die Welt zu führen.. Warum man diesen Charakter so stark verändert hat, versteht wohl niemand. Samael selbst taucht leider auch nicht auf.
Dr. Kaufman wurde komplett gestrichen und Krankenschwester Lisa taucht nur mal ganz kurz auf und wenn man das Spiel nicht kennt, wundert man sich wohl eher wer das da sein soll und was sie macht, ihre kurze Rolle macht auch keinen Sinn.
Die einzige Figur die man 1:1 übernommen hat, ist Cybil Bennett, die Polizistin.
Dafür hat man als neue Figuren nun Anna, die reichlich sinnlos ist, aber wenigstens einen „schönen“ Tod findet und Christopher Da Silva, der mehr oder weniger ebenfalls recht sinnlos ist, aber einige Szenen hat, er sucht natürlich nach Rose.

Aber man merkt sehr schnell, dass der Film zwar Silent Hill heißt, sich aber recht wild an den ersten drei Spielen bedient und diese miteinander vermischt. Am Anfang ist noch alles an Teil 1 angelehnt, selbst die gehäutete Leichte am Zaun taucht auf und Rose wird danach von Monstern angefallen um dann plötzlich in einem Cafe aufzuwachen. Aber diesem Moment aber wird alles recht eigenwillig fortgeführt. So taucht zwar die Schule auf, aber auch das Hotel aus Teil 2 und einige der Monster entstammen aus den späteren Teilen.

Natürlich könnte man ja sagen, dass die Änderungen nicht so schlimm sind. Wären sie auch nicht, wenn wenigstens ein spannender Film heraus gekommen wäre. Leider ist es aber so, dass Silent Hill völlig langweilig vor sich dahinplätschert. Spannung kommt nur ganz selten auf, etwa dann, wenn der Pyramidenkopf das erste Mal auftaucht. Aber gerade im Mittelteil langweilt man sich doch arg, weil einfach kaum etwas spannendes passiert und die Dialoge auch nicht gerade gelungen sind.
Das nächste Problem sind die Monster an sich. Davon sieht man zu wenig und wenn sie auftauchen dann gleich viel zu viele auf einmal. Außerdem sehen sie größtenteils recht beschissen aus. CGI sei „dank“. Bei den Spielen macht man das ja recht geschickt, wenn sie aus dem dichten Nebel auftauchen oder man sie in der Dunkelheit nur halb erkennt. Aber der Film ist ja hell, viel zu hell und die Horrorgestalten werden in der Nahaufnahme gezeigt und bei einigen, wie dem grunzenden Etwas auf der Schultoilette musste ich einfach nur noch lachen. Das ist auch schon das nächste Problem. Silent Hill, die Spielreihe ist Horror. Psychischer Horror, der vor allem auf eine starke Atmosphäre setzt und wirklichen Grusel erzeugt. Der Film dagegen baut nur am Anfang Atmosphäre auf, verliert diese dann aber in Rekordzeit. Da hilft auch der Soundtrack von Akira Yamaoka nichts mehr.
Überzeugen können dann eigentlich auch nur noch die paar Splatterszenen, vor allem am Ende, die sind ganz nett gemacht.

Silent Hill leidet einfach unter zu vielen Problemen und bei einer Laufzeit von fast 2 Stunden ist er einfach auch zu lang. Ein 90 Minuten Horrortrip, ohne so viel Leerlauf, mit mehr Spannung und Horror wäre, trotz der ganzen Änderungen gegenüber den Spielen wohl richtig gut geworden.
Das hier ist eher schlecht.

Bewertung
4,5/10
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