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Wenn es ein Genre im Filmbereich gibt, das vorhersehbar ist wie kaum ein zweites, handelt es sich um den Sportbereich. Egal welche Sportart dort beleuchtet wird, meist wird das altbekannte Schema ausgegraben: Verlierer/Verliererteam ist am Ende der strahlende Gewinner.
Slap Shot folgt dieser Formel auch, versteht sich allerdings mehr als Satire. Die Charlestown Chiefs sind das schlechteste Team der Eishockeyliga. Sie verlieren ständig und die Zuschauer interessieren die Spiele schon längst nicht mehr. Spielertrainer Reggie Dunlop ist ziemlich am Ende, als er nicht nur erfährt, dass sein Team am Ende der Saison aufgelöst wird, sondern er auch noch 3 Brüder bekommt, die scheinbar alles andere als erwachsen sind, kommen sie doch tatsächlich mit ihren Spielzeugautos an und beweisen auch sonst ein eher kindliches Gemüt. Die drei Hansons sind natürlich so etwas wie die Heilsbringer für die Chiefs. Nicht weil sie gute Spieler sind, sondern weil sie mit einer ungeahnten Aggressivität vorgehen und alle Gegner platt machen. Den Fans gefällt es, das ganze Team steigt ein und mit der Gewalt stellt sich auch langsam der große Erfolg. Auch die Fans strömen plötzlich in Scharen in die Halle und bilden Fanclubs.
Gerade die Tatsache, dass hier ein Loserteam nicht durch lächerliche Moral und aufgesetztem Siegeswillen zum Erfolg verkommt, sondern einfach weil sie ihre Gegner verprügeln bis die nicht mehr spielen können, macht den Film schon recht einzigartig. Dabei schafft es der Film gleichzeitig, nicht mal sonderlich übertrieben zu wirken, sondern nur das wiederzuspiegeln, was in den 70ern in den kleinen regionalen Ligen üblich war. Zu einer Zeit als Spieler noch keine Schutzhelme trugen. Dort gab es Spieler, die nur durch Gewalt auffielen und Schlägereien auf dem Eis waren an der Tagesordnung. So basiert der im Film gefürchtete Ogie Ogelthorpe auf Bill Goldthorpe, der für die Syracuse Blazers spielte. Auch die Charlestown Chiefs basieren auf den Johnstown Jets, die sich Ende der 80er tatsächlich in Johnston Chief umbenannten.
Neben der Action auf dem Eis werden aber noch andere Themen behandelt. Es geht um Eheprobleme, denn nicht nur Reggie Dunlop hat da so seine Probleme, sondern auch der Spieler Ned Braden, der daraus getrieben am Ende des Films mit seinem Strip wohl eine der denkwürdigsten Szenen des Films hinlegt. Sehr gelungen zeigt der Film auch mal wieder, wie gewaltgeil Menschen sein können. Als die Chiefs ihr letztes Spiel bestreiten, möchte Dunlop ein sauberes, faires Spiel haben, ohne Blut und Kämpfe. Dies wird nicht nur dadurch verhindert, dass der Gegner mal schnell die größten Prügelknaben verpflichtet hat, sondern auch durch die Buhrufe der Fans die schon längst kein Interesse mehr an Eishockey haben.
In der Hauptrolle hat man einen perfekt spielenden Paul Newman, der immer wieder betont, dass er bei den Dreharbeiten großen Spaß hatte (sieht man auch) und Slap Shot als seinen Lieblingsfilm bezeichnet. Gleichzeitig aber, erlangte der Film nie den Ruf seiner anderen Filme wie Cool Hand Luke oder Butch Cassidy and Sundance Kid. Alle diese drei Filme haben aber auch den Regisseur gemeinsam: George Hill. Dieser kann hier ebenfalls wieder überzeugen. Vor allem die Eishockeyszenen sind tempo- und abwechslungsreich inszeniert. Strother Martin spielte ebenfalls in Cool Hand Luke mit und spielt hier so eine Art General Manager der Chiefs. Am berühmtesten sind aber natürlich die drei Hanson Brüder, verkörpert von Steve und Jeff Carlson sowie David Hanson, die durch diese Rollen zu Kultfiguren wurden und noch heute damit auf Conventions auftreten.
Slap Shot ist ein spaßiger Film, der trotz seines Alters immer noch der beste Eishockeyfilm ist und den Sport nach wie vor recht realistisch darstellt, zumindest bezogen auf die regionalen Ligen. Für Eishockeyfans also ein Muss, für Paul Newman Fans sowieso und alle anderen sollten sich den Film auch ansehen. Anschauen sollte man sich den Film unbedingt im Originalton. Der Streifen ist so extrem politisch unkorrekt und wirft mit Flüchen nur so um sich – die allerdings viel zur Glaubwürdigkeit beitragen. In Deutschland gibt es zwei Synchronisationen, die extrem abgeschwächt sind und gar keinen Spaß mehr machen und der frankoenglische Dialekt des Torhüters im Original ist einfach hörenswert genial.
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