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Zum dritten Mal schwingt sich der Spinnenmensch durch New York. Eigentlich schon erstaunlich, dass die beiden vorherigen Teile solche großen Erfolge waren, denn wirklich brillant war das ja nicht, was Sam Raimi da so auf die Leinwand brachte.
Vielleicht klappt es ja im dritten Anlauf. Aber vielleicht auch nicht, um es vorwegzunehmen, ich hatte des Öfteren den Eindruck, dass man hier gleich 2 Filme in einen gepackt hat. Spider-Man hat es mit zwei Bösewichten zu tun. Einerseits haben wir da den Sandmann, ein ehemaliger Verbrecher der aus dem Gefängnis ausbricht und dann auf der Flucht in ein Experiment gerät und sich so mit Sand vermischt. Gegenüber dem Comic hat man das zumindest verändert, dort ist es ganz klischeehaft ein Nukleartest, die Filmlösung gefällt mir da schon fast besser. Ein ziemlicher cooler Bösewicht, da er nahezu unbesiegbar ist. Aber das ist längst nicht alles, mit dem sich Peter Parker rumschlagen muss. Wie immer ist seine nervige Freundin Mary Jane dabei. Die versucht sich am Broadway – und scheitert, aber Peter interessiert das nicht sonderlich, da er als Spider-Man den Schlüssel zur Stadt bekommt und das ist nun mal wichtiger. Die Beziehungskiste zwischen den beiden nervte ja auch schon in den Vorgängern, es wirkt alles so aufgesetzt, übertrieben und viel zu schnell abgearbeitet. Von Liebe zu Hass und zurück zu Liebe vergehen meist nur einige wenige Augenblicke, da man annehmen darf, dass die Handlung im Film vielleicht maximal eine Woche dauert, ist das schon arg krass ausgeführt. Aber gut, Filme müssen nicht realistisch sein. Trotzdem ist dieser Beziehungsquatsch wieder mal furchtbar nervig.
Bleibt noch der zweite Bösewicht. Der Symbiont, der vom Himmel fiel. Zuerst macht er sich über Peter Parker her, der sich daraufhin sehr zum negativen verwandelt und reichlich aggressiv wird. Hier hält man sich wieder einigermaßen nah an die Comics, auch wenn später aus diesem Symbiont Venom entsteht. Leider fand ich Venom schon in den Comics und der Zeichentrickserie eher ein wenig langweilig. Ein kreischendes Etwas, das einen Menschen einnimmt, aber Lärm nicht verträgt… Als würde das alles nicht reichen, kommt auch Harry Osborn wieder an, der sich abermals nicht wirklich entscheiden kann, ob er Parker/Spider-Man nun hassen oder mögen soll. Es wirkt manchmal etwas wirr.
Storytechnisch ist das Ganze also abermals eher der berühmte Schuss in den Ofen. Etwas ist einfach viel zu viel, das meiste wird nur ansatzweise ausgearbeitet wie die Person Gwen Stacy und gezwungenermaßen ist deshalb auch das Tempo irrsinnig hoch. Das kommt aber zumindest den Actionszenen zu Gute. Auch wenn die nach wie vor teilweise etwas billig wegen des ganzen CGI wirken, sind sie wie auch schon bei den Vorgängern sehr toll inszeniert und spannend. So wirklich langweilig wird der Film nicht, weil eben sehr schnell von versuchter Handlung wieder zurück zur Action gegangen wird.
Auch schauspielerisch wird Licht und Schatten geboten. Das Highlight ist dann wohl tatsächlich J.K. Simmons als J. Jonah Jameson, der nur selten zu sehen ist dann aber mit witzigen Szenen allen die Schau stielt. Tobey Maguire wirkt mehr und mehr wie ein Michael J. Fox für arme, aber tatsächlich hat er dieses Mal einige Szenen wo er sehr überzeugt, nämlich jene wenn der Symbiont ihn befällt und er mal richtig die Sau rauslässt. Über Kirsten Dunst will ich keine Worte mehr verlieren und dann bleibt von den wichtigen Schauspielern nur noch die Bösewichtriege übrig. Thomas Haden Church kann als Flint Marko überzeugen. Topher Grace hat den Eddie Brock auch so widerlich gespielt, dass man ihn hasst, insofern: Gute Arbeit.
Als belangloser Actionfilm funktioniert Spider-Man 3 so halbwegs, es müsste eine Edition geben wo der ganze Kitschmist raus geschnitten wurde, ich denke das wäre dann ein guter Spider-Man Film. Mit diesen Szenen ist das Ganze aber ähnlich wie die Vorgänger nur Durchschnitt, denn sie sind einfach zu übertrieben und schlecht in Szene gesetzt.
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