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Star Trek PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
14.11.2009

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Reboot lautet seit einiger Zeit ein Trend in Hollywood. Nachdem man sich an Remakes wohl satt gefressen hat, geht man nun über, etablierte Franchises kurzerhand zu löschen und neu aufzusetzen. Wohl in erster Linie für das jüngere Publikum, das generell Filme die älter als 5 Jahre sind scheiße findet (Tarantino ausgenommen, weil der ist ja Kult und so, auch wenn er nichts kann).
Mitunter kann der „Reboot“ gelingen, man denke an Batman, manchmal fragt man sich aber, ob das unbedingt sein muss. In Serienform ist da zuletzte ja Knight Rider zu Recht grandios gefloppt.

Nun traf es also Star Trek, das große, alte Kult-Franchise, das seit über 40 Jahren das Universum erforscht. Nun gehen wir also zurück, denn durch den Reboot, war noch nie ein Mensch zuvor dort draußen im großen schwarzen All. Irgendwie ist das schon mutig, vor allem, wenn man dann noch einen Regisseur, der laut eigenen Aussagen Star Trek entweder uninteressant oder lächerlich findet. J. J. Abrams heißt der gute Mann, der mich schon mit Cloverfield eher gelangweilt hat.
Star Trek mag ich bekanntlich, auch wenn ich mich selbst auf TOS, TAS und TNG, sowie die Kinofilme beschränke. TOS, also die originale erste Serie, bekommt nun ein neues Gesicht verpasst. Kann man Kirk überhaupt ohne William Shatner inszenieren oder Spock ohne Leonard Nimoy? Letzteres fanden wohl auch die Macher und haben so Leonard Nimoy kurzerhand als alten, zeitreisenden Spock eingebaut.

Los geht es mit einem Sprung mittenrein in die Action. In 10 Minuten wird hier in feinster Musikvideoschnittqualität die Vorgeschichte heruntergespielt und zwar so sehr, dass die Charaktere, die auftauchen, schon vergessen sind, ehe sie überhaupt sterben. Kirks Vater kämpft hier gegen böse Romulaner und stirbt. Ein schneller Schritt und wir haben ein paar Jahre übersprungen. James T. Kirk ist ein Kind und die typische Blage, die gerade mit einer 1965er Corvette durch die Gegend rast. Sind wir hier nun bei einem Roadmovie? Nein, es soll nur zeigen, dass Kirk eben der Rebell ist und er zerstört die Corvette (Als Liebhaberin dieser Automarke fand ich das nicht nett...nein, gar nicht nett).
Danach folgen wirre Sprünge zwischen Vulcan und Iowa (für die dummen Zuschauer wird aber brav eingeblendet, wo wir gerade sind – halten die Macher das Publikum wirklich für minderbemittelt?) und auf Vulcan begegnen wir dem jungen Spock, der ebenfalls zum Arschloch mutiert ist. Er prügelt sich gern. Irgendwie fühl ich mich mehr an Serien wie O.C. California erinnert, vor allem in der Barszene die daraufhin folgt. Kirk macht sich an Uhura ran, dann gibt's eine Schlägerei und danach wieder einen Sprung.

Denn nach diesem ganzen merkwürdigen Kram, gibt es auch endlich mal ein bisschen Star Trek. Kirk, Spock und die anderen finden sich auf der neuen Enterprise wieder, die unter dem Kommando von Captain Pike steht. Dann geht es auf die Reise und die bösen Romulaner aus dem Intro tauchen wieder auf. Sie bohren nun Löcher in Planeten und produzieren dann ein schwarzes Loch, damit die Planeten verschwinden. Darth Vader und der Todesstern haben das irgendwie stylischer gekonnt. Natürlich entbrennt dann die typische Sci-Fi Story: Enterprise gegen Romulaner, Pike wird entführt und man dreht und biegt alles so hin, dass Kirk am Ende das Kommando hat und den Tag rettet.

Die Handlung wird ebenso schnell in 2 Stunden runtergekurbelt, in denen man  es leider nicht schafft, den Charakteren wirklich ein Profil zu verpassen. Gut, Kirk und Spock sind 2 Arschlöcher, die sich hassen, am Ende dann dicke Freunde sind und Uhura ist die Megazicke, die sich zum Schluss an Spock ranmacht. Alle anderen Darsteller sind eigentlich nur Statisten. Weder McCoy noch Sulu oder Chekov haben hier viel zu tun und Scotty fällt auch nur auf, weil Simon Pegg mit genug Overacting durch die Gegend springt. Gerade bei Chekov frage ich mich, ob die Macher ihn bewusst als böse Parodie auf den echten Chekov gestaltet haben, denn sein absolut übertriebener Dialekt nervt nur noch.
An sich machen die Schauspieler ihre Sache ja gut, man kann ihnen keinen Vorwurf machen. Karl Urban gibt einen guten McCoy ab und Chris Pine (Kirk) sowie Zachary Quinto (Spock) sind auch in Ordnung, auch wenn ich bei Spock nicht so ganz verstehe, was er nun sein soll. Auf der einen Seite wird er schon am Anfang als aggressiver Mensch gezeigt der seinen Emotionen freien Lauf lässt und auch später greift er Kirk an, aber als seine Mutter stirbt, guckt er nur 40 Sekunden dumm in die Gegend und das war alles an „Trauer“.

Generell kann man sagen, das die ersten 45 Minuten ziemlich für den Arsch sind, danach nimmt die Story etwas fahrt auf und es gibt zumindest ein bisschen Star Trek Feeling und der Kampf gegen die Klingonen beginnt.

Die Special Effects sind natürlich alle schön übertrieben, genauso kracht es laut an jeder Ecke. Auch hier ist man meiner Meinung nach ein wenig über das Ziel hinaus geschossen, denn was soll das völlig übertriebene Lens Flare? Praktisch jedes kleine Licht und selbst die Wände der Enterprise strahlen mit Reflektionen, das man in einigen Szenen schon gar nicht mehr die Schauspieler sieht. Es ist so übertrieben, so lächerlich und unrealistisch, nervend und blöd, das man es gar nicht beschreiben kann.

Star Trek wäre wohl ein besserer Film geworden, wenn man das Tempo etwas rausgenommen hätte und sich Zeit für ordentliches Charakterdevelopment genommen hätte. Der Film packt im Prinzip alles nur kurz an um dann schnell von Thema zu Thema und Szene zu Szene zu springen. Das wäre das gleiche, wie wenn man Star Trek 3 und 4 in einen Film gepackt hätte, es wäre viel verloren gegangen und dieses Gefühl hatte ich auch bei diesem Werk.

Aber vielleicht will der Film ja auch so. Es ist ein Reboot eines Franchises, alles ist neu, alles ist anders und es ist perfekt auf die Generation zwischen 14 und 20 zugeschnitten, die über die alten Star Trek Serien und Filme lacht, weil es nicht alle 30 Sekunden Action gibt und die Dialoge zu lang sind.

Bewertung
5,5/10
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