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Starship Troopers ist Kult, sagen die einen. Starship Troopers ist Schrott die anderen. „Das Buch war besser“, hört man von einigen wenigen und die meisten werden sich wohl fragen „Es gab ein Buch?“. Robert A.Heinleins Buch, das immerhin den Hugo Award 1960 gewann, ging irgendwie über die Jahre unter. Obgleich er einen doch größeren Einfluss hatte, denn z.B. der Film Aliens zitiert recht fleißig daraus.
Gut, das Buch schieben wir jetzt aber mal für den Moment beiseite und sehen uns Paul Verhoevens Film von 1997 an. Viel wurde darüber diskutiert, es hagelte viel Kritik, viel Lob und in Deutschland natürlich eine Indizierung. Was ja schon fast ein Qualitätsmerkmal ist, denn von Verhoeven wurden alle guten Filme (Robocop, Total Recall) indiziert, während der Dreck (man denke an Showgirls) im Kino laufen darf. Mit dem Buch selbst hat Starship Troopers aber an sich kaum was zu tun. Die meisten Leute aus dem Produktionsteam kannten es nicht mal und auch Paul Verhoeven hat nur die ersten paar Kapitel gelesen und dann gelangweilt aufgehört. Bug Hunt on Outpost Nine war der Produktionstitel und der beschreibt schon wesentlich besser um was es hier geht.: Alienjagd.
Die Aliens sind in dem Fall eher böse Käfer und Insekten - riesig und auch riesig böse. Sie bedrohen die Erde und natürlich wird mit voller Gewalt zurückgeschlagen, was aber erstmal auch kräftig daneben geht. Mehr Handlung gibt es in dem Film eigentlich nicht.
Wir lernen aber erstmal einige Teenies kennen, die kurz vor dem High School Abschluss sind und sich schon darauf freuen in die Armee zu kommen. Der Kampf für den Planet ist nämlich das einzige was in dieser futuristischen Welt noch Sinn macht. Regierungen gibt es nicht mehr wirklich, die ganze Welt wird von einer Militärdiktatur in Genf regiert und so gibt es nur noch Soldaten und Zivilisten. Letztere sind irgendwie überflüssig, dürfen aber wohl trotzdem noch leben. Hier zeigt sich eine der Stärken des Films und wohl die größte Stärke von Paul Verhoeven: Satire. Gekonnt nimmt er Faschismus und das Militär aufs Korn und zieht auch in gelungenen Nachrichten gekonnt vom Leder. Hier wird die Sensationsgeilheit der Medien zum Ziel, welche bis zum Schluss auf Leichen und andere hält, weil das eben Quoten bringt. Leider klappt das aber auch nur in der ersten Hälfte des Films und diese ist klar die stärkere. Unsere Hauptfiguren sind abziehbare Plastikfiguren wie sie aus einer Seifenoper stammen könnten, die Dialoge platt und dämlich. Auch hier wird wohl ganz klar auf das Actiongenre abgezogen und es noch drastisch dümmer dargestellt. Die Ausbildung der Soldaten erinnert an eine krassere Form von Full Metal Jacket, ohne aber dessen Kultstatus zu erreichen.
In der zweiten Hälfte geht es dann in den Krieg gegen die Bugs. Hier verliert sich der Film in einer Actionballerei, die zwar sehr gut inszeniert ist und zum Glück nicht an visueller Gewalt spart. Aber irgendwie fehlt dann doch etwas um das über andere Actionorgien zu heben. Das ganze macht zwar Spaß es anzusehen aber wo ist der satirische Unterton hin? Irgendwie fehlt das einfach ein wenig. Und dadurch, dass man eben solche belanglosen Abziehbildcharaktere erschaffen hat, ist es einem praktisch auch egal, dass dem einen der Unterkörper abgerissen wird oder die nächste keuchend verblutet. Da passt es auch, dass man durchgehend B-Klasse Schauspieler wie Casper van Dien oder Denise Richards gecastet hat. Sie alle bringen nicht wirklich viel schauspielerisches Talent mit und schaffen es so erst recht nicht, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Der einzige, der wirklich überzeugen kann, ist Michael Ironside und das dürfte wohl auch der bekannteste Schauspieler sein. Wirklich gelungen sind die CGI Käfer und die dürften wohl auch die heimlichen Stars des Films sein. Es macht einfach Spaß, wenn sie zu tausenden über den Planeten wuseln und die Soldaten angreifen oder sich ein besonders riesiger Käfer aus der Erde schiebt.
Starship Troopers ist kein schlechter Film. Er unterhält und macht Spaß, aber es ist eben schade, dass Verhoeven seinen satirischen Grundton ab der 2. Hälfte aufgibt. Mit etwas über 2 Stunden ist der Film auch deutlich zu lang, Trotzdem aber eben nicht so schlecht wie er sonst oft gemacht wird.
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