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20 Jahre nach der Auflösung soll die Band Strange Fruit ein Comeback wagen. Das ganze stellt sich als schwere Aufgabe heraus, nicht nur, dass alle Musiker seit Jahren zerstritten sind, haben sie mittlerweile auch ein anderes Leben und gehen einer recht unspektakulären Arbeit nach. Trotzdem raufen sie sich zusammen und wollen nach einigen Proben auf eine Tour gehen. Neben dem Problem, das die alternden Rocker nicht allzu gut beim jungen Publikum ankommen, beginnen auch recht bald wieder die alten Streitereien…
Satiren über die Rockwelt eignen sich natürlich besonders gut, man kann zahlreiche Klischees und Musiker aufs Korn nehmen. Die einzig wichtige Frage dabei ist, kann so ein Film in die Nähe des genialen Spinal Tap kommen – oder ihn gar übertreffen? Still Crazy kann Spinal Tap zwar nicht übertreffen, platziert sich aber knapp dahinter auf Platz 2. Das liegt an den wirklich gelungenen Charakteren, die gut gespielt in Szene gesetzt werden und überzeugen können. Allen voran der Sänger Ray Simms, der mit seinem riesigen Ego, seinen ganzen Problemen und seiner merkwürdigen Frau nicht nur entfernt an Ozzy Osbourne erinnert. Richtig nervig empfinde ich in dem Film eigentlich nur Luke Shand (gespielt von Hans Matheson), der debil grinsend den größten Gitarrenposer seit Jannick Gers darstellt. Irgendwie wirkt er einfach deplatziert und passt nicht so recht zum Rest vom Cast. Trotzdem macht es sehr viel Spaß, der Band zuzusehen und teilweise leidet man auch mit den armen Kerlen. Die Story ist natürlich voller Klischees und Anspielungen, die Witze treffen eigentlich auch immer, allerdings nur im Originalton. Wieder mal ist die deutsche Synchronisation sehr misslungen. Hier machte man mal wieder die typischen Übersetzungsfehler und man kriegt den Eindruck, dass der Übersetzer keine Ahnung hatte, um was es hier überhaupt geht. Highlight sind die Songs. Diese sind wirklich sehr gelungen und geben sogar ein exzellentes Album ab. Den Soundtrack sollte man wirklich kaufen. Geschrieben wurden die Songs von Mick Jones (Foreigner), Jeff Lynne (ELO) und Chris Difford (Squeeze) und wenn man fies wäre, könnte man fast behaupten, das sie hier ihre besten Songs abgeliefert haben. Zur DVD: Bild und Tonqualität sind sehr gut, da gibt es nichts auszusetzen. Das Bonusmaterial ist recht knapp, aber die Interviews und das Making-of sind sehr nett. Insgesamt ist Still Crazy ein sehr gelungener Film, der als Satire sehr gut funktioniert. Rockfans und Leute die Spinal Tap klasse fanden, werden hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Aber auch alle anderen sollten sich dieses kleine Meisterwerk nicht entgehen lassen. Im Forum kommentieren |