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In den 80ern hat John Hughes einen Kultfilm nach dem anderen rausgebracht. Von Ferris Bueller über Vacation und Planes, Trains & Automobiles hin zum Breakfast Club ist die Liste lang…sehr lang. The Breakfast Club war erst der zweite Film, bei dem er selbst Regie führte.
Die Handlung ist dabei recht simpel. Man hat 5 Schüler, die Samstagmorgen zum Nachsitzen kommen, packt noch einen unsympathischen Schulleiter und den Hausmeister dazu. Fertig. Weitere Charaktere gibt es nicht und braucht es auch gar nicht. Fünf Schüler, die unterschiedlicher kaum sein könnten, (scheinbar) nichts gemeinsam haben und sich auch alles andere als gut verstehen, müssen 8 Stunden miteinander verbringen. Sie alle entsprechen erstmal einem Klischee. Brian Johnson ist der typische Nerd, Andrew Clark der Sportstar, Claire Standishs Spitzname „Princess“ passt perfekt, John Bender ist der typische Krawallmacher. Was fehlt noch? Klar, ein Freak, hier in Form von Allison Reynolds. Dass mehr hinter diesen Schülern steckt, den Gründen warum sie so sind, wie sie sind und warum sie überhaupt beim Nachsitzen landen, erfährt man erst recht spät.
Erstmal darf man zusehen, wie sich alle gegenseitig zanken. Die Dialoge sind klasse und wer sich gefragt hat, woher Bart Simpson seinen berühmten Satz (Eat my Shorts) hat, wird in diesem Film die Antwort finden. Natürlich haben die Schüler alles andere vor, als nur still rum zu sitzen und an ihrer Aufgabe (Ein Aufsatz mit 1000 Wörtern darüber, wer sie sind) zu verfassen. Stattdessen sorgen sie für unglaublich lustige Szenen. Wirklich klasse sind hierbei die Flucht vor dem Schulleiter und eine reichlich bizarre Mittagspause. Wer kommt schon auf die Idee, sich ein Sandwich bestehend aus Pixie Stix und Cap’n Crunch zu basteln? In der zweiten Hälfte kommen sich die Schüler dann näher, was erstmal an Benders Gras liegt und dann merken sie, das sie doch einiges gemeinsam haben, so leiden sie alle unter einem kaputten Elternhaus, das sich auf unterschiedliche Weise ausdrückt. So leidet Brian unter dem Erfolgsdruck immer perfekte Noten haben zu müssen. Bender wird von seinem Vater misshandelt, was wohl seine Wutausbrüche erklärt und Allison hat immer eine große Tasche mit lauter Zeug dabei, falls sie sich doch mal entschließt, von zu hause wegzulaufen. Zwar hat der Film hierbei immer noch seine lustigen Momente, wird aber um einiges ernsthafter und dramatischer.
Die Schauspieler machen ihre Sache dabei sehr gut und spielen die Rollen sehr glaubwürdig. Sie alle entstammen ja dem so genannten Brat Pack, einer Sammlung von acht damals jungen Schauspielern die ihren Durchbruch in Teen Movies erlebten: Emilio Estévez, Anthony Michael Hall, Judd Nelson, Molly Ringwald, Ally Sheedy. Wirklich gefallen hat mir dabei insbesondere Ally Sheedy als kleptomanischer Freak, vor allem verglichen mit früheren Rollen wie etwa in WarGames ist dies ja ein völlig anderer Charakter den sie hier verkörpert. Paul Gleason verkörpert den Schulleiter Richard Vernon und John Kapelos den Hausmeister Carl, diese Rolle war ursprünglich für Rick Moranis vorgesehen. Irgendwie kann ich mir den in dieser Rolle aber gar nicht vorstellen.
Was mir bei John Hughes Filmen am meisten gefällt, sind zwei Punkte. Einerseits diese kleinen Details, die nicht wirklich für den Film sind, sondern einfach den Zuschauer belohnen, der sich auf eine Entdeckungsreise begibt. Bei Hughes sind das meist vor allem Autoschilder, wie in diesem Fall EMC2 das Autoschild der Eltern von Brian Johnson ist. Der andere, wesentlich wichtigere Punkt, ist die Tatsache, dass diese Filme nie wirklich veralten oder absolut altmodisch wirken. Viele Filme vor allem aus den 80ern wirken wegen der Mode, der Musik oder den Dialogen heute etwas trashig. Bei diesem Film und allen oben genannten ist das anders. Hughes umschifft gekonnt jeden (damaligen) Modetrend und selbst die Musik klingt nicht so sehr nach 80er. Der große Titelsong ist Don’t you (forget about me), aufgenommen von den Simple Minds und dadurch zum großen Erfolg geworden. Ursprünglich sollte Billy Idol den Song für den Film aufnehmen. Der restliche Soundtrack setzt sich aus sehr unbekannten Songs zusammen.
The Breakfast Club ist ein sehr gelungener Film, der gut unterhält. Mehr muss man dazu wohl nicht mehr sagen. Außer: Schade, dass es nur die 97 Minuten Version gibt, die nie veröffentlichte 2 1/2stündige Originalfassung würde ich ja doch zu gerne mal sehen.
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