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Pro-Wrestling wird in Japan so ernst genommen, wie in keinem anderen Land. Da verwundert es geradezu, dass ein Film wie The Calamari Wrestler dort entstand, andererseits wird von der ersten Minute an klar, dass so ein Film auch nur aus Japan kommen kann.
Tahuchi ist gerade Champion geworden und hält den Titel stolz in der Hand, zumindest für einige Sekunden, denn schon bald wird ihm jener wieder entrissen. Allerdings nicht von einem Gegner sondern von einem riesigen Tintenfisch, der grimmig guckt und den Champion schnell auf die Matte befördert. Das Publikum guckt ungläubig, die Kommentatoren wissen sich auch nicht zu helfen – bis der Calamari einige Moves zeigt, die sehr an Iwata Kanichi erinnern. Dieser Wrestler ist vor einigen Jahren auf mysteriöse Weise verschwunden. Ist er nun wieder aufgetaucht?
Die Handlung mag trashig klingen, aber wie so oft steckt doch mehr dahinter. In erster Linie geht es eben um Pro-Wrestling und den Status in Japan. Im Film wird das alles recht düster dargestellt, das Pro-Wrestling mittlerweile nicht mehr ernst genommen wird und in der Gunst der Zuschauer gefallen ist seit der Zeit als Rikidozan (Im Film wird er Godozan genannt) gestorben ist. Rikidozan popularisierte das Wrestling in Japan und war dort das, was Hulk Hogan in den USA ist. Hinter der im Film genannten Japan Pro Wrestling Federation verbirgt sich New Japan Pro Wrestling und der IMGP Titel ist natürlich der IWGP Titel selbiger Liga. Daneben wird noch eine Lovestory aufgebaut zwischen Miyako und dem Tintenfisch. Miyako war einst die geliebte von Iwata Kanichi ist nun aber mit Koji Taguchi zusammen und das sorgt natürlich für Gesprächsstoff, da sie eine der ersten ist, die den Tintenfisch mit Iwata vergleicht. Trotz der Dramatik bleibt The Calamari eine Komödie, die sich größtenteils selbst nicht zu ernst nimmt. Dass es am Ende zum Showdown zwischen dem Calamari und Kanichi kommt, der sich jetzt als Oktopus verkleidet hat, ist nur die Spitze des Eisbergs. Dazwischen gibt es einige extrem lustige Szenen, etwa, wenn sich darüber beklagt wird, dass der legendäre Tokyo Dome so gar nicht den Feng-Shui Regeln entspricht.
Über die Schauspieler lässt sich recht wenig sagen. Für Miho Shiraishi war dies die erste Filmrolle nachdem sie zuvor bereits in der Serie Orenji Deizu mitspielte. Ansonsten spielen natürlich japanische Wrestler mit, in den Hauptrollen Osamu Nishimura, der sowohl schon für New Japan als auch All Japan Pro Wrestling antrat und Yoshihiro Takayama, der unterem auch bei Pro Wrestling NOAH auftritt und dort als Co-Kommentator arbeitet. Sie machen ihre Sache zumindest recht passabel.
The Calamari Wrestler ist insgesamt ein sehr unterhaltsamer Film, der vor allem dann beim Zuschauer gewinnt, wenn sich dieser ein wenig mit japanischem Wrestling auskennt und die genannten Wrestler und Ligen sofort zuordnen kann. Alle anderen finden zumindest einige lustige Szenen.
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