|
Mit Batman Begins bekam der alte Flattermann ein neues Gesicht verpasst. Vorbei die Zeiten, als die Filme ganz laut „bunte bzw. überdrehte Comicverfilmung“ schrien. Es ging realistischer zu in Gotham City und das Ergebnis war gut. Ein erfolgreicher Film bekommt natürlich ein Sequel und so haben wir nun The Dark Knight.
Schon vor bzw. kurz nach dem Release, hat der Film zwei Dinge gezeigt: Erstmal, dass der Tod eines bekannten Menschen alles was mit ihm zu tun hat, zu einem „legendären“ Ruf emporhob. Heath Ledger starb und so makaber es klingen mag, war das doch die beste Publicity, die dieser Film nur bekommen konnte. Die andere Sache war die Zurschaustellung der Lächerlichkeit vieler Filmfans. Bei IMDB schnellte Dark Knight auf Platz 1 der Top 250 hoch und verdrängte The Godfather. Nun kann man von dieser Liste halten was man will (ich empfinde sie als Witz), aber der „Bewertungskrieg“ der dort zwischen Dark Knight und Nicht-Dark Knight Fans entbrannte, war schon lächerlich. Der Film rund um Batman schlug also hohe Wellen und brach einige Kinorekorde. Zu Recht?
Ich habe mir den Film damals nicht angesehen, um genau zu sein, hab ich ihn jetzt das erste Mal gesehen. Nach all dem Hype, denn so ist das wohl das Beste.
Das erste was mir auffiel, war Gotham City, das nun wirklich wie eine x-beliebige Großstadt der USA wirkte. Vorbei die Zeiten der Düsterheit, des eigenes Baustils und sonstiger Besonderheiten. Ich finde das schade, denn gerade das Gotham City, das Tim Burton in seinen Filmen zeigte oder das in der animierten Serie aufgegriffen wurde, fand ich klasse. So wirkt das jetzt wie bei der 60er Jahre Batmanserie. Aber Gotham hat ja noch seine Bösewichte. Der Joker steht im Mittelpunkt und überfällt erstmal eine Bank, schafft es aber auch noch, seine Komplizen so zu beeinflussen, dass sie sich gegenseitig beseitigen. Der Joker kann man mit dem Geld fliehen. In der gleichen Nacht kommt es zu einem Treffen zweier Mobster, darunter der Scarecrow. Hier greift Batman ein, wird allerdings von Hunden attackiert, wodurch einer der beiden fliehen kann. Ich finde es erstmal schade genug, dass man die Scarecrow so „wegwirft“ in einer 5 Minuten Szene, die nur dazu dient, zu zeigen warum Batman seinen Anzug (zum Glück ohne Nippel) umbaut. Was danach folgt ist mal wieder das typische Katz-und-Maus Spiel zwischen Batman und eben dem Joker. Dieser zieht die Stadt auf seine Seite, sorgt für Chaos und tötet einige Leute, darunter Harvey Dents Geliebte, der ebenfalls schwere Verletzungen davonträgt und so zu Two-Face mutiert.
Der Joker ist praktisch der Star des Films und verdrängt sogar Batman, den man in der ersten Stunde nur wenig zu sehen kriegt. Dafür ist der Clown eben überpräsent und treibt seinen Schabernack, wobei auch hier eine neue Richtung eingeschlagen wird. War der Joker etwa in Tim Burtons Batman noch ein überdrehter Spinner, so ist er hier ein durch geknallter Psychopath. Er wirkt nicht lächerlich sondern sehr gefährlich. Man muss schon sagen, dass Heath Ledger diese Rolle ausgesprochen genial verkörpert hat. Ledger empfand ich sonst immer als höchst mittelmäßigen Darsteller, aber was er aus diesem Charakter gemacht hat, ist großartig.
Batman bzw. Bruce Wayne wird wieder gespielt von Christian Bale – zum Glück! Er hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen, auch wenn Batmans Grunzstimme ein wenig ungewöhnlich ist. Aber es unterstreicht den düsteren Charakter. Michael Caine als Afred tritt nur selten in Erscheinung. Fast schon an seiner Stelle hat man nun Lucius Fox, gespielt von Morgan Freeman. Ebenfalls sehr gut war Gary Oldman als James Gordon. Er hat am Ende noch einen größeren Auftritt. Die große Schwachstelle in der Besetzung bei Batman Begins, war für mich Katie Holmes als Rachel Dawes. Zum Glück hat man sie rausgeworfen und Maggie Gyllenhaal, die eher so spielt, als wäre sie einfach nur da, ist das eine Steigerung. Fehlt natürlich noch Aaron Eckhart als Harvey Dent. Am Anfang noch als Staatsanwalt Harvey macht er seine Rolle richtig gut, genial wird es nach seiner Verwandlung zu Two-Face. Leider kommt dieser aber etwas sehr kurz, lediglich im letzten Drittel taucht er wenige Male auf. Viel zu selten für meinen Geschmack und das Ende kam auch plötzlich.
Auffällig ist, dass es weder mit dem Joker noch mit Two Face so einen richtigen klassischen Showdown gibt und generell beschränkt sich die Action auf ein paar Explosionen und kurze Schlägereien. Es hätte da ruhig etwas actionreicher zugehen können, denn am ende ist auch The Dark Knight „nur“ eine Comicverfilmung.
Am Ende, nach den über 2 Stunden fühlte ich mich aber gut unterhalten. Der Film macht Spaß, die Darsteller sind größtenteils fantastisch. Zwar finde ich den Hype um den Film nach wie vor etwas übertrieben, aber The Dark Knight ist für mich trotzdem die bislang beste ernsthafte Batmanverfilmung.
Im Forum kommentieren |