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The Good, the Bad and the Ugly PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
07.01.2008

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Die Dollartrilogie zählt ja unbestritten zu den ganz großen Klassikern des Westerngenre, welches diese Filme auch revolutioniert hat. Ich denke keiner der beiden Vorgänger macht das so deutlich wie dieser Film, der verglichen mit einem klassischen Western völlig andere Wege geht.

Der deutsche Titel ist mal wieder völliger Schwachsinn. Zwei glorreiche Halunken heißt er, obwohl es in dem Film drei Hautpfiguren gibt. Auf den deutschen Filmpostern waren zumeist Eastwood und Van Cleef abgebildet, dessen Charakter ist in diesem Film aber ganz sicher nicht glorreich. Irgendwie denkt man bei dem Titel auch mehr an einen Spencer/Hill Film.

Eastwood ist auch irgendwie das einzige Verbindungsglied zwischen diesem Film und den beiden Dollarfilmen, da er wohl den gleichen Charakter spielt auch wenn er hier Blondie heißt und Eastwood alles andere als blond ist.
Lee Van Cleef war auch schon bei „Für ein paar Dollar mehr“ dabei, spielte dort allerdings eine positive Rolle und war mit dem Charakter Eastwoods mehr oder weniger befreundet. Hier kehrt er als Angel Eyes (oder Sentenza, bei den Namen war man sich auch nicht einig) wieder zu seiner klassischen Bösewichtrolle zurück, die er in den meisten seiner Filme verkörpert hat. Gerade hier in diesem Film geht er ungewöhnlich brutal vor, was eben vor allem mit seiner Rolle im vorigen Film ungewöhnlich wirkt. Ursprünglich war ja Charles Bronson für diese Rolle vorgesehen, ich denke nicht, dass er die Rolle auch nur halb so gut wie Van Cleef hingekriegt hätte.
Dritter im Bunde ist Eli Wallach als kleiner Ganove Tuco, der anfangs mit Blondie befreundet ist, später sein Feind und dann wieder (mehr oder weniger unfreiwillig) sein Freund und Retter wird.
Clint Eastwood und Lee Van Cleef spielen ihre Rollen sehr genial, aber der beste Schauspieler hier ist eindeutig Eli Wallach der seinem Charakter Tuco eine sehr ironische Note verpasst und liefert das wohl genialste Zitat des Films: „If you have to shoot, shoot, don’t talk“, was vor allem in der Szene sehr witzig rüberkommt und generell schwankt dieser Charakter am meisten zwischen unausstehlich und sympathisch.

Der Film beginnt ganz Leone-typisch mit Stille. Die ersten 10 Minuten wird kein Wort gesprochen und man lernt erstmal Tuco kennen. Tuco und Blondie entpuppen sich später als Kumpanen. Blondie liefert Tuco beim Sherriff ab, kassiert das Kopfgeld und rettet diesen dann vor dem Galgen um später mit ihm das Geld zu teilen. Diese Allianz wird jäh unterbrochen wenn Blondie Tuco in der Wüste aussetzt.
Sentenza/Angel Eyes ist dagegen der typische Bösewicht, der erstmal einige Leute erschießt und wie es scheint hinter einer großen Ladung Gold her ist. Ungewöhnlich gerade für einen Spaghetti-Western, wo die Charaktere ja sonst nie in Gut und Böse unterteilt sind, agiert er wie der absolute rücksichtslose Böse. Aber auch das ändert sich im weiteren Verlauf des Films ein wenig.
Natürlich führen die Wege der drei unweigerlich zusammen und sie alle sind später hinter einer großen Ladung Gold her.

Zwischendrin tobt dann noch der Bürgerkrieg, was sehr ungewöhnlich ist, da Western normalerweise Abstand vom Bürgerkrieg nehmen. Die Einführung dieses Krieges ist sehr gelungen gemacht. Zuerst ist er quasi nur so nebenbei zu sehen. Soldaten marschieren auf, später dann werden ganze Dialoge und Handlungen von plötzlichen Einschlägen der Kanonen unterbrochen. Tuco und Blondie verschlägt es in immer mehr zerstörte Städte und dann direkt an die Front wo sie einem sinnlosen Stellungskrieg um eine Brücke beiwohnen und diese dann sprengen, um das Blutvergiesen zu beenden. Sehr gut ist hier auch einer der zwei wirklich bedeutsamen Nebencharaktere, nämlich der ständig betrunkene General der Südstaatler, gespielt vom italienischen Filmstar Aldo Giuffré. Nach der Sprengung der Brücke landen sie durch einen Irrtum in einem Kriegsgefangenenlager der Förderation, wo Tuco sehr brutal gefoltert wird. Das übernimmt der andere auffällige Nebendarsteller Mario Brega der auch in den Dollarfilmen und Nobody zu sehen war. Vor allem das Kriegsgefangenenlager erinnert schon mehr an ein KZ der Nazis, gerade wenn während der Folterung von Tuco eine Musikkappelle bestehend aus Gefangenen aufspielen muss um den Lärm der Folterung zu übertönen.

Sergio Leone hat in diesem Film seinen Stil wohl endgültig perfektioniert was auch am größeren Budget liegt. Die Kameraarbeit ist extrem gelungen, es gibt schon die Nahaufnahmen und das extrem Herauszögern von Szenen wie z.B. in der Wüste oder wenn Tuco über den Friedhof läuft sind sein Markenzeichen und die macht auch nur Leone so, andere würden das eher kurz halten.
Wirklich genial ist natürlich auch die Musik von Ennio Moricone. Gerade das Titelstück kennt ja jeder und das verbindet man ja mittlerweile mit Westernfilmen. Das eigentliche Highlight ist für mich aber ganz klar die Musik die läuft während Tuco über den Friedhof rennt. Der Soundtrack hielt sich damals ja tatsächlich ein Jahr lang in den amerikanischen Billboard Charts und kam dort bis auf Platz 4.

Ansehen sollte man sich auf jeden Fall die erweiterte und nahezu vollständige Fassung die es auf DVD gibt. Die 171 Minuten sind keineswegs zu lang und einige der neuen Szenen sind recht wichtig für den weiteren Verlauf der Handlung. Hierbei sollte man allerdings zur englischen Tonspur zurückgreifen. Die neuen Szenen wurden nachsynchronisiert. Während im Englischen zumindest Eastwood und Wallach dafür zur Verfügung standen, hat man für die deutsche Fassung eine sehr merkwürdige und unpassende Neusynchro vorgenommen. Viele Dialoge wurden komplett zum negativen verändert.

The Good, the Bad and the Ugly ist für mich persönlich ganz klar der beste Western. Besser als die Dollarfilme, ein wenig besser als das Lied vom Tod und tausendfach besser als der klischeehafte US Western Müll. Und überhaupt ist das einfach ein Pflichtfilm, den jeder gesehen haben muss.

Bewertung
10/10
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Letzte Aktualisierung ( 08.01.2008 )
 
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