|
König: „Euer Widersacher ist Salatin“ Michael: „Dann übergebt mich lieber dem Henker“ Ulric: „Und ich zünde selbst den Scheiterhaufen an“ Ja, Michael und Ulric sind schon zwei tolle Vorzeigehelden. Lieber würden sie sterben als sich in den Kampf gegen Salatin zu stellen. Das ist der böse Bösewicht, der so böse ist, dass er das Land bedroht und nicht nur das, nein, er hat auch die Tochter des Königs entführt, in dem er sich einfach so durch die Schlossmauer gezaubert hat. Wie fies der doch ist. Michael und Ulric sind dagegen zwei einfache Magier, die eigentlich auf der Jagd nach dem waren, was 2 Männer so wollen und was auch David Coverdale schon besang: Wine, Women and a Song, denn Michael soll ja endlich mal mit einem weiblichen Wesen im Bett landen, also ziehen sie zur nächsten Schänke wo es genug davon gibt. Dort werden sie aber niedergeknüppelt und zum König gebracht, der sie anklagt und auf in den Kampf schickt. Danach wandern die beiden durch den Wald und zaubern eine am Baum hängende Leiche zurück ins Leben. Dieser Sepplopa erinnert ein wenig an den Opa der im Kerker bei Monty Pythons Leben des Brian hängt und ihnen was vorlabert. Danach kommen die zwei in eine magischen Höhle, treffen auf Salatin in einer Projektion und werden dann in eine andere Dimension geschickt. Bis dahin überzeugt der Film durch wirre Schnitte, billige Kulissen und Kostüme sowie schön dumme Dialoge. Dass dieser Film nicht mal mehr eine B-Film Produktion ist sondern schon eher auf dem trashigen Home-Video Level von Troll 2 ist, stellt man schnell fest. Budget hatte man keins, für die Fantasywelt reicht es also nicht ganz. Was macht man in diesem Fall? Klar, das gleiche was man schon bei Masters oft the Universe tat: Man verlegt die Handlung in eine Stadt in der Gegenwart. „Sieh dir all diese Schlösser an, sind all diese Leute Könige?“ Könige nicht, aber wie in der Vergangenheit gibt es auch in der Gegenwart fiese Wegelagerer, nur eben jetzt in der Form von Polizisten und Punks. Als sie gerade am Walk of Fame unterwegs sind, werden sie von einem Cop angehalten. Ulric stellt fest „Meins ist größer als deins“ womit er sein Schwer meint, während der bebrillte Bulle nur dumm guckt. Die Cops überwältigen sie aber, packen sie in das Auto und fahren ab, da Ulric und Magier aber Magier sind, zaubern sie sich einfach raus und folgen dem Pfad gegen Salatin. Dann treffen sie auf Punker, die sie ebenso schnell erledigen. Nach 30 Minuten beginnt dann der richtige Trash und das ist eigentlich unglaublich, wo zuvor schon alles trashig war. In der Stadt findet man einen Nerd, der den Mittelalterhelden hilft, es kommen Biker und weitere Punker an, es gibt Magie und Todesstrahlen sowieso unglaublich mies choreographierte Kämpfe. Es geht noch zu einer Tarotkartentussi und der Endkampf findet in einer Lagerhalle zwischen vielen Pappschachteln statt. Ich will ja gar nicht zu viel darüber erzählen, was alles in diesem…“Film“ passiert, denn es ist schwer zu beschreiben und sollte selbst erlebt werden. Troll 2 war trashig und billig, Lords of Magick ist die Stufe schlechter. Bei den Darsteller wundert es wohl niemanden, dass sie größtenteils nur in diesem einen Film mitspielten. Es verwundert auch niemanden, dass weder die Drehbuchautoren noch der Regisseur danach nochmal Arbeit gefunden haben und dass viele Statisten von einer Rollenspielgruppe (LARP) verpflichtet wurden, weil sie Kostüme hatten, unterstreicht nur noch den billigen Charme von diesem Trash. Ich selbst war lange Jahre auf der Jagd nach diesem Kleinod, immer wieder gab es diese „Kennst du schon Lords of Magick?“ Hinweise von Freunden des Trashwerks, dass es diesen Film nicht auf DVD gibt, sollte klar sein und dass er so gut wie nie im Fernsehen lief ist wohl auch klar. Dank des Internets kam ich aber doch noch dran und ich hoffe, dass er irgendwann doch den Weg auf DVD findet, denn dieses Meisterwerk gehört zur Elite des unglaublichen Trashs und jeder, der Turkish Star Wars, Troll 2, Roboter der Sterne oder Invasion aus dem Innern der Erde genial fand, wird verdammt viel Spaß an Lords of Magick haben.
Im Forum kommentieren |