|
In den 70ern waren Horrorfilme ja mächtig angesagt. Neben dem Exorzist gehört wohl das Omen zum bekanntesten Vertreter der damaligen Zeit. Nicht nur weil es ein genialer Film ist, sondern sich auch zahlreiche Mythen darum ranken. Es sind ja viele merkwürdige Unfälle während der Produktion des Films geschehen, aber darüber gibt es ja auf der DVD eine kurze Doku.
Kommen wir also nun zum Film. Robert Thorne ist ein US Botschafter, der ganz glücklich mit seiner Frau lebt, bis diese ein Kind erwartet, das kurz nach der Geburt stirbt. Zur gleichen Zeit wird auch ein Kind geboren, bei dem die Eltern sterben. Kurzerhand entschließt sich Robert Thorne dieses Kind zu adoptieren. Er wird Damien genannt und die ersten paar Jahre, in denen die Familie in England lebt, sind auch recht friedlich, bis der Kleine 5 Jahre alt wird. An diesem Tag beginnen die merkwürdigen Ereignisse. Damiens Kindermädchen springt, mit einem schicken Strick um den Hals, aus dem Fenster und dann schleichen auch noch knurrende Rottweiler um das Gelände. Mithilfe eines Priesters und eines Reporters kommt Robert schnell auf die Vermutung, dass wohl Damien dahinter steckt, aber ist er wirklich der Antichrist oder sind es nicht doch eher nur Unfälle?
30 Jahre ist das Omen mittlerweile alt, aber von seiner Faszination hat der Film nichts verloren und vielleicht ist es auch das beste Beispiel dafür, dass Filme früher doch besser waren. Keine CGI-Effekte, keine kreischenden Teenies, dafür eine Atmosphäre die langsam aufgebaut wird und es wirklich in sich hat. Auch gibt es keine hektischen Kamerafahrten oder schnelle Schnitte. Vor allem Harvey Stevens spielt die Rolle des Damien sehr gut, er wirkt ja recht unscheinbar und harmlos, hat aber auch gleichzeitig etwas Unheimliches. Richtig bedrohlich dagegen ist Mrs. Baylock, dargestellt von Billie Whitelaw, die einfach so auftaucht und das neue Kindermädchen sein will. Dass mehr dahinter steckt und sie wohl so etwas wie die Verbindung zwischen Damien und dem Teufel ist, merkt man ja recht schnell. Richtig gut sind auch Gregory Peck, Lee Remick und eigentlich auch alle anderen, beim Omen hat man wirklich Wert auf schauspielerische Qualität gelegt.
Richtig gelungen sind auch die eigentlichen „Unfälle“. Hier wird nicht mit 5000 Litern Blut rumgespritzt oder gezeigt, wie der böse Damien mordend durch die Gegend zieht, sondern alles wirkt mehr wie ein Unfall. Vielleicht mag es aus heutiger Sicht etwas peinlich sein, wie der Reporter stirbt, geköpft von einer Glasscheibe wo man den Plastikkopf richtig gut sieht, weil mehrere Sekunden draufgehalten wird, aber Regisseur Richard Donner hat das ganz bewusst so gemacht. In einem Interview erklärte er später, dass die Menschen im Kino bei gruseligen Szenen meist ganz schnell die Hände vor die Augen halten und nach etwa 2 Sekunden wieder auf die Leinwand schauen. Damit eben auch diese Leute etwas vom fliegenden Kopf haben, hat man die Szene extra lang gemacht. Wie gesagt, es sieht eben etwas merkwürdig aus, aber das ist auch der einzige ganz kleine Kritikpunkt.
Gelobt werden muss auf alle Fälle noch die Musik von Jerry Goldsmith. Er erhielt dafür ja auch den einzigen Oscar in seiner Karriere. Verdient hat er den für das Omen auf jeden Fall. Die Musik trägt sehr viel zur genialen Atmosphäre bei, vor allem natürlich das doch sehr unheimlich klingende Titelstück.
Das Omen ist also ganz zu Recht einer der besten Horrorfilme aller Zeiten. Eben ein zeitloser Klassiker.
Im Forum kommentieren |