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The Simpsons Movie PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
15.12.2007

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Geplant war er ja schon lange, der erste Simpsons Film. Bereits um 1995/96 rum wurden Planungen gemacht, denen aber nichts folgte. Was schade ist, denn zu dieser war die Serie auf ihrem absoluten Höhepunkt und man kann sich nur ausmalen, wie genial vielleicht ein Film geworden wäre. Die Serie verlor sich daraufhin zwischen Rekorden und mangelnder Qualität. Zuerst sorgte Futurama für einen Qualitätsverlust, dann kam die Ideenlosigkeit. Die Staffeln 11 – 16 waren katastrophal, genau zu dieser Zeit kam dann aber das Gerücht auf, dass nun tatsächlich ein Film folgt. Erschienen ist dieser nun Mitte dieses Jahres, immerhin zu einer Zeit als die Serie langsam wieder an Qualität gewann.

Trotzdem merkt man einfach auch dem Film an, dass die Serie so langsam am Ende ist, irgendwie fehlt einfach die spritzige Unbekümmertheit der ersten Staffeln, als man die USA aufs Korn genommen hat und alles parodierte oder satirisierte, was in der Popkultur angesagt war. In den letzten Jahren ging die Serie ja mehr Richtung Haudraufcomedy mit Witzen die so ausgetrampelt werden, dass es schon nicht mehr lustig ist. Auch der Film hat solche platten Witze zu bieten. Die bekannteste ist wohl Spider Pig. Eine Pardodie auf Spiderman wo Homer das Titellied singt und ein Schwein an der Zimmerdecke entlang schiebt. Lustig ist das nicht, es wirkt irgendwie sehr plump und man ist froh, wenn es vorbei ist.
Ganz anders dagegen die vielen kleinen Witze und Anspielungen, die man vielleicht auch nicht sofort auf den ersten Blick sieht. Als Homer von einer Abrissbirne getroffen wird und einem Felsen und einer Bar hin und her geworfen wird, haben wohl nicht viele die Anspielung (Between a Rock and a hard Place) verstanden. Genau solche Dinge mach(t)en aber den feinen Humor der Simpsons aus. Sehr lustig geraten ist auch der Anfang als Homer fragt warum man für etwas bezahlt das man sich gratis im Fernsehen ansehen könnte, kurz darauf stirbt dann noch Schrottband Green Day in einer sehr lustigen Szene.
Auch recht witzig ist der große Tabubruch des Films. Schon öfters hat man die Simpsons nackt gesehen, wobei es aber immer so gemacht wurde, dass die Geschlechtsteile von irgendwelchen Gegenständen oder Büschen versteckt wurden. Im Film trifft es wieder mal Bart (Nebenbei bemerkt finde ich es schon etwas merkwürdig, dass Homer seinen Sohn zwingt nackt durch die Stadt zu skaten, es wirkt zu gezwungen nur um diese Szene unterbringen zu können) und auch hier wird wieder mit verdeckenden Elementen gespielt, bis er an einem Zaun vorbeikommt wo man dann nur seine Genitalien sieht. Ein Skandel? Ein Schock? Vielleicht, aber im Kontext der Szene und wie sie gezeigt wird, absolut witzig gemacht.

Die eigentliche Handlung des Films ist sowieso nur dazu da, diese kurzen Witze und Sketche zusammen zu halten. Die Geschichte, das Springfield die dreckigste Stadt der USA ist und das was dagegen getan werden muss, gab es in der Serie schon unzählige Male. Das mal wieder Homer an allem schuld ist…zu oft passiert (Nebenbei sei bemerkt, dass Homer in den letzten Jahren gleichermaßen dumm wie aggressiv und egoistisch wurde, musste dieser krasse Charakterwandel sein?). Auch sind die Simpsons schon unzählige Male in der regulären Serie in andere Städte gezogen. Bloß ist der Alaskaaufenthalt hier nichts besonderes und irgendwie zu kurz gehalten. Auch finde ich es schade, dass in dem Film praktisch nur die Simpsons vorkommen. Sie sind in Alaska, während Springfield unter einer Käseglocke liegt und die Einwohner das langsam nicht mehr lustig finden. Am Ende vom Film, sieht man wie Springfield zerstört ist, warum hat man da nicht kurz Szenen gezeigt? Es ist ja nicht so, dass die Nebenfiguren alle unwichtig wären. Allein mit Moes Taverne oder Apus Kwick-E-Markt, der im Film so gut wie gar nicht zu sehen ist, hätte man etwas mehr machen können. Aber auch die Simpsons sind in der Laufzeit etwas ungleichmäßig verteilt. Homer hat die meiste Zeit, dahinter kommt Bart und dieser hat immerhin einen Nebenplot mit Ned Flanders, der aber irgendwie auch zu aufgesetzt und unrealistisch ist, wenn man bedenkt, wie wenig sich die beiden in der Serie verstehen. Lisa hat eine schnell zusammengeflickte Liebesgeschichte die so platt und unwichtig erscheint, dass man sie auch gleich hätte rauslassen können. Marge und Maggie kommen sehr kurz. Maggie hat eigentlich nur 2 Szenen im gesamten Film.

Viel Kritik? Im Prinzip könnte man den Film in der Luft zerreißen, da er alles platt tritt und alles zeigt was man schon in der Serie kennt. Homers merkwürdiger Traumtrip den er in Alaska erlebt, ist im Prinzip nur eine Kopie von Homers Chili Trip. Ein Blick ins Homers Gehirn zeigt einen Schellenaffen, früher waren es mal 2 Affen oder ein Esel. Nichts neues hier und das er sich mal wieder ein merkwürdiges Haustier anschafft ist auch nichts neues, wir erinnern uns noch an seine komische Beziehung zu einem Hummer die ungleich witziger war als das Schwein hier. Homer und Marge in der Ehekrise. Haben wir das nicht schon zigmal gesehen? Neu ist nur, das es dieses Mal überraschend ernst durchgezogen wird, mit „Abschieds“video von Marge und das war eine sehr gute Idee und wurde ebenso gut umgesetzt.

Ingesamt muss man aber einfach sagen, dass der Simpsonsfilm unterhält. Er ist nicht zu lang, er ist nicht zu kurz. Er hat seine witzigen Momente. Aber insgesamt wirkt der Film eben mehr oder weniger wie eine Ansammlung alter Ideen, ein Best of Album in Filmform sozusagen,  wobei nicht alle Szenen oder Witze Volltreffer sind und vieles früher besser gemacht wurde.  
Wie immer gilt: Im Originalton ansehen, denn auch wenn der ehemalige Simpsons(katastrophen)übersetzer Ivar Combrinck schon länger unter der Erde liegt, die Qualität der Übersetzungen sind nach wie vor beschissen und gut 50% aller Witze und Anspielungen gehen verloren oder werden zumeist durch Kindergartenhumor ersetzt.

Bewertung
7/10
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Letzte Aktualisierung ( 15.12.2007 )
 
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