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The Wizard PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
05.10.2007

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Serien oder Filme werden und wurden ja gern für Werbung genutzt. Masters of the Universe war ebenso wie Transformers nur dazu gedacht, Werbung für die Actionfiguren zu machen. Ende der 80er kam dann Nintendo auf die gleiche Idee…und übertrieben maßlos.
The Wizard (oder Joy Stick Heroes wie der Film auch genannt wird) ist nichts weiter als 90 Minuten Propaganda für Nintendo und das damals schon mehr als nur veraltete NES. Wenn man bedenkt, dass zu der Zeit schon das Mega Drive erhältlich war, konnte man darüber wohl nur lachen, außer man war ein Nintendo Nerd.

Aber nur Werbung ist ja in einem Film dieser Länge auch nicht gut, es muss flugs eine Handlung gebastelt werden. Hierbei wählte man den einfachsten Weg: Die Kopie - und so vermischte man Rain Man mit The Who’s Tommy und trimmte das Ganze auf Kinderniveau runter.
So erleben wir hier die Geschichte von Jimmy, der ist 9 Jahre alt und Autist und rennt gern einfach so durch die Pampa, nebenbei faselt er was von Kalifornien und bastelt Türme aus allen möglichen Sachen. Natürlich wird dann noch das „tragische“ Bild einer zerrütteten Familie gezeigt. Die Mutter ist irgendwo, der Vater oder Stiefvater kümmert sich nicht wirklich um seine Kinder und die beiden Brüder oder Halbbrüder Jimmys kämpfen lieber gegenseitig um was auch immer. Nun ja, zumindest bis auf Corey, der Jimmy aus einem Heim entführt und mit ihm dann quer durch die USA tingelt. Zwischendurch wird dann festgestellt, dass Jimmy ganz toll in Videospielen ist und so wollen sie nach Kalifornien weil da irgendein blödes Videospieleturnier stattfindet. Und damit auch die weibliche Audienz was hat, gibt’s natürlich noch ein kleines neunmalkluges Mädchen, das sich den beiden anschließt. Warum auch immer. Und da Kinder ja nicht so einfach durch die Gegend laufen können, werden sie noch gejagt, einerseits vom Vater der jetzt plötzlich lieb werden will und andererseits von einer Art Kopfgeldjäger.
Trotzdem schon merkwürdig, dass die 3 quer durch die USA reisen und das zumeist per Anhalter und trotz dreckiger Trucker, einer Bikegang und merkwürdigen Indianern, ist das schlimmste, was ihnen passiert, dass sie beklaut werden…

Wie gesagt ist die Handlung Nebensache, es geht ja nur darum, das NES und seine Spiele zu bewerben, was sogar so weit geht, dass die Spielautomaten, die benutzt werden alle Play-Choice 10 sind, das war Nintendos Versuch NES Spiele in die Spielhalle zu bringen. So dürfen wir hier nicht das echte Double Dragon sehen, sondern eben die beschissenste Konsolenversion, die es davon gibt. Nebenbei gesagt, werden eigentlich nur Schrottspiele präsentiert. Teenage Mutant Ninja Turtles, Rad Racer…das einzig gute ist da wirklich Super Mario Brothers 3.
Wesentlich legendärer ist natürlich der Auftritt von Lucas, der so böse ist und so toll in Videospielen ist, dass er nicht mehr mit einem Gamepad klar kommt, nein er braucht was besseres: Den Power Glove („I love the Power Glove. It’s so bad“ – und damit hatte er Recht, wenn auch anders als im Film eigentlich gemeint). Nintendos Monsterflop und das wohl mieseste Eingabegerät das jemals in den Handel kam. Heute hat Nintendo die Technik abermals ausgegraben und preist sie beim Wii als „Revolution“ an.
Natürlich funktioniert der Power Glove im Film perfekt, auch wenn man, wie bei allen Szenen sieht, dass meist nur die Demo oder ein vorgefertigtes Video läuft.

Natürlich fällt es schwer einen Propagandafilm der auf Kinder ausgerichtet ist, wirklich zu bewerten, aber es ist schon unglaublich, was hier alles zusammen kommt. Eine lächerliche und in den Grundzügen geklaute Story, viele, viele Plotlöcher, schlechte Schauspieler und ein gruseliger Soundtrack bestehen u. a. aus New Kids on the Block und Paul Anka.
Wie gesagt können auch die Schauspieler, trotz bekannter Namen nichts überzeugen. So haben wir hier Beau Bridges in einer Slapstickrolle als leicht trotteligen Vater und ein Brüdergespann bestehend aus Christian Slater, Luke Edwards und Fred Savage, der außer Wonder Years auch nie was zu Stande brachte. Will Seltzer ist auch ein Has-Been (könnt ihr euch vorstellen, dass der den Luke Skywalker spielen wollte?), der einzige Schauspieler der so was wie eine Karriere nach dem Film noch hatte war Sam McMurray der in geschätzten 430 Serien (von Parker Lewis bis King of Queens) mitspielte. Man kann fast dem Glauben verfallen der Film hat einige Karrieren zerstört (Na gut, bis auf Tobey Maguire der hier in einer ultrakurzen Nebenrolle auftritt).

The Wizard mag für Nintendo Fanboys einen feuchten Traum darstellen, alle anderen werden sich aber eher mit Grauen abwenden, egal was für große Videospielefans sie sind.

Bewertung
3/10
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