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Wrestling
 
The Wrestler PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
25.06.2009

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Beim Thema Wrestling schreien viele gern laut auf und es fallen Worte wie Fake. Gerade hierzulande hat das Pro Wrestling einen ganz negativen Ruf und auch in den USA ist die Zeit der großen Zuschauerzahlen vorbei. Umso erstaunlicher also, das sich überhaupt ein Regisseur an einem Film zu diesem Thema wagt. Die bisherigen Versuche wie etwa Body Slam oder Grunt, waren ja eher trashige B-Filme. Darren Aronofsky hat da etwas anderes vor und auch wenn die eigentliche Handlung relativ unspektakulär ist, ist die Umsetzung genial und schafft es gleichzeitig noch einen realistischen Blick hinter die Kulisse der bunten Wrestlingwelt zu werfen.

Robin Ramzinsky tritt unter dem Namen Randy „The Ram“ Robinson auf und war in den 80ern einer der ganz großen Stars im Wrestling. Doch die 80er sind längst vorbei und anstatt den Ruhestand zu genießen, steigt The Ram auch heute noch in den Ring. Statt 10.000 sind es eben nur noch 100 Zuschauer und das Geld das er damit verdient, reicht kaum zum Leben auf. So muss Randy nebenbei noch einer normalen Arbeit nachgehen und lebt trotzdem nur in einem Wohnwagen. Er lebt geistig in den 80ern und sehnt sich wohl zurück in die Zeit als er der große Publikumsliebling war.
Das gleiche Problem hat auch die einzige Frau, die für Ram zumindest ein bisschen was übrig hat: Pam, die ebenfalls unter einem Künstlernamen (Cassidy) als Stripperin arbeitet. Auch ihre Zeiten sind längst vorbei und eigentlich sollte sie sich lieber um ihre Kinder kümmern als vor grunzenden Typen die Hüllen fallen zu lassen. 
Das Verhältnis zwischen beiden ist höchst merkwürdig, so zeigt Pam zwar immer wieder Verständnis und Interesse für The Ram, bezeichnet ihn aber die meiste Zeit nur als Kunden.

Randy steigt weiter in den Ring und erleidet nach einem extrem brutalen Ultraviolent Match einen Herzinfarkt. Die Ärzte raten ihm ab, jemals wieder in den Ring zu steigen. Sein Nebenberuf  wird jetzt sein richtiger Beruf und so verkauft er Fleischwaren an nervige Omis. Zwischendrin versucht er sich immer wieder sich seiner Tochter anzunähern, aber die will nicht viel von ihm wissen.

Am Ende steigt Randy allen Warnungen zum Trotz doch wieder in den Ring um den Fans nach 20 Jahren das Rückmatch gegen The Ayatollah zu geben. Denn das ist was er liebt und das Publikum ist seine Familie...

Umgesetzt wird das ganze mit einem leicht dokumentarischen Touch, denn die wackelige Kamera, die Randy durch sein Leben begleitet, erinnert mich direkt an Dokumentationen wie Beyond the Mat.
Jene müssen die Drehbuchautoren auch gesehen haben, denn viele Szenen erinnern an die dortigen Passagen mit Jake „The Snake Roberts. Wie auch Randy, ist Roberts ein mittlerweile sehr heruntergekommener Wrestler. Vom einstigen Ruhm ist nicht mehr viel übrig und so tritt auch er vor vielleicht noch 100 Zuschauern in kleinen Hallen auf. Ebenfalls hat Jake Roberts eine Tochter, die nicht so wirklich was von ihm wissen will.
Aber auch viele andere Wrestler lassen sich in The Ram wieder erkennen.

Auch sonst gaben sich die Macher große Mühe, den Film so authentisch wie möglich wirken zu lassen. Gedreht wurden die Kampfszenen während richtiger Wrestlingevents von bekannten Independentpromotions wie Ring of Honor oder Combat Zone Wrestling und ebenso erkennt man viele Wrestler wie Necro Butcher, Claudio Castagnoli, Nigel McGuinness oder Jay Lethal. Randys großer Erzfeind, der Ayatollah wird von Ernest Miller dargestellt. Gerade das reale Publikum sorgt für die nötige Authentizität und gepaart mit Mickey Rourkes Verköperung des Wrestlers verschwimmen hier schnell Realität und Fiktion. Vor allem in den traurigeren Momenten, wie der „Convention“ gibt Rourke eine erstklassige Vorstellung ab.
Überzeugend sind ebenso die anderen Darsteller, vor allem Marisa Tomei als Stripperin.

The Wrestler ist ein sehr gelungenes und überzeugendes Drama, das auch bei Nicht-Wrestlingfans Anklang finden sollte. Wrestlingfans werden aber wohl aufgrund der Authentizität und vieler an die Realität angelehnter Szenen noch besser unterhalten werden.

Bewertung
9,5/10
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