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Transformers PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
10.02.2008

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Leider bin ich ja zu jung, als dass ich die Transformers in den 80ern wirklich miterlebt haben könnte. Trotzdem fand ich die Serie und den 1986er Film schon immer recht unterhaltsam und irgendwie ist das ja auch ein witziges Konzept: Roboter die sich in Fahrzeuge oder anderes verwandeln können.
Persönlich frage ich allerdings schon, warum man nun 2007 auf die Idee kam das Ganze wieder ins Kino zu zerren. Die Transformers waren eigentlich tot, zerstört durch eher öde Ableger wie Beast Wars und generell sind Actionfiguren doch mittlerweile eher out.

Produzent ist tatsächlich Steven Spielberg. Hätte er nicht auch den Regisseur machen können? Stattdessen müssen wir uns wieder mal mit Michael Bay rumschlagen. Dass Bay der Regisseur ist, merkt man auch von der ersten Sekunde an. Einerseits daran, dass die erste Stunde praktisch nur aus Militärgedöns besteht, andererseits an diesem typischen Score, den man so auch schon bei The Rock, Bad Boys und Armageddon gehört hat. Es ist tatsächlich das gleiche „Militärgedudel“

Der Film beginnt ganz nett damit, dass ein Transformer eine Armeebasis platt macht. Das ist der erste und letzte Transformer für die folgenden 50 Minuten. In dieser Zeit fällt der Film völlig auseinander. Wir sehen das Militär, das Pentagon und alle rätseln darüber was wohl der Angriff war. Zwischendrin wird versucht so was wie die Hauptpersonen zu etablieren. Da haben wir Sam. Der typische High School Loser, der von einem anderen, der wahrscheinlich der große Star des Football Teams ist, aufgezogen wird. Dieser große Star hat natürlich eine sexy Freundin. Dass sexy Freundin und Loserheld zusammenkommen werden, ist wohl klar. Immerhin haben wir das so in geschätzten 99 Millionen anderen Filmen schon gesehen. Ja, diese 50 Minuten bestehen tatsächlich nur aus Klischees. Selbst der Armeetrupp der plötzlich in der Wüste irgendwo zwischen Arabern kämpft (und da passender Weise von einem Scorpionroboter angegriffen wird – Mal ehrlich, wenn Roboter einen Planeten angreifen, suchen die dann wirklich aus, welcher Roboter in welchen Teil der Erde am besten passen würden?) könnte klischeehafter kaum sein. Der Quotenschwarze, der Quotenlatino, der Quotennerd. Alle sind sie hier versammelt.  Natürlich fragt man sich, was das alles mit den Transformers zu tun hat…

Nach einer Stunde tauchen dann endlich die Transformers auf. Leider wurden sie „modernisiert“. So ist Bumblebee jetzt plötzlich ein 1976er Chevy Camaro, wird später in eine 2007er Version „upgegradet“ (Wenn es wenigstens eine Corvette wäre…). Früher er war ein Käfer und irgendwie wäre es doch charmant retrohaft, wenn man dieses und die anderen klassischen Fahrzeuge beibehalten hätte. Es ist doch scheiß egal ob das für Teenies peinlich wirkt oder ob der ahnungslose Futzi Bay das peinlich findet. Man muss doch nicht alles krampfhaft auf modern trimmen…
Trotzdem muss man sagen, dass hier der Film dann endlich an Fahrt gewinnt. Die Vorstellung der Autobots geschieht mit einem zwinkernden Augen. Wo haben sie die menschliche Sprache gelernt? Im World Wide Web. Der grummelige Waffenspezialist Ironhide stellt sich mit einem „You feelin’ lucky, punk?“ vor und Medizinroboter Ratchet stellt gleich klar, dass Sam wohl bei der Tussi landen will.
Auch spätere Szenen sind sehr lustig, wenn sich z.B. die Autobots vor den Eltern von Sam verstecken müssen.

Natürlich geht es um den Kampf zwischen den Autobots und den Decepticons. Mehr Story wollen wir gar nicht und brauchen wir nicht. Trotzdem haben sich wohl die Drehbuchschreiber daran versucht. Es geht um irgendwas namens Allspark, die Koordinaten dazu wurden auf einer Brille (!) eingraviert, die sich im Besitz unseres „Helden“ befindet und dieser will sie bei Ebay versteigern. Durch die Ebay Auktion sind die Autobots und die Decepticons auch erst drauf aufmerksam geworden.
Ebay ist sehr prominent vertreten, auch sonst wird Product Placement in nervigster Weise ganz groß geschrieben. So etwas muss doch nicht sein…

Genauso dämlich wie die Werbehandlung sind auch praktisch alle Dialoge, die scheinbar von einem 5jährigen verfasst wurden.
Hinzu kommen viele schlechte Schauspieler. Was an Shia LaBeouf so toll sein soll versteh ich nicht. Er wirkt schrecklich deplatziert und absolut überfordert auch nur annähernd glaubwürdig zu wirken. Megan Fox mag nett aussehen (wenn sie auch aus viel Botox und Silikon besteht), aber schauspielern? Nicht wirklich. Überzeugend sind eben die Transformers bzw. eben die Sprecher. Zwar fehlen die ganz großen Namen (beim 1986er Film konnte man z.B. ja noch Orson Welles verpflichten), aber sie machen ihre Sache gut.
Die Effekte sind in Ordnung. Der Soundtrack besteht aus guten Songs von etwa Marvin Gaye oder The Cars und Bullshit wie Linkin Fuck oder Disturbed.

Transformers hätte ein guter Film werden können: Wenn man ihn eine halbe Stunde kürzer (144 Minuten sind deutlich zu lang für solch einen anspruchslosen Film) und mit weniger Militär und Teeniestory gebracht hätte und dafür mehr Transformersaction. Hat man aber nicht und hinzu kommt Bays Inkompetenz als Regisseur. Wackelkamera und schnelle Schnitte nerven auch irgendwann. Daher kann es eigentlich nur heißen: Wenn man die Transformers sehen will, hält man sich an die erste Serie oder den 1986er Film. Die 5 Punkte gibt es nur, weil die Szenen mit den Transformers wirklich gelungen sind.

Bewertung
5/10
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