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Geschrieben von ShadowAngel
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11.07.2008 |
1983 hat Cetin Inac mal wieder zugeschlagen und sich an Hollywood vergriffen. First Blood, also der erste Film rund um Rambo, war sein Ziel. Inac war ja auch für Turkish Star Wars veratnwortlich, Cüneyt Arkin dort der Hauptdarsteller und der darf auch hier den Rambo spielen. Moment mal… Arkin war zu dem Zeitpunkt gute 50 Jahre alt, sah noch ein bisschen älter aus, hatte eine absolut unterdurchschnittliche Figur und spielt hier den großen Kriegsveteran…passt nicht? Stimmt absolut, aber das ist ja nicht das einzige, was hier so gar nicht passt.
Bei der Handlung hat man einiges verändert. Eine böse Gangsterbande terrorisiert irgendwie ein Dorf oder so. In diesem will sich dieser türkische Rambo wohl zur Ruhe setzen (oder so) und gerät natürlich mit der Bande aneinander. Die Gangsterbande hat ganz fiese Tricks. So beschmieren sie sich mit Ketchup und legen sich auf die Straße. Fährt ein Auto vorbei, wird das überfallen. Das sehen wir gleich mal am Anfang, wo eine Familie lustig rumkurvt und auf jene Typen trifft. Diese springen von der staubigen Straße auf, grunzen fies und stürmen auf das Auto. Die Familie flüchtet und die bösen Buben schütteln das Auto durch. Fliehen kann wohl nur die Frau.
Dann taucht Rambo auf, in einem Anzug mit Krawatte. Man hat eher den Eindruck, dass er den bösen Buben ein paar Versicherungen andrehen will. Die sind nicht so freundlich (aber wer kann es ihnen verübeln, müssen sie schließlich auf alten Motorrädern und VW Golfs durch die Gegend fahren, da wäre ich auch angepisst), schnappen und fesseln ihn und bearbeiten ihn mit einem Messer. Rambo kann fliehen und dann kommt es zum Kampf, wie man es aus First Blood kennt.
Der Film ist mal wieder Wahnsinn. Ab der Hälfte schließt sich die Frau Rambo an. Ich hab sie gleich mal Rambine getauft, schnappt sie sich ja sofort Rambos rotes Stirnband. Viel beitragen kann sie aber nicht. Sie badet mal nackt im Tümpel (wo sie immer krampfhaft versucht ist, sich die Arme vor die Brüste zu halten und trotzdem so zu tun als würde sie baden), kreischt viel rum und ist zu blöd einen kleinen Hügel hoch zu kommen. Im Wald gibt es rambotypisch die ganzen fiesen Fallen, wobei man sagen muss, dass der Film tatsächlich ein ganzes Stück blutiger als das Original rüberkommt. Aber dafür wirkt eben alles so richtig mies. Bei den Kämpfen sieht man, dass die Schläge und Tritte völlig vorbei gehen. Luftlöcherschlagen ist in der Türkei wohl ein Nationalsport. Wirklich lachhaft sind alle Szenen mit Arkin wo er mal etwas kämpfen muss. Er ist nicht mehr der jüngste, gut in Form war er noch nie und kämpfen kann er auch nicht. Um das zu kaschieren wurde die Geschwindigkeit des Films mal eben auf 2x gestellt. Ihr kennt das von alten Stummfilmen wie Laurel & Hardy oder Charlie Chaplin.
Eine andere sehenswerte Szene ist ein Typ, der ohne Arme in einem Stuhl hockt. Was er mit der Handlung zu tun hat, weiß ich nicht so wirklich. Jedenfalls ist er per Starterkabel mit einer Batterie verbunden und wenn er sich zurücklehnt, explodiert die Batterie. Das Budget des Films hat wohl nur für eine Autobatterie gelangt, denn am Ende (das ist dann der große Showdown der mit einem Rückblick (wo das Bild plötzlich auf der Seite steht) beschrieben wird) ist es nur noch eine beklebte Holzschachtel. Wahnsinn.
Die Schauspieler sind wie immer gekonnt schlecht. In der Höhle am Ende wird Rambine von einem Stein erwischt. Sie guckt blöd, Rambo guckt blöd, dann kippt sie um, macht komische Geräusche, guckt blöd, dann guckt wieder Rambo blöd und dann entscheidet sie sich ein bisschen zu sterben. Man muss das echt gesehen haben und genauso muss man einfach sehen, wie Cüneyt Arkin es schafft die ganze Zeit mit dem gleichen pseudocoolen Gesichtsausdruck durch den Film zu kommen, ob er jemanden tötet, rettet, ob Rambine stirbt oder sonst was ist…er guckt immer gleich doof aus der Wäsche (welche aus einem größeren Putzlumpen und einer alten Hose besteht).
Die Schnitte sind auch genial. Da wird im Kampf gekämpft, dann ist man plötzlich in einer Steinwüste, dann wird ein Kampf vom Wald auf eine grüne Wiese verlegt. Sehr sehenswert dilettantisch. Was darf nicht fehlen? Natürlich Jerry Goldsmiths First Blood Score, der hier auch wieder extraschrill aus den Lautsprechern kreischt.
Mir hat der Film jedenfalls großen Spaß gemacht, hier läuft so viel falsch und alles ist so lächerlich schlecht, dass man sich sehr gut amüsieren kann.
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