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Turkish Superman PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
19.10.2008

Viel kopiert haben die Türken in den 70ern und 80ern. Star Wars, Star Trek kennt man, aber auch amerikanische Comicfiguren mussten dran glauben. Es gibt tatsächlich (miese) türkische Filme rund um Spider-Man oder Captain America und auch der wohl amerikanischte aller Comichelden musste 1979 dran glauben: Superman. Der Film entstand tatsächlich, nachdem der Regisseur den Superman Film mit Christopher Reeve sah, er war begeistert und wollte kopieren. Das tat er dann auch…und wie…

Es fängt schon mal wieder eindrucksvoll an, da wird der Vorspann der asiatischen Shaw Brothers geklaut, dann sehen wir schwarze Pappe und Christbaumkugeln…ja, so wurde damals in der Türkei ein Weltraum dargestellt und die Macher sind sich nicht zu blöd, mit der Kamera auch noch besonders nah ranzuzoomen. Eine Stimme klärt uns über Krypton auf, dass der Planet (also die Christbaumkugel) explodiert ist, aber einer fliehen konnte. Wie der Planet explodiert, muss man sich vorstellen, gezeigt wird nix. Dann folgt der Titel und die Credits werden auf lächerlich schlecht bemalten Pappstücken in die Kamera gehalten, da hat wohl der örtliche Kindergarten aushelfen müssen. Was fehlt? Na klar, der original Superman Score, der hier mal wieder extra schrill und in billigster Soundqualität vorgetragen wird. Nach all den Türkenfilmen träume ich nachts schon davon, dass meine Lautsprecher zum Leben erwachen und sich dafür rächen, dass ich sie so quäle…

Clark Kent heißt hier Tayfun Demir und hat eine Brille auf, die man gesehen haben muss. Er sieht aus wie der größte Nerd aller Zeiten. Wahnsinn.
Seine nicht so wirklichen Eltern klären ihn sofort am Anfang darüber auf, dass er ja eigentlich von einem anderen Planeten kommt. Das Ganze in wunderbarer Heimvideooptik mit Menschen, welche die Bezeichnung Schauspieler zu keiner Sekunde auch nur annähernd verdient haben. Im Eiltempo wird das alles abgehandelt, unser türkischer Superman packt seinen Koffer, kriegt von Mutti noch einen Dönervorrat und zieht in die Welt hinaus. (Bis hierher sind noch keine 10 Minuten vergangen, aber man kann schon mehr drüber schreiben als über manchen richtigen Film – Wahnsinn).

Die weitere Handlung kennt man ja. Lois Lane heißt hier Alev und der böse Oberwicht Lex Luthor wurde zu Erkan. Zu wirklich viel Action kommt es allerdings nicht, denn, so wird sich erzählt, der Hauptdarsteller des „Superman“ hatte Angst vor Verletzungen und wollte deshalb nichts machen. Stuntmänner gab es damals noch nicht in der Türkei und wenn man sieht wie er hier „zuschlägt“, kann man sicher gehen, dass er noch nie in einer Schlägerei war und nie in seinem Leben einen Film mit Action sah. Man kann sagen, er schlägt peinlicher zu als ein kleines Mädchen.
Zwischen der minimalen und lächerlichen Action gibt es Flugszenen, die werden natürlich mit einer Art Blue-Screen gemacht. Sie sehen peinlich aus und erwecken den Eindruck, hier waren absolute Amateure am Werk. Nicht das man das schon durch die schlechte Kameraarbeit, die fehlenden Schauspieler oder generell die peinlichen „Special Effects“ merken würde.
Eine der schärfsten Szenen ist jene, als Superman von 4 Typen umzingelt ist, die ihn sogleich knuddeln und drücken und dann tanzen alle im Kreis. Das soll wohl einen Kampf darstellen…

Nach nicht einmal 70 Minuten ist der ganze Spaß vorbei. Auch Turkish Superman ist mal wieder ein unglaubliches Trashwerk, das in allen Bereichen absoluten Dilettantismus bietet. Dabei ist der Film aber nicht so genial wie Turkish Star Wars.

Bewertung
7/10
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