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Neben Barbaren- und Fantasyaction war in den 80ern vor allem die Endzeit angesagt. Mad Max startete den Hype und wer zog nach? Na klar, die Italiener. Sie sind ja immer die ersten gewesen, die auf einen filmischen Trend aufsprangen.
Warrior of the lost world, will ein Endzeitfilm sein und versagt dabei ganz massiv. Es wirkt mehr wie „Knight Rider trifft die Nazigang“. Michael Knight wird vertreten von McWayne und da KITT wohl auch was Besseres zu tun hatte, tritt sein merkwürdiger Bruder ins Rampenlicht: Ein Motorrad. Das kann auch ganz toll fliegen, hat Waffen und gibt Kommentare von sich. McWayne kämpft gegen den fiesen Prossor, der mit seiner Gang namens Omega die Welt (oder eben das kleine Waldgebiet das man im Film sieht) terrorisiert. Sie sehen nicht nur aus wie Nazis, nein sie tragen sogar SS Uniformen, die man wahrscheinlich aus irgendeinem obskuren Kriegsandenkenladen geklaut hat. Sie haben auch Waffen, auch das ist sehr lustig gemacht. Es sind stinknormale Waffen, von der Uzi zur MP5. Man sieht allerdings dass es Plastikspielzeug ist und sei es nur daran, dass die Läufe vorne verschlossen sind. Trotzdem rauchen sie lustig und geben Geräusche ab, die auch von einem C64 Spaceshooter stammen können.
Leider überzeugt der Film nur die ersten 20 Minuten lang. Es wird über Straßen an grünen Bäumen entlang gefahren. Nichts, sieht hier so wirklich nach Endzeitwelt aus oder das die Katastrophe, die uns ein Scrolltext am Anfang verspricht, wirklich stattgefunden hätte. Ja, dass einzig Echtzeitige sind mal wieder nur die knappen Lederoutfits der Frauen. Leider zerfällt der Film recht schnell in ein langatmiges Werk, wenn sich 70 Minuten so lang ziehen wie 2 Stunden und wenn selbst Once upon a Time in America schneller zu vergehen scheint, dann stimmt hier was nicht. Der Film ist einfach öde, es passiert sehr wenig und über die C64 Soundeffekte kann man sich eben nur am Anfang amüsieren, dann nerven sie schon.
Sehr merkwürdig ist auch die englische Synchro. Ich hab leider keine Möglichkeit, mir mal die deutsche Tonspur anzuhören, kann aber annehmen dass sie „besser“ ist. Die englische klingt grad so, als wären sie von Putzmann und Putzfrau aufgenommen. Sätze werden ohne jegliche Betonung aufgesagt, selbst in größter Not (Wie in der Höhle, wenn die Zombies oder was auch immer das sein sollen, angreifen) bleibt man ganz locker-gelangweilt. Dazu sind die Stimmen so leise, das sie in den lauten Soundeffekten gerne mal untergehen.
Die Schauspieler sind nicht sonderlich gut. Robert Ginty, der McWayne spielt, ist durch einige Serien wie Nash Bridges oder Charmed bekannt und Donald Pleasance mimt hier den Bösewicht Prossor. Er gibt sich redlich Mühe, kann aber nichts mehr retten und ist generell arg unterfordert. Mich wundert es ja generell, wie es Pleasance, der alles andere als ein schlechter Schauspieler ist, nach Italien und dort in B- und C-Filme trieb…
So ist Warrior of the Lost World kein Film den man unbedingt sehen muss. Mag man Trashfilme, kann man mal reinschauen, ansonsten kann man ihn aber auch getrost auslassen.
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