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We were Soldiers PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
22.02.2008

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Kriegsfilme über Vietnam… im Prinzip ist es erstaunlich, wie sehr die USA an dieser, ihrer größten Kriegsniederlage überhaupt, fest hängt. Unzählige Filme gibt es darüber, wohl wesentlich mehr als amerikanische Filme über den zweiten Weltkrieg.
Aber die wenigsten sind wirklich gut, abseits von Filmen wie Platoon oder Apocalypse Now gibt es auch mehr als genug Schrott.

2002 schickte sich Randall Wallace an das Buch We were Soldiers once…and young zu verfilmen. Wallace war bis dahin eher als Drehbuchautor bekannt und das mit schwankender Qualität, wenn man bedenkt, dass sowohl das gute Braveheart als auch die absolute Peinlichkeit Pearl Harbour von ihm stammen. In die Hauptrollen steckte man Mel Gibson als Colonel Hal Moore (Der Autor des Buches) und Gary Pepper als Kriegsberichterstatter Joe Galloway, auch dieser hat an der Buchvorlage mitgearbeitet.
Der Film handelt von der Schlacht im La-Drang-Tal 1965, das erste größere Engagement der USA in Vietnam zu einer Zeit als die meisten US Bürger wohl noch gar nichts vom Vietnamkrieg wussten.

In den USA sorgte der Film damals bei seinem Erscheinen für eine zweigeteilte Meinung. Viele, darunter auch Kritikerlegende Roger Ebert, fanden den Film toll, die San Francisco Chronicle urteilte gar mit „Der beste Kriegsfilm der letzten 20 Jahre“, die Washington Post dagegen erklärte We were Soldiers zum schlechtesten Kriegsfilm aller Zeit, was ganz klar übertrieben ist. Müll wie Pearl Harbour oder Platoon Leader kann man gar nicht unterbieten.
Persönlich finde ich die Einschätzung dieses Films aber auch sehr schwer. Auf der einen Seite hat er seine starken Momente, zeigt den Krieg in seiner Grausamkeit und schafft es sogar den Gegner, die Vietcongs zu zeigen, z.B. in einem Bunker, wo der General gerade plant und wie er, ähnlich wie sein amerikanisches Gegenstück, auf aktuelle Situationen eingeht. Das verschafft dem Film zumindest etwas mehr Tiefe und mindert den Propagandaeindruck.
Filmisch ist der Film auch gelungen, tolle Schnitte und Kameraeinstellungen und das gezielte Spiel mit Zeitlupen oder dem wegschalten/dämpfen des Tons um den Bildern allein mehr Kraft zu verleihen.

Trotzdem gibt es einige Szenen, wo man am liebsten kotzen möchte. Von den theatralischen Ansprachen der Soldaten die grad am sterben sind bis hin zur wohl peinlichsten Szene, als die Frauen der Soldaten sich versammeln und eine fragt was das Schild „No colors, whites only“ an der Wäscherei bedeutet. Klar, Rassismus war in den USA 1965 schon seit Jahrhunderten ausgerottet.
Auch ist es schade, dass man nicht noch mehr auf die Gegenseite eingeht. Schön ist z.B., dass man auch die anderen Folgen des Kriegs zeigt. Der Soldat stirbt – und seine Frau zu Hause? In den meisten Filmen dieser Art wurde das nie zum Thema gemacht. Hier schon, aber eben nur auf amerikanischer Seite. Warum nicht auch bei den Vietnamesen?

Die Kampfszenen schwanken auch zwischen wahnsinnig beeindruckend und irgendwie unglaubwürdig. Viele Kampfszenen sind toll in Szene gesetzt, viele zeigen auch, dass die Amerikaner eben genug Fehler gemacht haben und das Napalm schon mal auf die eigenen Leute warfen, etwas, das in vielen anderen Filmen dieser Art fehlt: Die menschlichen Fehler.
Dann aber sieht es auch wieder absolut peinlich aus, wenn die Soldaten am Boden liegen, weil sie unter Dauerbeschuss sind und der General oder was auch immer, steht heroisch über ihnen und hält seine Ansprache, als wüsste er, dass ihm eh nichts passiert. Ich denke so etwas passiert in der Realität nicht. Genauso wenig wie die Nähe der Truppen. Freund und Feind stehen sich teilweise 1 Meter entfernt gegenüber, so dass sie sich fast mit ihren Gewehren pieksen könnten. Oh und zu keiner Sekunde klemmt auch nur einmal eine Waffe der Soldaten, obwohl die M4 damals berühmt dafür war, weil es eben Plastikschrott ist.

Trotzdem ist We were Soldiers kein so schlechter Film. Er hat definitiv seine Stärken und kann fast die gesamte Laufzeit über unterhalten. Zu großen Genreklassikern wie Das Boot oder Apocalypse Now fehlt dann aber doch so einiges.

Bewertung
6,5/10
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