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Wing Commander PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
24.06.2010

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Ahahahaha….was für ein Film.
Natürlich war und ist man vorgewarnt: Verfilmungen von  Videospielen sind immer scheiße. Gerade aber bei Wing Commander hat man ja doch etwas anderes erhofft oder sogar erwartet. Chris Roberts erfand die Wing Commander Spiele und nebenher auch noch einige andere Titel wie Strike Commander oder Freelancer. Was sie alle gemeinsam haben, ist eine immer gute und unterhaltsame Handlung, die den Spieler packt. Wing Commander 3 war seinerzeit einer der ersten interaktiven Filme, komplett mit Hollywoodschauspielern. Wing Commander 4 bot das gleiche und war schon fast wie ein Film, da hier sogar reale Kulissen zum Einsatz kamen. Chris Roberts hat also Filmerfahrung und da die Handlungen von Wing Commander generell gut waren, sollte es ja nicht so schwer sein, einen Film draus zu basteln. Im Prinzip hätte man auch die Filmszenen von Wing Commander 3 oder 4 nehmen können, ein bisschen neues Material dazu drehen können und das ganze dann als Film veröffentlichen.

Stattdessen kam etwas anderes 1999 in die Kinos. Wing Commander war als Spielereihe zu der Zeit schon etwas tot. Privateer 2 und Prophecy enttäuschten doch ein wenig, aber die Ankündigung, das Chris Roberts selbst bei dem Film Regie führen und am Drehbuch arbeiten würde, machte Hoffnung. Eine Hoffnung die schneller ein Ende fand als Menschen unter Kilrathis.
Jene spielen auch hier die Hautprolle und die Menschen sind im großen Kampf gegen die bösen Katzenviecher und das ist im Prinzip die ganze Handlung: Die Terran Confederation im Kampf gegen die Kilrathis. Christopher Blair und Angel, Maniac, Paladin und all die anderen sind auf der Tiger Claw und kämpfen. Wobei es noch einen kleinen Plot rund um einen Navigationscomputer, den die Kilrathi erbeuten und ihnen den Weg zur Erde zeigt (Das erinnert an Star Trek und die Borg). Hierbei ist es sehr witzig wie die Menschen noch alles versuchen, das NavCom zu zerstören. Der Selbstzerstörungsmechanismus funktioniert nicht (Das kennen wir noch von Spaceballs) und der verzweifelte Versuch des Commanders mit einer Waffe auf das Kugelsichere Glas (sollte er das nicht wissen?), das den NavCom umgibt, zu schießen, misslingt ebenso. Die Handlung ist dämlich, belassen wir es dabei.

Im Prinzip schockiert ja schon die Darstellerliste. Gut, Jürgen Prochnow hat bei Privateer 2 mitgespielt, aber das war es auch schon. Sehen wir uns die Besetzungsliste von Wing Commander 4 an: Christopher Blair wurde von Mark Hamill gespielt,  Maniac von Thomas F. Wilson (Wir alle kennen und lieben ihn als Biff aus Back to the Future), Paladin von John Rhys-Davies (Kennt man als Salah von Indiana Jones) und Admiral Tolwyn vonMalcolm McDowell. Alles bekannte Schauspieler.
Was haben wir im Film? Quasi die Riege der bedeutungslosen B-Schauspieler: Christopher Blair wird von Freddie Prinze Jr. „gespielt“, Maniac von Matthew Lillard und das ist eine Fehlbesetzung die schlechter gar nicht mehr geht, Paladin von Tchéky Karyo (der mit seinem Dialekt bald nervt und seit wann ist Paladin Türke?) und Tolwyn immerhin von David Warner. Wenn die 2 wichtigsten Hauptrollen von untalentierten Flaschen verkörpert werden, die zudem viel zu jung für die Rollen sind, lächerlich durch die Gegend hampeln und dumm aus der Wäsche glotzen, weiß man, was für eine Katastrophe der Film wird. Wenn man nun bedenkt, das Wing Commander 4 trotz bekannter Darsteller und Kulissen 12 Millionen Dollar kostete, während der Film ein Budget von 30 Millionen hatte, fragt man sich einfach, warum kein Geld für die richtigen Darsteller vorhanden war.

Und irgendwie hat man sich wohl gedacht „Hey, wir haben Jürgen Prochnow, machen wir mal ein bisschen auf Das Boot“, denn anders lässt es sich nicht erklären, das es eine Szene gibt, wo in einem Raumschiff, das im Weltall umherfliegt, plötzlich zu absoluter Ruhe aufgerufen wird(!), weil ein feindlicher Zerstörer über dem Raumschiff ist, das Bomben abwirft. Vom Film Alien wissen wir „Im Weltall hört dich niemand schreien“ aber scheinbar ist das Weltall bei Wing Commander nur ein großer Tümpel. Das würde auch erklären warum die Raumschiffe nach dem Start erstmal von der Startrampe nach unten klatschen, als gäbe es Gravitation.
Sehr witzig sind auch die Fluggeräusche der Raumschiffe, die mich an Sturzkampfbomber aus dem zweiten Weltkrieg erinnern. Im Weltall gibt es keinen Schall, nichts macht Krach und ich weiß, das in Sci-Fi Filmen alles Krach macht und alles unlogisch ist, insofern könnte man darüber hinwegsehen. Tu ich aber nicht, nicht bei dieser Katastrophe von einem Film.

Das Budget habe ich schon angesprochen und ich frage mich, wo das hingeflossen ist. Die Darsteller haben wohl nicht viel gekostet. Die meisten Kulissen wirken wie aus einem 80er Jahre Sci-Fi Film, während die Helme der menschlichen Piloten zuvor wohl bei einem Flugfilm aus dem ersten Weltkrieg zum Einsatz kamen. Die Kilrathis haben auch neue Kostüme und sehen nun aus wie Ratten und in ihren Rüstungen erinnern sie mich an Sparkster aus dem Rocket Knights Adventure Spiel. Wo waren die Kilrathikostüme die man bei den Spielen verwandte?

Leider reicht der Film auch nicht als Trashwerk, denn lachen kann man über die Darsteller nicht mehr, die miesen Kilrathikostüme sind auch eher traurig und wenn man die Spiele kennt und mag, wird man eher weinen, wenn man sieht was hier aus diesem legendären Kultreihe gemacht wurde. Man hat fast den Eindruck, als wollte Chris Roberts Wing Commander als Franchise komplett zerstören und Erfolg hatte er, denn seitdem ist (abgesehen von dem lächerlichen Arena) nichts mehr um Wing Commander erschienen.
Sci-Fi Fans, die Wing Commander nicht kennen, werden aber auch wenig Freude an diesem miesen Machwerk haben. Es ist einfach schlecht.

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