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Zatoichi ist eine der großen Kultfiguren in Japan. Seit den 1960ern Jahren wurden zahllose Filme um die Figur des blinden Masseurs der ein meisterhafter Schwertkämpfer ist, produziert. Nach dem 1989 der letzte Film entstand, wurde es zwischenzeitlich eher ruhig um die Figur. Zu dieser Zeit gab es einen Hollywoodfilm der die Geschichte aufnahm und sie nach Vietnam verlegte (Blind Fury) und hier geht es um den Film der 2003 erschien. Takeshi Kitano spielt die Hauptrolle und führt Regie. Dieser brachte bereits in einem seiner vorherigen Filme (Kikujiro) eine Parodie auf Zatoichi. Weniger Parodie als viel mehr eine Hommage ist nun dieser Film. Die Geschichte die erzählt wird, ist eigentlich eine altbekannte: Zatoichi zieht durch die Lande, nicht wirklich auf der Suche nach irgendetwas außer dem nächsten Würfelspiel in welchem er dank seinem guten Gehör immer gewinnt. Das Bergdorf indem er nun gelandet wird, wird von einem böse Clan, den Ginzo, terrorisiert. Sie beuten die Menschen aus und unterdrücken alle. Es liegt natürlich an Zatoichi für Recht und Ordnung zu sorgen. Mag die Grundhandlung nun alles andere als ausgefallen sein, wird sie durch einige interessante Nebengeschichten ausgebaut. So gibt es die zwei Geschwister Okinu und Seitaro die als Geishas verkleidet ebenfalls im Bergdorf sind um sich an den Mördern ihrer Eltern zu rächen. Der böse Ginzo-Clan engagiert derweil den Samurai Hattori der wie Zatoichi ein fabelhafter Schwertkämpfer ist, den Job aber nur annimmt um Geld für seine kranke Frau zu sammeln. Inszeniert ist der Film mal wieder auf die typisch einzigartige Art und Weise von Takeshi Kitano. Er versteht es immer wieder, den Zuschauer zu überraschen. So ist der Film eine gelungene Mischung aus Comedy mit ein bisschen Drama und blutigen Schwertkämpfen die gut inszeniert sind, aber immer wieder lustige Szenen bieten die schon fast unfreiwillig wirken. So zieht am Anfang ein Kämpfer sein Schwert und verletzt den neben ihm stehenden Kollegen, der sich daraufhin beklagt. Auch wenn in den Kämpfen viel Blut spritzt, wurde das alles fast schon cartoonartig überzogen. Da Zatoichi blind ist, ist das Gehör für ihn natürlich am wichtigsten. In den Schwertkämpfen und beim Würfelspiel wird dies deutlich gemacht, aber auch bei der Inszenierung des Films wurde auf den Ton den meisten Wert gelegt. Kleine Nebengeräusche, die in anderen Filmen meist untergehen, werden hier lauter gemacht, so dass sie im Vordergrund stehen, wie etwa beim Kampf zwischen Zatoichi und Hattori am Strand wo ein großes Feuer prasselt. Eine sehr interessante Idee ist auch das einbauen der Nebengeräusche in den Soundtrack. Die Arbeiter die mit ihren Harken ein Feld bearbeiten sorgen ebenso für Musik wie die Bauarbeiter mit ihren Hämmern und Sägen. Takeshi Kitano spielt einen neuen, modernen Zatoichi, der sich vom Original in einigen Belangen unterscheidet, nicht nur bei den nun blonden Haaren. Er spielt sehr gekonnt, obwohl er ständig die Augen geschlossen hielt, auch bei den choreographierten Kämpfen, die trotz ihrer (realistischen) Kürze einfach gut aussehen. Die restliche Besetzung steht dabei schon deutlich im Schatten, besteht zum Großteil aber auch aus eher unbekannteren Darstellern. Sie machen ihre Sache gut und wirken vor allem bei den immer wieder auftauchenden Slapstickeinlagen gut. Zatoichi ist mit Sicherheit kein Film für Leute die nun hollywoodartiges Trashkino a la Last Samurai erwarten. Man muss den Stil Kitanos mögen, japanische Filme mögen und sich nicht von auf den Blick völlig absurden Dingen wie dem doch sehr überraschenden Ende abschrecken lassen. Zatoichi ist nämlich ein wunderbarer Film der zwar nicht das Maximum rausholt, da etwa die Nebenfigur Hattoru etwas vernachlässigt wird, aber trotz allem sehr gut unterhält.
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