Home arrow Hardware arrow Nintendo Entertainment System 11 Februar 2012  
Kingdom of Desire
HomeForumImpressum
Spiele
Bücher
Filme
Hardware
Musik
Konzerte
Artikel
Wrestling
 
Nintendo Entertainment System PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
17.06.2006

Nintendo veröffentlichte bereits 1978 eine Konsole namens Color TV Games, welche dem damaligen Trend entsprechend ein Gerät mit einem fest eingebauten Spiel war: Pong. Da Nintendo dafür keine Lizenz hatte, nannten sie es schlicht Light Tennis. 5 Jahre später wollte Nintendo nach dem Erfolg der Game & Watch Handheldreihe eine neue Konsole veröffentlichen, dieses Mal aber mit austauschbaren Modulen.

Das Famicom, was die Abkürzung für Family Computer ist, erschien am 15. Juli 1983 in Japan und entwickelte sich recht schnell zu einem Flop. Kritisiert wurde das System vor allem für seine Designfehler, die Hardwarefehler und die Tatsache, das man darauf nur sehr umständlich programmieren konnte. Nintendo zog die Konsole zurück, entwickelte ein neues Mainboard und veröffentlichte das Famicom später noch mal neu. Unterlegt von einer riesigen Werbekampagne wurde die Konsole nun zu einem großen Erfolg.

Dies sorgte dafür, das Nintendo auch den amerikanischen Markt stürmen wollte. Da man in Sachen USA noch recht unerfahren war und dort auch keine Niederlassung hatte, begann man Verhandlungen mit Atari. Man wollte das Famicom unter dem Namen Atari Nintendo Enhanced Video System veröffentlichen, aber schlussendlich kam man zu keiner Einigung. Atari entschied sich lieber ein eigenes System, das Atari 7800, zu veröffentlichen. Dadurch dauerte es noch bis zum Jahr 1985, als sich Nintendo endlich dazu entschloss, ihr System unter neuem Namen und mit einem neuen Design in den USA zu veröffentlichen. Man nannte es nun Nintendo Entertainment System und ähnlich wie in Japan konnte man in den USA sehr große Erfolge feiern. Auch das Game Pad war etwas völlig neues, wo die meisten Konsolen zur damaligen Zeit eher auf große Joysticks setzten, veröffentlichte Nintendo ein recht kleines Pad mit einem Steuerkreuz, das man auch schon bei der Game & Watch Reihe verwendete. In Japan machte man dann den gleichen Designfehler wie Sega wenig später beim Master System: Man führte das Kabel an der Seite raus und nicht oben. Bei den Versionen außerhalb Japans änderte man dies.

ImageImage 

In Europa und Australien wurde die Konsole einige Zeit später veröffentlicht, wobei Nintendo den Vertrieb an verschiedene Firmen, unter anderem Mattel, vergab. In Europa tat sich die Konsole am schwersten und konnte in nur wenigen Ländern die Marktführerposition erringen, hier dominierte eindeutig die Konkurrenz von Sega.

Die absolute Dominanz in Japan und den USA, wo man nach dem Videospielecrash auch praktisch allein auf dem Markt war, führte auch dazu, dass Nintendo immer mehr Entwickler exklusiv für sich gewinnen konnte. Atari und Sega hatten so kaum noch eine Chance, da die größten Hits der Entwickler wie Konami und Capcom nur noch auf dem NES zu finden waren. Dies hatte sogar Auswirkungen auf den Heimcomputermarkt, wo die Spiele meist von europäischen Entwicklungsstudios nachprogrammiert wurden und teilweise, wie im Fall von Contra, das auf dem C64 den wunderlichen Namen Gryzor bekam, umbenannt wurden.

Erstaunlich ist der große Erfolg der Konsole aber vor allem, wenn man bedenkt wie fehlerhaft das System war. Nintendo hatte zwar ein neues Mainboard entwickelt, aber man machte außerhalb Japans wieder einige Designfehler. Das Famicom war ein klassischer Toploader wie alle Konsolen. Das NES war ein Frontloader, da man im Design wohl mehr einem Videorekorder gleichen wollte. Das Problem hierbei war der Einlademechanismus, man schiebt die Cartridge in den Slot und drückt sie dann leicht nach unten. Der Cartridge Socket nutzt sich dadurch sehr schnell ab und so war die Lebensspanne des Systems recht kurz.

Ein anderes ganz berühmtes Problem war das 10NES. Ein Lockout Chip der sich auf jeder Cartridge befand. Damit wollte Nintendo dafür sorgen, dass nur lizenzierte Hersteller Spiele auf dem NES veröffentlichen dürfen. Gerade in Asien sind Raubkopien ja furchtbar beliebt, das wollte man damit umgehen. Das Problem hierbei war, dass durch die schnelle Abnutzung des Cartridge Socket, der Lockout Chip auch bei originalen Spielen ansprang und das führte zur berühmten blinkenden Power LED. Aufgrund all dieser Umstände brachte Nintendo nicht nur insgesamt zwei so genannte Cleaning Kits auf den Markt, sondern eröffnete auch zahlreiche Repair Shops vor allem in den USA.

Gegen Ende der 80er wollte NES diese Probleme dann ein für allemal beseitigen und veröffentlichte das NES 2 in den USA. Dies war ein ganz konventioneller Toploader und die Konsole war richtig gut verarbeitet. Aber Nintendo wäre nicht Nintendo, wenn man nicht auch dieses Mal Mist gebaut hätte. Durch einen technischen Fehler wird bei dieser Konsole eine Bildzeile in der Mitte des Schirms immer in weiß ausgegeben. Da zu dieser Zeit die 16-Bit Era schon startete, kümmerte man sich aber nicht mehr um dieses Problem.

Image 

Unter den besonders interessanten Peripherigeräten, muss man natürlich den Zapper, eine Lichtpistole, nennen und natürlich den Powerglove, berühmt berüchtigt dafür das er schlicht nicht so funktionierte wie er sollte. Das war zur damaligen Zeit zwar unglaublich innovativ, das man Spiele durch eine Handbewegung steuern konnte, aber ähnlich wie Ataris Mindvision (Ein Gerät, das dafür sorgen soll, das man Spiele durch Gedankenkraft steuern kann) war das völlig unausgereift und funktionierte nicht so wie es sollte. Für Nintendo war das Gerät aber ein großes Kaufargument, so das man exzessiv viel Marketing betrieb. Ende der 80er wurde der Film "The Wizard" (dt. Joy stick Heroes) produziert, welcher eigentlich nichts weiter als ein 90minütiger Werbespot vor allem für den Powerglove und das kurze Zeit später erschienene Super Mario World 3 war. 

Image Image

Mit dem Erscheinen des Mega Drive, begann Nintendo dann die Entwicklung einer neuen Konsole. Das NES verschwand immer mehr vom Markt, bis man den offiziellen Vertrieb im Jahre 1995 einstellte. Allerdings hat Nintendo trotzdem in Asien die Konsole noch bis ins Jahr 2003 versorgt Mit ungefähr 60 Millionen Konsolen steht das NES aktuell auf Platz 3 der meistverkauften Konsolen aller Zeiten.

Technische Details:

CPU:

  • Ricoh 8-Bit Prozessor basierend auf dem MOS-Technology 6502 mit 1,79 (NTSC) bzw. 1,66 (PAL) MHz

Grafik:

  • PPU Ricoh Chip
  • Maximale Auflösung: 256x224 (NTSC), 256x220 (PAL)
  • 25 Farben aus einer Palette von 53 gleichzeitig
  • 64 Sprites gleichzeitig

Ram: • 2KB

Video Ram: • 2KB

Zu den Spielereviews

Letzte Aktualisierung ( 21.12.2008 )
 
< Zurück   Weiter >
Top of Page