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Um jetzt erst mal für etwas Verwirrung zu sorgen: In Japan heißt die Konsole PC Engine, in Nordamerika TurboGrafx-16 und in Europa schlicht Turbografx.  
Entwickelt wurde die Konsole von Hudson Soft, die man hauptsächlich durch Spiele wie Lode Runner oder die Bomberman - Reihe kennt. Sie hatten ein Chipwerk und brauchten dann nur noch einen finanzkräftigen Partner, um die Konsole veröffentlichen zu können. Gefunden hat man diesen bei NEC, die zur damaligen Zeit in den Videospielemarkt vordringen wollten.
Veröffentlicht wurde die Konsole in Japan am 30. Oktober 1987 und erst wesentlich später, am 29. August 1989 in Nordamerika. Zuerst kam sie dort bei Testmärkten in den Handel, genauer gesagt Los Angeles und New York. Damit machte man es Sega gleich, die ihre neue Konsole Genesis (Mega Drive) auch in diesen beiden Städten zuerst veröffentlichten.
Nicht nur beim Namen, sondern auch beim Marketing legte man Wert auf große Verwirrung. Als Hauptziel hatte man zwar Nintendos NES, das man durch die weit überlegene Technik locker schlagen konnte, gegen Sega sah die Sache aber anders aus. So behauptete Hudson einfach, das TurboGrafx-16 wäre die erste 16-Bit Konsole. Tatsächlich war sie aber ein 8-Bit Gerät und lediglich der Grafikchip arbeitete auf 16-Bit Basis und konnte deshalb mit einer recht guten Grafik überzeugen. Als Datenträger verwendete man die so genannten Hudson Cards, etwa scheckkartengroße Datenträger. Kurze Zeit später veröffentlichte man dann bereits ein optionales CD-Rom Laufwerk und damit war dies die erste Konsole die CDs als Datenträger verwendet hat.
In Japan war die Konsole sofort erfolgreich und konnte sich recht locker gegen das NES durchsetzen, was eben in erster Linie an der überragenden Technik lag, aber auch daran, dass es für dieses Konsole sehr viele Erotikspiele gab. Nintendo wollte so etwas auf ihren Systemen ja nicht haben. Selbst gegen das Mega Drive hatte man Chancen. Dagegen sah es in Nordamerika - und noch sehr viel stärker in Europa - anders aus. Dort war das Turbo-Grafx 16 eher unbekannt und was für Spielefans, die eben was anderes als die beiden großen Mainstreamkonsolen haben wollten.
Das wohl größte Problem der Konsole und ein absoluter Designfehler beim Original war der Controllerport. Es gab nur einen, während die meisten Konsolen eben 2 oder gar mehr boten. Hudson erkannte das Probleme und veröffentlichte einen Adapter um mehrere Gamepads anzuschließen, aber der kostete eben Geld und eigentlich sollten 2 Ports Standard sein. Ein weiterer Grund für den Misserfolg dürfte die völlige Konfusion bei den verschiedenen Modellen sein: 8 offizielle, jede Menge unoffizielle und sehr viele Zusatzgeräte wurden veröffentlicht. Da kannte sich bald niemand mehr aus.
In Nordamerika hatte man noch Probleme durch die fehlende Unterstützung der Dritthersteller. Die produzierten lieber für das etablierte NES und setzten lieber auf das neue Mega Drive. Sega war eben ein etablierter Name, wogegen Hudson und NEC neu waren und man so kein Risiko eingehen wollte. Obwohl man zumindest anfangs noch recht gut mithalten konnte, fiel die Konsole 1991 auf den vierten Platz hinter das Mega Drive, SNES und NES und dieser 4. Platz war noch weit abgeschlagen.
1991 veröffentlichte man das PCEngine Duo/TurboDuo, eine Kombination aus der Konsole und einem überarbeiteten CD-Rom Laufwerk genannt Super CD-Rom. Der US-Verkaufspreis von 299.99$ wurde aber selbst vom Entwickler TTI als zu hoch angesehen. Gegen den Konkurrenten Sega CD hatte man so wohl keine Chance. Also steckte man einfach noch einige Spiele in die Schachtel. Mit Y’s Book 1 und 2, Gate of Thunder, Bonks Adventure, Bonks Revenge und einem verstecken Bomberman Spiel bekam man einige sehr gute Spiele. Zusätzlich gab es auch noch ein zufällig ausgewähltes TurboChip Spiel und einen Rabattcoupon. Auch wenn die Verkaufszahlen im Weihnachtsgeschäft recht ordentlich liefen, hatte man gegen Sega und Nintendo aber weiterhin keine große Chance. Trotzdem brachte man 1993 und 1994 das Turbo Duo noch mal in 2 weiteren Varianten auf den Markt. Das Turbo Duo R sah vom Design her etwas anders aus und sparte den Kopfhöreranschluß. Das Turbo Duo RX war dann lediglich ein umgefärbtes R dem ein Sechs Knopf Gamepad beilag.
Zu jener Zeit versuchte man auch noch den letzten großen Marketingangriff auf Sega. Während Air Zonk das offizielle Maskottchen der Konsole war, erschuf man mit Johnny Turbo einen Charakter, der das Turbo Duo bewerben sollte. Er tauchte lediglich in 3 Werbeanzeigen, die wie Comics aufgemacht wurden in diversen amerikanischen Videospielemagazinen auf. Johnny Turbo war eine Art Soldat, der mit seinem Partner Tony gegen feindliche Androiden kämpft, die von einem bösen Unternehmen namens Feka (Damit war Sega gemeint) kamen. Die Botschaft der Werbung sollte lauten, das Sega ihre Kunden verarscht, weil sie z.B. behaupten ihr Laufwerk würde auch ohne das Mega Drive funktionieren, was Sega selbst allerdings nie behauptet hat. Heutzutage ist diese Werbung zumindest ein kleines Kultpotential und einige der miesen Sprüche wie „They are not even human“ haben fast den gleichen Status wie „All your base….“ erreicht.
In Japan hatte die PC Engine schon 1994 ihr Ende, als NEC den Nachfolger, das PC-FX vorstellte. In den USA und Europa erschienen noch bis etwa Ende 1995 Spiele, dann geriet die Konsole auch dort langsam in Vergessenheit. Aktuell erfährt die PC Engine durch Nintendos Wii ein kleines Comeback. Auf dieser Konsole wird man sich zukünftig einige Spiele gegen Geld runterladen und spielen dürfen.
Variationen:
- PC Engine (1987) - PC Engine Shuttle (1989) (Konsole in UFO Form mit Expansion Port und AV Ausgang) - SuperGrafx (1989) (Eine technisch etwas überarbeitete Version, lediglich 5 „Enhanced“ Spiele sind erschienen) - PC Engine CoreGrafx (1989) (Andersfarbiges PC Engine mit AV Ausgang) - PC Engine CoreGrafx II (1991) (Identisch mit CoreGrafx 1 bis auf eine andere Gehäusefarbe) - PC Engine LT (1991) (PC Engine als eine Art Laptop, mit einem großen aufklappbarem Bildschirm; keine Batterieunterstützung)
- PC Engine CD-Rom² (1988) (CD-Laufwerk für das original PC Engine) - PC Engine Super CD-Rom² (1991) (CD-Laufwerk für das CoreGrafx II)
- PC Engine Duo (1991) (Kombination aus PC Engine und CD-Rom² mit Kopfhörerausgang und einem Verschlußmechanismus für das CD-Rom²) - PC Engine Duo R (1993) (Anderes Gehäuse, ansonsten identisch mit dem Vorgänger, allerdings fehlt der Kopfhörerausgang und der Verschluss) - PC Engine Duo RX (1994) (Bis auf die Gehäusefarbe identisch mit dem Duo R)
- X1 Twin (Eine Kombination aus dem Sharp X1 Computer und der PC Engine, konnte nur HU-Cards anspielen) - Pioneer LaserActive (Konnte durch ein spezielles Modul mit PC Engine Spielen benutzt werden)
Technische Daten:
CPU - 8-bit HuC6280A (ein modifiziertes 65C02) mit 3,58 oder 7,16 MHz. Die Geschwindigkeit konnte von den Programmen geregelt werden.
GPU: - 16-bit HuC6260 Video Color Encoder (VCE) - 16-bit HuC6270A Video Display Controller (VDC) Maximale Auflösung: 512x242, die meisten Spiele verwenden 512x224 Farben: 512, davon maximal 482 (241 für den Hintergrund, 241 für Sprites) gleichzeitig darstellbar Maximale simultane Sprites darstellbar: 64 in den Größten 16x16 – 32x64
Audio: Maximal 6 PSG Kanäle, gesteuert durch die CPU
Memory: Ram: 8 KB Video Ram: 64 KB
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