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Super Nintendo Entertainment System PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
17.06.2006

Auch über 6 Jahre nach der Veröffentlichung war das NES eine recht dominierende Konsole und konnte sich gegen die Konkurrenz in Form des Atari 7800 und des Sega Master System durchsetzen, aber Ende der 80er begann eine neue Ära mit dem NEC TurboGrafx 16 und dem Sega Mega Drive, welches die erste 16-Bit Konsole wurde.

Nintendo hatte anfangs keine Pläne für eine neue Konsole, man setzte erstmal weiter auf das NES und hoffte, mit noch mehr Werbung die Konkurrenz weiterhin verdrängen zu können. Aber als das Mega Drive vor allem in den USA immer erfolgreicher wurde, war Nintendo doch gezwungen, ein neues System zu entwickeln.

Am 21. November 1990 wurde das Super Famicom in Japan veröffentlicht und es wurde sofort zu einem großen Verkaufsrenner, binnen weniger Stunden konnte man 300.000 Einheiten verkaufen und holte sich in recht kurzer Zeit die Marktherrschaft zurück. Bis zum Ende des SNES sollte Nintendo rund 85% des Marktes halten. Am 13. August 1991 wurde das Famicom unter dem Namen SNES dann auch in den USA veröffentlicht, hierfür entwickelte man ein neues Gehäuse, welches eher Ähnlichkeiten mit dem japanischen Famicom hatte. Mitte 1992 wurde es dann in Europa veröffentlicht, erstaunlicherweise aber mit dem japanischen Gehäuse.

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Fragwürdig war von Anfang an die Wahl der CPU. Mit maximal 3,58 MHz war diese vergleichsweise schwach. Zum Vergleich: Das Mega Drive war mit 7,6 MHz getaktet. Die CPU war in 3 Stufen regelbar, mit 1.79, 2.68 und 3.58 Megahertz und die meisten Spiele liefen tatsächlich nur mit 2,68 MHz. Dafür war die Konsole im Grafik- und Soundbereich sehr gut ausgestattet. Aber viele Entwickler kamen in den ersten Jahren damit gar nicht klar und so waren die meisten Spiele entweder recht schlecht bzw. nutzten das System nicht wirklich aus oder litten unter Ruckelproblemen bzw. waren einfach völlig langsam. Erst in den späteren Jahren wurde dieses Problem umgangen.

Das SNES war auch die erste Konsole, die regionale Begrenzungen hatte. Die Cartridges für Asien, Nordamerika und Europa unterschieden sich in ihrer Form und zusätzlich war noch ein Chip eingebaut, der verhinderte dass man z.B. japanische Spiele in Europa spielen konnte. Dieses Problem konnte man später mit Cheatmodulen, wie dem Game Genie umgehen.

Was folgte war der wohl größte Konsolenkrieg aller Zeit. Sega und Nintendo schenkten sich nichts, machten sich in Werbespots gegenseitig fertig, senkten kontinuierlich die Preise und auch unter den Spielern gab es jahrelange Diskussionen, welche Konsole nun die bessere wäre.

1993 wurde der Super FX-Chip von Argonaut Software entwickelt. Dieser sorgte für die Darstellung und Berechnung schattierter und texturierter 3D-Polygone. Mit über 10 MHz war er auch deutlich schneller getaktet als die CPU des SNES, was dafür sorgte das diese Spiele auch flüssig dargestellt wurden. Ähnlich wie Segas SVP-Chip erhöhte er aber die Preise der Cartridges immens. So musste man für Starfox über 90$ bezahlen, deshalb wurde er nur bei wenigen Spielen eingesetzt.

Nach dem Sega einige Zeit zuvor das Sega CD einführte, wollte auch Nintendo nachziehen und kündigte ein eigenes CD-Rom Laufwerk an. Zuerst sollte dies von Sony, später von Phillips entwickelt werden. Mit beiden Firmen kam es aber dann doch zu keiner Einigung und so wurde das ganze Projekt eingestellt und beide Firmen entwickelten daraus ihre eigenen Konsolen.

In den USA konnte man den großen Erfolg des NES aber nicht wiederholen. Das Mega Drive war dort schon einfach zu beliebt und natürlich auch wesentlich günstiger als die neue Konsole. Abgesehen davon, hatte Nintendo dieses Mal zwar eine Konsole zusammengebaut, bei der der Cartridge Slot nicht gleich kaputt ging, aber dafür war das SNES inkompatibel zu vielen Fernsehgeräten. Das sorgte mal wieder für eine Rückrufaktion, aber dem Image hat das doch recht geschadet. Marktanteile holte sich Nintendo erst, als Sega den Support des Mega Drive Mitte der 90er einstellte. Zur Marktherrschaft reichte es trotzdem nicht, da kurz darauf ja schon die Playstation erschien.

Ein weiterer Grund für den nicht ganz so großen Erfolg dürfte auch die Tatsache sein, dass Anfang der 90er sich mehr und mehr Entwickler gegen die Exklusivverträge Nintendos stellten. Diese besagten ja, dass man entweder nur für Nintendo oder gar nicht für Nintendo entwickeln darf. Angespornt durch den Erfolg des Mega Drives sprangen viele Entwickler ab und entwickelten fortan für Sega, was dazu führte, das Nintendo von ihrer Denkweise absah. Einen ganz großen Nachteil hatte diese Aktion für Nintendo aber auf jeden Fall: Zu dieser Zeit war Street Fighter 2 das wohl beliebteste Videospiel überhaupt. Das SNES bekam natürlich exklusiv Street Fighter 2 Turbo. Capcom überwarf sich dann erstmal mit Nintendo, ging zu Sega und entwickelte Street Fighter 2 Special Champion Edition, welche mehr von allem bot und so mehr Spieler zu Sega trieb.

Hinzu kam noch Nintendos merkwürdiges Zensurverhalten. Nintendo hatte mehrere Regeln entwickelt, die z.B. besagten, dass in den Spiele keine Kreuze erscheinen dürfen. Da diese ein religiöses Symbol sind, könnten sich ja andersgläubige davon ausgegrenzt fühlen. Das ging sogar so weit, dass z.B. rote Kreuze auf Medikits durch ein Herz ersetzt werden mussten. Eine andere Regel handelte von der Gewalt. Explizite Todesszenen und exzessive Gewalt waren verboten. Das beste Beispiel ist hierfür Mortal Kombat, wo das Blut zu Schweiß wurde und die Fatalities zensiert wurden. Obszönitäten waren auch verboten. Das Spiel zum Film Who framed Roger Rabbit wurde dahingehend umgeändert, dass eins der bösen Wiesel von Smart Ass in Smarty umbenannt werden musste. Vor allem in den USA wurden diese Regeln sehr stark umgesetzt.

1997 veröffentlichte man in den USA dann noch das SNES 2 welches nur noch 99$ kostete. Auch in Japan veröffentlichte man eine neu designte und preisgünstige Variante namens Famicom Jr. Das SNES wurde bis 1999 produziert, das Super Famicom sogar bis 2003 und die Spieleunterstützung gab es bis etwa 2001.

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Insgesamt konnte man weltweit rund 49 Millionen Konsolen verkaufen. Das ist zwar deutlich mehr als Sega mit dem Mega Drive erreichen konnte. Trotzdem konnte Nintendo nur in den asiatischen Ländern die Marktherrschaft erobern, auch waren die Verkaufszahlen doch noch recht deutlich unter denen des NES.

Technische Details:

CPU:

  • 5A22, kompatibel zum 65816 Prozessor mit einer wählbaren Geschwindigkeit von 1.79, 2.68 und maximal 3.58 Megahertz

Grafik:

  • zwei 15 Bit PPU-Chips
  • Auflösung 256x224 oder 512x448 (Interlaced) 15 Bit Farbpalette, theoretisch 32,768 Farben gleichzeitig darstellbar
  • Maximal 128 Hardware Sprits

Ram: • 128 KB

Video Ram: • 64 KB

Zu den Spielereviews

Letzte Aktualisierung ( 21.12.2008 )
 
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