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Brutal Planet markierte die Rückkehr von Alice Cooper ins Studio. Von 1994 (nach Last Temptation) bis 2000 hat er sich vom Studio ferngehalten, tourte dafür lieber durch die Welt, spielte eine Rolle bei Jesus Christ Superstar und machte die Golfplätze dieser Welt unsicher. Dann war es Zeit für ein neues Album. Brutal Planet kam und wurde von Kritikern zumeist vernichtet. Alice Cooper goes Industrial, Alice Cooper kopiert Marilyn Manson, Alice ist zu alt und was man nicht alles gelesen hat. Vielleicht ist Brutal Planet mal wieder der Beweis dafür, dass Fans von ihren Bands/Musikern nicht immer das gleiche wollen aber Veränderungen absolut verabscheuen. Für dieses Album hat sich Alice auch wieder ein paar neue Musiker geholt. Von denen ist heute nur noch Schlagzeuger Eric Singer dabei. Gleich drei Gitarristen finden sich hier: China, Phil X und Ryan Roxie. Bob Marlette übernahm Bass und Keyboards und fungierte als Produzent der Scheibe.
Verändert hat sich Alice hier im Sound tatsächlich. Es klingt tatsächlich mehr nach Heavy Metal und durchaus nach Industrial. In erster Linie fällt aber auch die düstere Stimmung auf, die den Brutal Planet umgibt. Eigentlich ist das doch genau das, was man von Cooper will: Düstere Musik, harte Texte und nicht so auf lustig getrimmten Schwachsinn wie seinerzeit bei Special Forces oder Zipper catches Skin… Der Titelsong startet schon mal richtig durch. Ein toller Song, mit ein paar Industrialelementen, die aber sehr gut passen. Auch die folgenden vier Stücke sind recht gelungen. Vor allem Asylum überzeugt durch seine Mixtur aus flottem Chorus und erzählten Texten. Ab Pick up the Bones fällt die Qualität dann doch etwas ab, während der Song noch ganz nett ist, sind Pessi-mystic und Gimme so richtig schlecht, Pessi-mystic klingt so unrythmisch das es schon gar keinen Spaß mehr macht sich das anzuhören. It’s the little things ist ganz nett. Seinerzeit sehr witzig fand ich ein Review bei Laut.de wo sie Take it like a Woman als „Zuckerschnucki-Ballade“ bezeichneten…dumm nur, dass der Song von Gewalt gegen Frauen handelt und sich hinter der „balladenartigen Musik“ ein sehr derber Text verbirgt…zuhören sollte man schon können. Der 11. und letzte Song ist Cold Machines, der wieder im gleichen Industrialstil wie Brutal Planet aus den Boxen kracht. Das klingt tatsächlich ein wenig wie Marilyn Manson, aber der ist nun mal nur eine schlechte Kopie von Cooper. Die Kritik an Brutal Planet verstehe ich nicht, nun mag ich Industrial nicht mal wirklich, aber dieses Album gefällt mir recht gut, bis auf die paar Aussetzer in der Mitte. Klar, an Klassiker wie Billion Dollar Babies, Welcome to my Nightmare oder Trash kommt das hier nicht ran, aber gut ist es trotzdem.
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