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Arjen Anthony Lucassen hat mit seinem Projekt Ayreon schon in der Vergangenheit bewiesen, dass komplexe Konzeptalben nicht immer schwer zugänglich sein müssen. Bei „The Human Equation“ weicht er vom Fantasy-Konzept der letzten Alben ab (bis auf einen kleinen Insider-Gag, den ich natürlich nicht verraten werde) und präsentiert eine Geschichte, die jedem von uns zustossen könnte. Der Protagonist landet nach einem Autounfall auf der Intensivstation und liegt im Koma. Dort wird er von seinen bisher unterdrückten Emotionen heimgesucht, die in seinem Kopf zu ihm sprechen. Wut, Stolz, Leidenschaft, Verzweiflung – jedes Gefühl wird durch einen bestimmten Sänger dargestellt. Mehr will ich zur Story nicht schreiben – Spoilergefahr! Die Hauptperson wird von James LaBrie (Dream Theater) perfekt in Szene gesetzt. Die Rolle der Ehefrau verkörpert Elfonia-Sängerin Marcela Bovio, den besten Freund übernimmt Arjen Lucassen höchstpersönlich. Auch die weiteren Rollen sind hochkarätig besetzt, Namen wie Mikael Akerfeldt, Devon Graves, Devin Townsend, Eric Clayton, Irene Jansen, Heather Findlay oder Mike Baker sprechen wohl für sich. Durch dieses Konzept entsteht teilweise ein fast Musical-artiges Flair – allerdings (fast) durchgängig ohne pathetisches Geschwafel und Andrew Lloyd Webber-Kitsch. Auch unter den Gastmusikern findet man einige große Namen, z. B. Ken Hensley (Uriah Heep), Martin Orford (IQ) oder Ed Warby (ex-Gorefest). Musikalisch bietet „The Human Equation“ Ayreon-typischen Progmetal, wenn auch etwas extremer, als auf den Vorgängerscheiben. Von Hardrock-Parts bis zu Death Metal-Klängen gibt’s alles, was das Herz begehrt. Trotzdem wirkt alles wie aus einem Guß, mich hat das Album schon nach einmaligen Anhören gepackt. Einzelne Tracks möchte ich nicht hervorheben, dieses Meisterwerk sollte man nur am Stück geniessen. Die Limited Edition (Digipack im Format einer DVD-Box) beinhaltet ein aufwendig gestaltetes Booklet mit allen Texten und kurzen Interviews der beteiligten Musiker. Dazu kommt eine DVD (65 Minuten Spielzeit), deren Highlight die 45-minütige Dokumentation „Inside. Behind The Scenes: The Human Equation“ darstellt.
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