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Es ist schon erstaunlich, in welch rasanter Folge Black Sabbath damals ihre Alben rausgehauen haben. Zwischen Black Sabbath, Paranoid und Master of Reality verging nur etwas mehr als ein Jahr. Alle drei Alben genießen Kultstatus und waren essentiell für die Entwicklung des Heavy Metal und zahlreichen anderen Genres. Im Prinzip könnte man sagen, dass Black Sabbath gänzlich allein die düsteren und harten Stilrichtungen erfunden haben. Wobei das meist nur durch Zufall geschah. Auf Master of Reality stimmte Tony Iommi seine Gitarre drei Halbtöne runter. Nicht um böser zu klingen, sondern einfach weil er so einfacher spielen konnte, hatte er sich vor seiner Musikkarriere ja die Fingerkuppen der Hand bei einem Arbeitsunfall abgesäbelt. Da er dazu noch einer der eher langsamen Gitarristen ist, hat er so nebenbei dadurch den Stoner Rock und den Sludge Metal erfunden.
Master of Reality ist gleichermaßen kurz wie genial. 6 Songs, 2 Instrumentals, 34 Minuten Spielzeit. Ein riesiger Einfluss auf die Musikwelt, viele tolle Songs und Klassiker, die man mit Black Sabbath sofort verbindet. Sweet Leaf ist Stoner Rock, eine Huldigung von Marijuana und einer jener Klassiker. Der andere große Klassiker wird eingeleitet von einem kurzen Instrumental namens Embryo: Children of the Grave. Ein Antikriegslied, das sehr düster daherkommt, die tiefergestimmte Gitarre kann hier ihre volle Kraft ausspielen. Zwischen diesen Songs steht After Forever. Mit diesem Song wollten Black Sabbath klar machen, dass sie keine Satanisten sind und vertrieben so gleich viele satanisch angehauchte Fans der Band. Der Song ist klar ein Statement hin zu Religion und dem Glauben an Gott. Orchid ist ein Instrumental, das nicht nervt, aber auch nicht viel Sinn ergibt, es wirkt auf diesem düsteren Album recht fehl platziert, vielleicht ist aber genau das auch Absicht. Eingeleitet wird der Schlussdreier mit Lord of this World, gefolgt vom sehr genialen Solitude. Ja, hier singt Ozzy und nicht Bill Ward. Ein sehr ruhiger, schöner Song. Vielleicht Ozzys beste Gesangsleistung, weil er hier mal nicht rumkrächzt. Abgeschlossen wird mit Into the Void, ein Mördergroover, ein tolles Riff mit Science Fiction Thema. Alle Sludge Bands wurden von diesem Song inspiriert. Master of Reality ist wieder ein sehr starkes Album, das heute, über 35 Jahre später, seine ganze Genialität zeigt, wenn man bedenkt wie viele Bands und Musikrichtungen davon beeinflusst wurden. Auf jeden Fall ein Pflichtalbum.
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