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Cinderella ist nach wie vor ein unpassender Name für eine Hard Rock Band, passt aber irgendwie doch zu den 80ern. Gegründet wurde die Band bereits 1983 von Sänger Tom Keifer und Bassist Eric Brittingham. Starteten sie zuerst in ihrer Heimatstadt Philadelphia, zog es sie bald, wie so viele andere Bands auch nach Los Angeles. Die dortige Clubszene war groß, genauso wie die Chance auf einen Plattenvertrag. Die bot sich dann 1985 als das Lineup von Cinderella anders aussah: Der Gitarrist Michael Smerick und Schlagzeuger Tony Destra verließen die Band und gründeten Britny Fox. Cinderella angelten sich Jeff LaBar (Gitarre) und Jim Drnec (Schlagzeug) als neue Mitglieder und wurden dann von John Bon Jovi entdeckt. Der Plattenvertrag kam und es ging ins Studio. Natürlich nicht ohne vorher nochmal das Lineup zu ändern, denn Drnec wurde kurzerhand ersetzt (Der arbeitet heute als Anwalt, manche Musiker gehen schon kuriose Wege, wobei Anwalt wohl ein beliebter Ausweichjob ist) durch Fred Coury. Wobei das Album Night Songs mit Jody Cortez (der eine lange Karriere mit Musikern wie David Crosby, Boz Scaggs, Peter Cetera und anderen Musikern hat) noch einen weiteren Schlagzeuger nennt. Dargeboten werden 10 Night Songs mit einer Spielzeit von etwa 34 Minuten. Cinderella wird immer gern in die Glam Metal Ecke geschoben, wobei das ja auf 90% aller Bands aus den 80ern zutrifft, auch wenn es nicht stimmt und während das Coverbild und der pinke Look des Albums durchaus perfekt zu Glam passt, war das Album dann doch eher Hard Rock, mit Blues Elementen und klingt mehr nach AC/DC als nach Poison. Wobei Sänger Tom Keifer immer so wie eine Mischung aus Brian Johnson und Steven Tyler klang. Der AC/DC Einfluss wird ganz besonders bei dem Titel Push, Push deutlich. Ein toller Song, der aber auch auf der Back in Black oder For thouse about to Rock stehen könnte. Aber auch Aerosmith (welche 80er US Band hat sich nicht von denen beeinflussen lassen?) kann man bei den Songs raushören. Die beiden größten Hits der Scheibe sind eher Balladen: Das geniale Nobody’s Fool und Somebody Save Me, im Video zu letzteren tauchten auch John Bon Jovi und Richie Samborra auf. Ersterer lies es sich als „Entdecker“ der Band auch nicht nehmen, im Studio einige Wort mitzusprechen und den Backgroundgesang auf einigen der Songs aufzunehmen. Man kann wohl sagen, das die Glam Elemente durch seinen Einfluss auf das Album kamen, denn das Keyboard hätte es theoretisch bei den tollen Songs nicht gebraucht. Aber es sollte erst ab dem nächsten Album sein, das Cinderella ganz eigenständig ihren Sound bestimmen dürfen. Trotzdem ist Night Songs ein durchaus starkes Album, keiner der Songs wirkt wie ein Filler oder richtig schlecht. Vom düster angehauchten Titelsong zu tollen bluesbeinflussten Rockern wie Nothin‘ for Nothin‘ und Hell on Wheels werden Songs mit dem Prädikat „Catchy“ geboten. Die Produktion des Albums ist gut, wobei das Schlagzeug dann doch diesen typischen 80er Sound hat. Insgesamt ist es aber ein Album das trotzdem kaum angestaubt klingt. Aber wie sollte es auch, wenn man mit Andy Johns eine echten Produzenten/Engineer Legende im Studio hatte. Er arbeitete schon an den besten Alben von den Rolling Stones und Led Zeppelin sowie Humble Pie, Eric Clapton, Free und zahlreichen anderen Rocklegenden mit. Zwar finde ich den Nachfolger Long Cold Winter besser, aber Night Songs ist ein sehr starkes Debütalbum. Für Rockfans, welche die 80er nicht scheiße finden, auf jeden Fall ein weiteres Pflichtalbum.
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