Home arrow Musik arrow Devil Doll - The Girl who was...Death 19 Mai 2012  
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Devil Doll - The Girl who was...Death PDF Drucken
Geschrieben von triple   
26.05.2007

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Italien ist eine Großmacht, was das Exportieren von Musik angeht, man siehe sich nur einmal die endlos lange Liste von Rock- und Metalbands aus der Region an. Seltener anzutreffen ist ein italienisch-slowenischer Mix, ein Vertreter dieser Form hört auf den klangvollen Namen Devil Doll, deren Bandleader der mysteriöse, ehrgeizige Mr. Doctor ist, von dem mal behauptet wird, er sei ein slowenischer Millionär, mal wird er als verrückter Exzentriker bezeichnet. Ungeachtet dessen ist die überstrapazierte Bezeichnung Genie nur allzu passend. Es ist nicht leicht, die Musik auf ein einzelnes Genre zusammenzufassen, jedoch kann man so weit gehen, sie unter dem Namen Experimental Prog laufen zu lassen. The Girl who was... Death ist das zweite Album der Gruppe, allerdings das erste, das der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, und feiert das 20-, genau genommen 22-jährige Jubiläum der britischen TV-Serie The Prisoner.

Eine übermäßig lange Beschreibung der einzelnen Tracks des Albums wäre nicht nur überflüssig, sondern hat sich auch schon dadurch disqualifiziert, dass die insgesamt 17 Episoden der Serie zu einem 66 Minuten langen Stück komprimiert werden. Entschiedener Höhepunkt ist hierbei Mr. Doctors überwältigender Sprechgesang, der zwar pure Geschmackssache ist, aber unleugbar viele Gefühle glaubwürdig rüberbringen kann. Auch die Musik kann auf ganzer Linie überzeugen: da wird hier eine geisterhaft fröhliche Atmosphäre erzeugt, an anderer Stelle hält der Chorgesang des Devil Chorus die Spannung oben, dann gibt es wiederum minimalistisches Klavierspiel zu hören, alles garniert mit wohlplatzierten Rock- und Metal-Einsprengseln. Besagte Rock- und Metal-Passagen haben teilweise noch einen leichten 80er-Beigeschmack, wie z.Bsp. der instrumentale Anfang der Episode Free for all, das stört aber kaum und ist, im Gegenteil, manchmal sogar der Qualität zuträglich. Zum Leidwesen des geneigten Hörers muss erwähnt werden, dass das Lied von der Länge her eine wahre Mogelpackung ist, ungefähr in der 39. Minute verstummen alle Instrumente und es folgt eine Ruhepause, die immerhin ganze 26 Minuten lang ist; ob das jetzt Kunst ist oder bloß ein nicht beseitigter Aufnahmefehler, weiß ich nicht. Wenn man optimistisch denkt, kann man wenigstens sagen, dass in der Zeit nicht viel falsch gemacht werden kann, aber andererseits ist Stille für gewöhnlich nicht das, wofür man sein Geld ausgibt. Längerem Vorspulen oder wahlweise auch Dem-Nichts-Zuhören folgt in der 64. Minute endlich ein Lichtblick in Form eines Outros, das aus einem Medley vereinzelter Melodien aus The Prisoner und einem Sample daraus besteht und den Eindruck erweckt, als wolle man den Hörer zumindest noch bis dahin bei der Stange halten. Einzige Voraussetzung für das Verstehen der durchaus hochwertigen Texte ist, dass man zuvor die Serie gesehen hat. Diejenigen, die sich nicht trauen, die CD zu kaufen, weil sie befürchten, sich die ganze Spannung von vornherein zu nehmen, können also aufatmen. Trotz allem ist The Girl who was... Death chronologisch wie musikalisch der perfekte Einstieg in das Werkschaffen der Band und stellt trotz seines Alters von bald 20 Jahren nebenbei etwas Neuartiges in der Welt progressiver Musik dar. Obwohl das Album im Vergleich zu späteren Werken eindeutig den Kürzeren zieht.

Bewertung
8,5/10
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Letzte Aktualisierung ( 30.12.2007 )
 
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