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EAV - Café Passé PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
16.01.2012

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Einen langen Weg hat die österreichische Band Erste Allgemeine Verunsicherung hinter sich, seit den Anfängen, die heute wohl schon niemand mehr kennt. Gerade ab Mitte der 80er war die Band enorm populär, ab den 90ern wandelte man sich dann immer mehr zur „Spaß- und Partyband“ mit teilweise furchtbar dämlichen Liedern die weit entfernt von den Ursprüngen sind.
Leider habe ich das erste Album nicht. Das war schon damals so limitiert, das es limitierter nicht mehr ging und jahrelang gar nicht erhältlich war und auch später auf CD war es nur limitiert erhältlich, fast so als wollte das Label verhindern, das es jemand hört. 1978 war es als dieses Album erschien und erschienen ist es auch nur, weil der damalige Sänger Wilfried das Plattenlabel überreden konnte das quasi als Soloalbum von ihm zu veröffentlichen. Jahre vergingen. Wilfried verließ die Band schon 1979, als Ersatz kam Gert Steinbäcker (der danach bei der Band S.T.S. landete, die man wohl vor allem durch das Lied Fürstenfeld kennt), der auch nach einem Album die Band wieder verlassen sollte. Dieses Album erschien 1981 und nennt sich Café Passé

Kennt man die EAV nur durch Lieder wie Märchenprinz, Banküberfall oder Ding Dong ist dieses Album von der ersten Sekunde an ein regelrechter Schock.
16 Titel werden aufgelistet, was enorm wirkt, trotzdem erreicht man nicht einmal 39 Minuten Spielzeit. Kurze comichafte Einspieler gab es auch später noch, etwa die „Johnny“-Geschichten auf Geld oder Leben, hier nahm das wohl ihren Anfang mit kurzen Einspielern aus dem Cafe.
Wobei die Songs nicht länger sind, der längste hat 4 Minuten, ähnlich wie beim Punk, geht es eben kurz zur Sache. Da passt es perfekt, das sich die Band mit dem „Alpen-Punk“ direkt an einem Punksong versucht und ähnlich wie bei so vielen Punkbands wird auch bei diesem Album recht dilettantisch aufgespielt. Musikalisch ist die Band nicht wirklich gut, was schon beim ersten Lied namens „Sohn wo bist du“ auffällt. Es wird geschrammelt, es klingt schief und schräg. Möglicherweise ist das auch beabsichtigt, trotzdem klingt es mitunter schon hart an der Schmerzgrenze.  Das beste Beispiel dafür wäre „Wien, Wien nur du allein“.

Textlich dagegen ist das Album interessant. Satire und Sarkasmus waren eine der Stärken dieser Band (damals) und das wird auf diesem Album noch richtig ausgelebt. Es wird quasi gegen alles geschossen, was sich bewegt. Ob das Rechtsradikale sind, die in dem Einspieler #3 und darauffolgend in „Wir marschieren“ was abbekommen, ob über Reggae hergezogen wird (Rasta-Disasta Reggae), gegen die Kommerzialisierung der Rockmusik (Woodstock) oder gegen die Jugend, das direkt in mehreren Songs wie „Sohn, wo bist du“ oder „Knickerbocker Rock“.

Textlich interessant, musikalisch schwach, ist die EAV hier noch ein Stück entfernt von der späteren Klasse. Für Fans der Band ein Muss, einfach um die Anfangszeit zu erleben, alle anderen, die eben nur die Hits kennen, werden von diesem Album aber mit Sicherheit wenig begeistert sein.
Trotzdem ist es irgendwie schon ein kleines Kuriousum.

Bewertung
5,5/10
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