|
Nach dem großen Erfolg von Geld oder Leben ging es erstmal auf Tour. 1987 folgte ein neues Album. Liebe, Tod und Teufel genannt, auf der Vinyl steht eine 1 und über 20 Jahre später warten wir auf die 2, ob es wohl einen Nachfolger geben wird? Das Album startet mit Pinguinen die durch die Nacht fliegen und hinterher ein Nasenbär und niemand weiß warum. Nicht witzig aber das ist wohl so geplant, Danach geht es mit dem Titellied weiter. Liebe, Tod und Teufel und die EAV wie man sie mag, recht böse gegen alles schießend das dämlich ist. In diesem Fall über die Dämlichkeit der Kirche die Homosexualität und Verhütung für üble Sünden hält. Der süße Wahnsinn wird von Küss die Hand schöne Frau abgelöst sicher einer der bekanntesten Songs der Band. Darauf folgt Der Tod und erinnert mich an das Theaterstück vom Brandner Kaspar, auch hier wird der Tod mit viel Alkohol hinters Licht geführt, nicht ganz so dramatisch, dafür recht witzig („Tretens ein und kommens näher, nur Sensen kauf ich keine, i hab an Rasenmäher“), weil er im Speisewagen eines Zugs nach Salzburg landet und dort direkt wieder saufen will. Auffällig ist, das sich dramatische Stücke mit Comedy abwechseln, denn jetzt geht es an die Copacabana und es geht um Muskeln und sportliche Figuren, der Bodybuildingwahn wird auf die Schippe genommen: „Soweit, so gut, doch das Dumme ist nur: Ich hab Schwarzenegger's Hirn und von Einstein die Figur.“ Shit happens möchte man sagen, das Lied ist heutzutage wohl noch passender nachdem Schwarzenegger ein paar Jahre Gouvernor von Kalifornien spielen durfte und mehr schlecht als Recht den Job beendete. Yes, that’s Jazz ist ein komplett überflüssiges Instrumental, man nennt sowas gern Filler, aber im Fall der EAV muss man wohl sagen, das es auch so beabsichtig war. Am besten wär es kreuz und quer doch beim Stachelschwein riefen alle Tiere Nein! – Tarzan und Jane haben sich lange nicht gesehen und der Dschungel bebt so das selbst der Kojote die Gebote überschreitet und hinterlistig einen Wüstenfuchs beglückt. Das Lied ist schwachsinnige Genialität im besten 80er Sound und hörst du nicht mein flehen wird man sich nie verstehen. Nein, das ist schon wieder irgendwie genial, doof, aber genial. Danach folgt der ultimative Skandalsong, der aus dem Radio verbannt wurde und über den man wohl nicht reden darf. Burli klingt lustig, solang man nicht auf den Text achtet und nicht weiß das dieses Lied nach Tschernobyl entstand. Nach Tschernobyl und der Katastrophe gab es genug Protestlieder, aber nur die EAV hat es geschafft ein Lied zu schreiben das irgendwie lustig aber gleichzeitig bedrückend klingt und die Probleme erwähnt. Ein genialer Text auf jeden Fall. Danach driftet das Album gekonnt Richtung Trash ab: Auf der Nepperbahn ist ein Parodie von Auf der Reperbahn und die „Pennerhymne“ vom Sandlerkönig Eberhard ist bis heute Kult und wird bei den Konzerten gebracht. Noch dämlicher geht es mit Ohr Troubles weiter, soll wohl witzig sein, zielt auf Prinz Charles ab, ist aber Lied das schneller vergisst, als es zu Ende ist. Zum Abschluss gibt es nochmal ein paar verliebte Pinguine die über das Meer flogen und auf der Vinyl die unzensierte Langfassung von Küss die Hand schöne Frau, eine Strophe mehr, die niemanden schockiert. Jede Band erlebt irgendwann ihren absoluten Höhepunkt in Sachen Kreativität, Erfolg und Genialität. Für die Erste Allgemeine Verunsicherung war es wohl Liebe, Tod und Teufel. Geld oder Leber mag mehr Hits gehabt haben aber dieses Album paart lustige Lieber mit ernsthaften Texten und spricht Themen an die zumindest damals Tabu waren.
Im Forum kommentieren |