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Flat Earth Society - Psycho Scout |
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Geschrieben von Anti-Dumb Rocker
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15.12.2007 |

Also. Erst mal vielleicht den Begriff Flat Earth Society klären: Flat Earth Society ist einerseits eine ‘Religionsgemeinschaft’, die von Ende des 19. bis Ende des 20 Jahrhunderts die Meinung propagierte, die Erde sei eine Scheibe. Flat Earth Society ist aber auch der Name einer 14-köpfigen belgischen Big Band um Mastermind Peter Vermeersch. Von dem Album „Psycho Scout“ letzterer Formation handelt dieses Review, das du, geehrter Leser, gerade im Begriff bist zu lesen.
Zunächst ein paar Fakten: Mit „Psycho Scout“ veröffentlichte Peter Vermeersch mit seiner mittlererweile fünften Bandformation „Flat Earth Society“ 2006 das bis dato vierte Album dieser einmaligen Big Band, die aus führenden Jazzmusikern Belgiens besteht. Legt man nun die CD mit dem schlichten weißen Cover in den Player, wird bereits nach wenigen Sekunden klar, dass diese Musik einerseits etwas völlig neues -aber stellen weise auch sehr gewöhnungsbedürftig ist. Die Musik lässt sich nur schlecht charakterisieren, sonder weißt auch eindeutige Einflüsse aus Free Jazz, Rythm’n Blues und Cool Jazz auf. Die dick arrangierten Stücke wirken teils extrem chaotisch, doch wenn der Funke erst einmal übergesprungen ist( bei mir nach dem vierten Hören), lässt sie einen nicht mehr so schnell los. Besonders, da sich trotz der stellenweise sehr harten und aggressiven Freien und Experimentellen Einflüsse erstaunlich viele eingängige Melodien finden. In diesem Crossover aus verschiedensten Stilen finden sich hin und wieder sogar Läufe, die –natürlich entsprechend instrumentiert- durchaus aus dem Metal Bereich stammen könnten. Insgesamt fällt es schwer, hier einen eindeutigen Höhe- oder Tiefpunkt auszumachen, dafür ist die Musik einfach zu unkonventionell und jedes Stück ist auf seine Weise genial. Sollte ich mich allerdings festlegen müssen, würde ich Anthem 2004 und Edward, why don’t you play some Blues als persönliche Höhepunkte benennen, aber wie gesagt, das ist hier reine Geschmackssache. Einen klitzekleinen Minuspunkt würde ich dann aber doch noch auf die manchmal etwas zu langen und extremen Soundexperimente geben, aber das ist ganz persönlicher Eindruck und Hörvorliebe. Meine Empfehlung: Absoluter Pflichtkauf, für Hörer mit Jazzerfahrung und/oder Interesse für experimentelle Musik aller Stilrichtungen. Jazz-Anfängern würde ich vom Kauf eher abraten, und zum Einstieg Alben wie ‚Time Out’ vom legendären Dave Brubeck Quartett empfehlen.
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