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Calling all Stations war nach dem Ausstieg von Phil Collins das letzte Studioalbum von Genesis, seinen Platz hinter dem Mikrophon nahm Ray Wilson ein, und wirklich erfolgreich war diese Zusammenarbeit nicht mehr. Schade eigentlich, denn so schlecht ist das Album nicht und Ray Wilson hat eine tolle Stimme, aber es passte einfach nicht – oder man wollte eben Phil Collins sehen. Es wurde still um Genesis, bis zur Ankündigung der Reunion-Tour, allerdings wieder mit Collins. Diese verlief erfolgreich und neben der Möglichkeit von jeder gespielten Show einen Mitschnitt kaufen zu können, erschien nun noch diese Live CD mit allen Songs der Tour.
Collins & Co zeigten sich sehr spielfreudig und gut aufgelegt, was sich auch besonders in seinen Ansagen widerspiegelte, die spontanen Kommentare während der Show, die allerdings bei der CD fehlen – und damit sind wir auch beim großen Schwachpunkt: Manches klingt fast schon nach Studioalbum mit Publikum. Zudem wurden nicht die Aufnahmen von einem Konzert insgesamt genommen, sondern die Songs stammen von verschiedenen Auftritten, immerhin hat man die Medleys komplett gelassen. Somit ist es eben nicht wie aus einem Guss, was sehr schade ist.
Unterstützt wurden Rutherford, Banks und Collins wie auch bei der We can't dance – Tour Anfang der Neunziger von Daryl Stuermer und Chester Thompson. Letzterer lieferte sich in einem Highlight der Show bei Conversations with 2 stools ein sehr geniales Schlagzeugduett mit Collins, wobei es eben mit dem Trommeln auf Barhockern losging. Im Vergleich zur We can't dance Tour wurden dieses Mal wieder mehr alte Songs gespielt, so gab es zwar wieder Firth of Fifth oder I know what I like, aber eben auch tolle Versionen von Afterglow, Los Endos oder Ripples. Collins Stimme klingt gut – so wohl beim Konzert als auch auf der CD, der Sound kann überzeugen und die Songauswahl ist insgesamt gelungen. So finden sich in den etwa 140 Minuten und insgesamt 21 Songs neben den alten Liedern noch die Genesis-Klassiker Mama, Home by the Sea und Domino, die live schon sehr genial rüberkommen. Und da sind eben auch Land of Confusion, Turn it on again, I can't dance oder das unvermeidliche Hold on my Heart. Es ist wohl unmöglich, bei so viel Auswahl ein Set zu spielen, mit dem jeder glücklich wäre, trotzdem gibt es nun also einen ziemlich kompletten Konzertmitschnitt, der nicht so sinnlos in lange und kurze Stücke aufgeteilt wurde, wie bei The Way we walk.
Die Songauswahl ist gut, der Sound (teilweise fast schon zu) perfekt, bleibt eben das Manko, dass es nicht ein einziges oder zwei Konzerte sind, sondern eben ein Querschnitt der Tour gezeigt wird und die Ansagen (ich erwähne nur mal das Domino principle) fehlen. Somit kommt echte Livestimmung nicht immer auf. Fans greifen natürlich trotzdem zu – alle anderen Interessierten warten bis Februar, wenn die DVD mit dem Konzert aus Rom erscheint.
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