Home arrow Musik arrow Guns n' Roses - Chinese Democracy 19 Mai 2012  
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Guns n' Roses - Chinese Democracy PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
01.12.2008

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Es ist endlich da und das möchte man gar nicht glauben. Jahrelange Verschiebungen, nicht eingehaltene Versprechen seitens Axl, abgebrochene Tourneen und Konzerte, Riots und Skandale – was in den letzten 15 Jahren bei Guns n’ Roses los war, erleben andere Bands wohl nicht mal in 30.
Natürlich könnte man über Chinese Democracy viel schreiben. Die vielen Millionen Dollar, welches das Album verschlungen hat, die unglaubliche Anzahl an Musiker die daran beteiligt waren oder einfach die lange Zeit, die dieses Werk brauchte, bis es endlich mal im Handel landete. Die erste Frage ist aber natürlich: Ist das hier überhaupt Guns n’ Roses? Auch als Fan tut man sich da doch etwas schwer. An sich ist das Ganze mehr Axls Soloalbum, eingespielt mit einer Truppe Musiker, die schon fast als Supergroup durchgehen könnte, wenn man bedenkt, dass Robin Finck (Nine Inch Nails), Tommy Stinson (Replacements), Buckethead (Praxis), Bryan Mantia (Primus) zuvor bei mehr oder weniger bekannten Bands waren. Und diese Musiker lassen „ihre“ Stile in dieses Album einfließen. Bucketheads „roboterhaftes“ Shredding hört man und Finck hinterließ bei einigen Songs ein starkes NIN-Feeling.

Und nun ist es da. Nicht als 3 CD Box, nicht als Doppelalbum sondern als einfache CD mit 14 Tracks und einer Spielzeit von rund 71 Minuten.
Die meisten Songs kennt man bereits. Madagascar, Chinese Democracy, There was a Time, Better, IRS oder Street of Dreams, welches zuvor The Blues hieß, hörte man schon in den zahlreichen Konzerten oder natürlich in Form der Leaks. Hierbei ist es sehr interessant, die vor allem seit 2006 erschienen Leaks mit den fertigen Fassungen zu vergleichen.
Das größte Problem, das ich hierbei habe, ist, dass die meisten Songs schon fast zu überladen sind. Braucht There was a Time wirklich 6 Gitarristen (Sogar Axl griff zur Axt)? November Rain kam ja auch mit zwei aus. So verlieren sich einige Songs schon fast in dieser „Gitarrenwand“ von der man erschlagen wird.
Eine wirklich negative Veränderung betraf Catcher in the Rye. Von dieser Ballade existiert eine Demofassung mit Brian May, der eins seiner Solos einbringt und den Song damit genial machte. Die hier vorliegende Albumfassung allerdings ersetzt dieses durch ein Solo von Bumblefoot und dieser zerstört alles durch sein seelenloses Shredding. Schade.
Musikalisch wird bei Chinese Democracy Abwechslung groß geschrieben, es zeigt sich schon deutlich, dass Axl Rose einen sehr umfassenden Musikgeschmack hat. Von straighten Rockern wie IRS geht es zu Industrialklängen etwa bei Chinese Democracy und die zwei größten Überraschungen sind Sorry und If the World. Sorry klingt wie das Aufeinandertreffen von Pink Floyd und Black Sabbath und ist eindeutig das beste Stück auf dieser Scheibe. Vor allem das Solo von Buckethead ist große Klasse und man vermisst ihn richtig, Bumblefoot kommt zu keiner Zeit an die spielerische Liga des Eimerkopfs ran.
If the World hängt irgendwo zwischen RnB mit einem Akustikgitarrenintro und starkem 70s Feeling. Nicht fehlen dürfen natürlich auch die Balladen. Street of Dreams klingt vom Intro her ein wenig nach November Rain und This I Love übertrifft in Sachen Kitsch alles bisher da gewesene, hört man das Lied, stellt man sich Axl weinend im Studio vor. Axl geht auch bei allen anderen Songs stimmlich in alle Extreme zwischen aggressiv schreiend und weinerlich anklagend.
Das Lied, das mir absolut nicht gefällt ist Scraped. Das versucht zu hart, als Rocker durchzugehen und versagt miserabel. Hier ist vor allem Shackler’s Revenge mit dem richtig starken Chorus besser.   
Der Sound des Albums ist auch sehr stark, anders als andere Alben (man denke an Metallicas Death Magnetic) wurde hier kein Loudness War ausgetragen. Der Sound ist druckvoll, aber differenziert und jedes Instrument bekam genug Raum zur Entfaltung. Es lohnt sich vor allem, Chinese Democracy über gute Kopfhörer zu hören, denn gerade im Hintergrund gibt es sehr viele Passagen zu entdecken, die einem sonst entgehen könnten.

Am Ende ist Chinese Democracy eben „nur“ ein gutes Album. Fans von Guns n’ Roses oder sollte man besser sagen von Axl werden auf jeden Fall mehr als zufrieden damit sein. Wer aber ein zweites Appetite for Destruction oder Use your Illusion III erwartet, wird wohl mächtig enttäuscht. Allen anderen rate ich, das Album zumindest 2-3x zu hören und dabei nicht allzu sehr an all die Jahre, die Millionen oder die Musiker zu denken – denn gute Musik gibt es bei Chinese Democracy auf jeden Fall zu hören.

Bewertung
7/10
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Letzte Aktualisierung ( 12.12.2009 )
 
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