|
Die Karriere von Hanoi Rocks war praktisch schon vorbei, bevor sie überhaupt richtig begann. Ende 1983 erhielt die Band einen Plattenvertrag bei einem großen Label. CBS. Anfang 1984 haben sie dann ihr erstes Album für sie veröffentlicht. Es war das fünfte Studioalbum, das einzige, dass es überhaupt in wichtige Charts schaffte (Platz 28 in England). Ein großes Label bedeutet meist auch eine Veränderung im Sound und fast schon schockiert nimmt man hier zur Erkenntnis, dass man als Produzent Bob Ezrin gewählt hat. Jener Mann, der schon mit Pink Floyd und Kiss zusammengearbeitet hat und die nervige Angewohnheit besitzt, sich in das Songwriting der Bands einzumischen. Dem konnten sich auch Hanoi Rocks nicht entziehen, aber trotzdem entstand dabei zum Glück noch ein starkes Album.
Los geht’s mit einem Cover. Up around the Bend von Creedence Clearwater Revival. Der rockt ziemlich gut, aber irgendwie erwartet man doch gerade hier einige schräge Klänge…und wo ist das Saxophon? So ist das Ganze nur nett. Generell ist die Produktion natürlich um ein vielfaches besser als bei den vorherigen Alben. Der Sound knallt gut aus den Boxen, der Bass ist schön präsent, aber dafür ist auch alles recht glatt produziert. Ihre Eingängigkeit haben sie zum Glück nicht verloren. Songs wie Futurama, Boulevard of Broken Dreams oder Underwater World sind nach wie vor typisch Hanoi Rocks. Mit Million Miles Away gibt es noch eine extrem gelungene Ballade, wo das Sax auch mal richtig gut dazu passt. Der bekannteste Song ist dann auch Don’t you ever leave Me, ein schöner Song, eher im Mid-Tempo gehalten, der zeigt das die Band über die wenigen Jahre hinweg doch gereift ist, wenn man es vor allem lyrisch mit etwa Tragedy vergleicht. Dass sie ihren eher im Punk beheimateten ursprünglichen Wurzeln doch nicht entsagten merkt man dann aber schnell bei Songs wie etwa Futurama.
Two Steps from Move ist trotz Produzent Ezrin ein starkes Album. Etwas schade, dass es für lange Zeit ihr letztes sein sollte und gerade in dem Moment, wo sie sich endlich auch in Amerika etablieren konnten. 1985 starb Schlagzeuger Razzle durch einen von Vince Neil verursachten Autounfall. Von diesem Schlag konnte sich die Band nicht erholen und löste sich kurz danach auf. Schade, schade, gerade wenn man bedenkt, wie Ende der 80er durch Guns n’ Roses der Sleaze so richtig populär wurde, kann man wohl nur vermuten, wie erfolgreich die Band hätte werden können.
Im Forum kommentieren |