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Heart - Heart PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
16.01.2012

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Heart starteten in den 70ern als Hard Rock Band angeführt von den Geschwistern Ann und Nancy Wilson. Konnte man in den USA schon damals große Erfolge durch Songs wie Barracuda und Heartless sowie Top 10 Alben wie Dreamboat Annie und Little Queen einfahren, wurde es Anfang der 80er turbulent. Wie das so ist mit Band, es ist schwer, den Erfolg zu halten, weiter im Spotlight zu bleiben und Hits zu schreiben. Nach dem Top 5 Album Bebe Le Strange folgte der komplette Absturz mit Passion Works und Private Audition. Das Plattenlabel der Band, Epic, blieb ähnlich wie Columbia und später beide zusammen unter Sony Music, ihrer Linie treu: Der Rauswurf erfolgte. Wer nicht fortlaufend Platinalben einfährt, hat eben keine Chance bei diesem Label. Nach einer anderthalbjährigen Pause wurden Heart von Capitol Records aufgegabelt.
Dieses Label wollte wohl unbedingt dafür sorgen, das Heart wieder eine Top 10 Band wird und so setzten sie Ron Nevison als Produzent ins Studio. Dieser hat sich über die Jahre und auch später einen Ruf als der Produzent, der alte Bands zu neuem Glanz bringen kann, erarbeitet. In den 70ern arbeitete er mit Thin Lizzy zusammen und auch an The Whos Quadrophenia Album. Er führte Jefferson Airplane zu neuen Charterfolgen, später auch Chicago und produzierte Hitalben mit Europe, Survivor, Bad English und Firehouse. Was kann da schon schief gehen?
Wo ich gerade eine Menge Bands erwähnte, obwohl die Band noch das gleiche Lineup wie seit Anfang der 80er hatten,wurde eine Menge Gastmusiker ins Studio geholt: Grace Slick (Jefferson Airplane) singt bei What About Love mit, Frankie Sullivan (Survivor) spielt das Solo von Nobody Home, Peter Wolf (Frank Zappa) sorgt für die Synthesizer auf allen Songs.
Ebenso sind noch Mickey Thomas (Jefferson Starship) und Johnny Colla (Huey Lewis and the News) dabei. Das dies durch den Produzent kam, sollte wohl klar sein.

Das selbstbetitelte Album von Heart erschien schlussendlich im Juli 1985 und klingt wie ein Produkt dieser Zeit: Synthies, Keyboards und dieser plastikartige Schlagzeugsound. Trotzdem war es ein enormer Erfolg, mehrfach Platin wurde in den USA (5x) und Kanada (6x) eingefahren, immerhin eine Silberauszeichnung in England und das Album schoss auf Platz 1 der US Billboardcharts. Mit dem ursprünglichen, so gern als erdig bezeichneten Hard Rock Sound hat das Album nicht mehr viel zu tun. Es rock zwar immer noch gut daher, ist aber eben sehr auf Hitpotential getrimmt.

10 Songs werden dargeboten, knapp 40 Minuten Spielzeit finden sich auf der Scheibe wieder. Am bekanntesten sind These Dreams, ein Song der von Martin Page und Bernie Taupin geschrieben und ursprünglich für Stevie Nicks vorgesehen war. Eine Ballade, die recht kitschig daher kommt. Der andere bekannte Song ist What about Love – die nächste Ballade, eine Coverversion von einer recht unbekannten Band namens Toronto. Was Heart in den 70ern auszeichnete, war, dass die Songs größtenteils von Ann und Nancy Wilson geschrieben wurden, das gab es hier nicht. Songwriter und Covers waren angesagt. Andererseits stellt sich die Frage: Ist das wirklich schlimm, wenn die Songs gut eingespielt werden? What About Love ist einfach ein toller Song.

Am Besten sind dann aber doch eher jene Songs an denen die Wilsons mitschrieben und wo gerockt wird. Etwa bei dem nächsten großen Hit Never oder The Wolf, das erinnert gar wieder an die Hard Rock Band Heart, genauso wie Shell Shock oder Nothin‘ at All. Das sind tolle Songs, die höchstens unter der dünnen Produktion leiden. Leider gibt es kein Remaster und so müssen wir uns mit minimalem Bass und Plastikschlagzeug begnügen. Andererseits, wenn selbst unter diesen Schwächen die Songs Spaß machen, müssen sie gut sein – oder?

Tja, es ist eben nicht anspruchsvoll, es ist sehr auf Charttauglichkeit getrimmt, aber das Album macht Spaß. Sicher verblasst es gegen Dreamboat Annie oder Little Queen ein wenig, wenn man aber kein Problem mit 80er Rock hat, ist das ein doch empfehlenswertes Album. Man kann es an einem Stück anhören, kein Song wirkt wie ein Filler und das ist doch das wichtigste.

Bewertung
8/10
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