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Janus - Nachtmahr PDF Drucken
Geschrieben von triple   
19.05.2006

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Oberstes Gebot im Janus’schen Schaffen ist einerseits der Perfektionismus, andererseits die Vielschichtigkeit der musikalischen Ergüsse. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die zweiköpfige Kapelle auf ihrem Album einen neuen Weg eingeschlagen hat. Wo vorher noch lautstarke Gitarren, Drums und Synthesizer den Löwenanteil der Musik ausmachten, wird diesmal verstärkt auf Klavier, Violine, Cello und derlei Instrumentarium gesetzt. Thematisch sind keine Grenzen gelegt, obwohl die meisten Liedtexte von Krieg handeln und diesen auch, was bei einer solchen Band sehr wichtig ist, authentisch und realistisch darstellen, in all seiner Grausamkeit und Hässlichkeit, die einem besonders nach dem Hören dieses Albums bewusst wird.

Nun zu den Liedern: das Werk fängt mit dem von einem Satz Cees Nootebooms inspirierten, überlang betitelten Lied namens Ein Hund, der sich hinlegt, wo er will, an und setzt sich mit den Memoiren eines alten Kriegsveteranen auseinander. So geht das Ganze weiter, von dem tieftraurigen Anita spielt Cello, das auf einem Buch von Anita Lasker-Wallfisch basiert, über das orchestrale Dorinas Bild und das mit Jazz-Elementen versehene, mit seiner Tierversuch-Thematik von den beiden Hauptkonzepten Krieg und zerbrochene Liebe abweichende Heinz Rudolf Kunze-Cover mit Namen Kadaverstern, bis hin zum abschließenden Lied Das Gesicht. Hervorheben möchte ich neben den bereits genannten Tracks auch die Brecht-Gedichtvertonung Kinderkreuzzug, das des Hörflusses wegen auf ein bedeutend geringeres Maß gekürzt wurde. Leider, wie ich sagen muss, denn bei der Qualität wäre ich auch mit der dreifachen Länge mehr als einverstanden gewesen. Weiterhin ist neben dem Gesangsduett mit Diana Nagel, das auf den Namen Grabenkrieg hört, ganz besonders das musikalisch nur mit Tobys Klavier und der im Refrain anstimmenden Oboe unterstützte, zusammen mit RIGs in die Haut gehende Stimme perfekt wirkende Sag doch was zu empfehlen. Wobei ’empfehlen’ bei einer Band wie Janus schwer fällt, schließlich ist im Gesamtwerk kein einziger durchschnittlicher oder gar schlechter Song zu finden, alles bewegt sich auf sehr hohem Niveau. Wie auch dieses Meisterwerk.

Bewertung
10/10
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Letzte Aktualisierung ( 25.02.2007 )
 
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