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Janus – Schlafende Hunde PDF Drucken
Geschrieben von triple   
30.09.2006

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Schlafende Hunde sollte man besser schlafen lassen, das haben die Ungs oberflächlich betrachtet schon gut erkannt. Was ist aber mit einem weiteren Album der Kapelle Janus? Die Antwort ist ein lautstarkes Nein, ganz besonders in diesem Fall. Was RIG, Sänger, und Toby, Musiker, ausgebildeter Klavierspieler und Besitzer des Nachtschicht-Studios hier erschaffen haben, lässt jede andere Band nur als ein Schatten ihrer selbst erscheinen. In eine bestimmte Schublade lässt sich die Musik nicht so leicht einordnen, da die Stilfarben sehr zahlreich sind, von Electro über Rock bis Blues, im Großen und Ganzen würde ich es aber, so schwer behaftet der Begriff auch ist, als ein riesiges Crossover bezeichnen. Die Geschichte an sich handelt im Groben von einer Dreiecksbeziehung zwischen einer Prostituierten namens Veronica, ihrem psychopathischen Freier, der hier Mr. Drown genannt wird, und dessen bodenständigeren, namenlosen Bruder. Der Sänger schafft es dank seiner sehr vielseitigen Stimme gekonnt, alle Stimmungen des unheilvollen Protagonisten, Mr. Drown, bis ins kleinste Detail glaubwürdig darzustellen.

Wie es sich für so eine Geschichte gehört, ist auch ein Prolog dabei, Kommt herunter, der auch sehr gut, aber keineswegs repräsentativ für das, was danach kommt, ist. Es folgt das grandiose Rorschach, das thematisch weniger mit der schweizerischen Stadt als mit der gleichnamigen Analyse gemein hat, musikalisch einprägsam und doch für mich eines der besten 12 Lieder dieses Albums darstellend. Das dritte Stück, Gescheitert, steht stellvertretend für die ganze Trauer des Hauptdarstellers und zeigt auch, wie extrem vielfältig und ideenreich ein Lied sein kann, anfänglich noch leicht orientalisch klingend, wandelt es sich langsam zu einer melodischen Rocknummer. Das folgende Unter dem Eis folgt bis auf das Ende musikalisch dem immer selben Schema, ist aber fast so gut wie sein Vorgänger. Chronologisch gesehen wäre die Geschichte zu diesem Zeitpunkt zu Ende, jedoch wird in weiteren acht Songs die Handlung rekapituliert, und diese Rekapitulation wird von Mein krankes Herz eingeleitet, das zwar für mich klanglich ein zweites Exodus, aber dennoch viel besser als genanntes Lied ist. Episch geht es weiter mit Das Fest, voll von wütendem, psychopathischen Gesang, aber dennoch an manchen Stellen hell aufblitzend. Reptil, das siebte Lied, beginnt mit brummenden und fauchenden Geräuschen, die dann langsam einer wunderschönen, trauernden Melodie und gemäßigten Gesang weichen. Hotel Eden ist dann ein halb gesprochenes, halb gesungenes Werk, dessen Refrain sehr eingängig ist und einen nach dem ersten Hören zum Mitsingen zwingt. Verflucht ist die elektronischste Nummer auf dieser Platte und nach meiner Meinung am ehesten, wenn auch nicht ganz was fürs Tanzparkett. Das zweite V, Veronica, ist ein ruhiger, fast ausschließlich auf südlich angehauchtem Gitarrenspiel aufbauender, komplett handgemachter Song und wird von weiblichem Gastgesang gänsehauterzeugend unterstützt, um dann im letzten vollen Lied dieser CD, Klotz am Bein, dem grande finale, zu münden, das ruhig anfängt und mit der Zeit immer aggressiver wird, bis das Album dann von Schlafe gut, dem Epilog, das bis auf wenige gesungene Zeilen ein sehr schönes Instrumental ist, abgeschlossen wird. Nach ungefähr 4½ Minuten endet das Lied, welches der Album Perfektion letzter Schliff ist. Statt weiter sinnlos zu schwärmen, gebe ich allen Interessierten den sofortigen Befehl, diese leider nicht mehr käufliche Platte über eBay zu erwerben und sich eines Götterwerkes zu erfreuen.

Bewertung
10/10
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Letzte Aktualisierung ( 11.05.2007 )
 
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