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Janus - Vater deluxe PDF Drucken
Geschrieben von triple   
09.03.2007

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Aller Anfang ist schwer, heißt es im Volksmund. Eine ideale Beschreibung, die auf viele neue Bands zutrifft, so auch auf Janus, die zwar schon beim Erscheinen ihres Debüts, das auf den klangvollen Namen Vater hört, nicht mehr allzu jung, aber noch weit entfernt waren von ihrer heutigen Art, Musik in den Kopf des Hörers einzubrennen. 2006 ist eine Deluxe-Variante des bis dahin vergriffenen Klassikers herausgekommen, die zusätzlich noch ein Lied vom Vater-Demo und zwei von der Isaak-Maxi enthält.

Zwar gleicht kein Album dem anderen, doch unterscheidet sich dieses hier von den anderen insofern, als dass die elektronische Seite der Band hier weit vorne steht. Dies verdeutlicht vor allem der Opener, der eindeutig dem EBM zuzuordnen ist und so wohl auch nicht mehr auf zukünftigen Veröffentlichungen zu finden sein wird. Doch auch damals war man schon der Ansicht, dass sich selbst Widersprüchliches gut vertragen kann, so paaren sich doch mitunter Bongotrommeln mit analogen Synthesizern - eindruckvoll beim zum Bandklassiker avancierten Schwarzer Witwer dargestellt -, andere Kombinationen sind auch nicht ausgeschlossen. Noch mehr Regeln werden von den neuen alten Liedern gebrochen, die wirklich eine Bereicherung für die CD sind. Besonders die Ballade von Jean Weiss ist ein erstaunliches Werk, das es gekonnt schafft, ein derart abgenutztes Thema wie die Gräuel des zweiten Weltkrieges atmosphärisch darzustellen. Ein paar Songs haben den Makel, dass sie zu Beginn etwas unzugänglich sind, der Fehler wird aber spätestens mit dem Aufkommen der verschiedenen Elemente behoben und stört mich persönlich auch nicht sonderlich. Obwohl die Musik noch nicht dem heutigen Band-Standard entspricht, kann man das von den Texten schon behaupten, schließlich weisen diese unübersehbare Parallelen zur aktuellen Lyrik auf. Leider muss zu Musik noch gesagt werden, dass sich auf diesem Longplayer auch zwei Songs befinden, die ich sogar als mittelmäßig bis schlecht bezeichnen würde und die auch gar nicht richtig Janus sind, so unvorstellbar das auch sein mag, namentlich sind das Exodus und Dreizehn Bestien. Letzteres ist ein schlimmes eintöniges Ambient-Stück mit heruntergepitchten Vocals, das klar das größere Übel von beiden ist. Zum Glück kann man sich sicher sein, dass solche mittelmäßigen Ergebnisse nicht mehr auf zukünftigen Janus-CDs zu finden sein werden. Einzig positiv zu erwähnen ist das Sample am Ende des Stückes und damit auch am Ende des Albums: ''Ist es vorbei?'' - die Frage kann ich mit einem Ja beantworten, der etwas schwierige, aber sehr spannende Einstieg in die Klangwelt zweier kreativer Wirrköpfe ist bewältigt und der Grundstein für die nächsten Alben, die die eigenen Erwartungen noch mal steigen lassen, wurde gelegt.

Bewertung
9/10
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