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 Vinyls sind toll, nicht nur haben Vinyls üblicherweise einen schöneren Klang als sterile CDs oder gar MP3 Datenmüll, sie bieten auch größere Hüllen, wo das Artwork der Cover meist erst so richtig gut rüberkommt. Das wohl beste Beispiel dafür, das Vinyl und seine Verpackung rocken, ist wohl Jethro Tulls Thick as a Brick. Hier hat man nicht einfach eine Papphülle genommen, sondern direkt eine ganze Zeitung produziert, in welcher die Vinylscheibe liegt. Komplett mit Fakeartikeln, Sportergebnissen, Todesanzeigen und Kreuzworträtseln ist dies wohl eine der einfallsreichsten und schönsten Verpackungen in der Musik jemals ausgeliefert wurde. Ebenso einfallsreich gab man sich bei der Rahmenhandlung um dieses 1972 erschienene Werk. Ian Anderson erfand die Geschichte des achtjährigen Gerald „Little Milton“ Bostock, der das Gedicht Thick as a Brick schrieb und dafür eine Auszeichnung erhielt. Diese wurde ihm aber wieder abgenommen, als man das Gedicht zu anstößig fand. Jethro Tull hat das Gedicht genommen und vertont. Das Projekt entstand überhaupt nur, weil viele Musikkritiker Jethro Tull immer als Progressive Band bezeichneten und das Ian das nicht gefiel. So entschied er sich dazu, das sie jetzt wirklich mal ein Progressive Rock Album machen würden und dieses würde so „over the Top“ und bombastisch sein, wie es nur geht. Die ganze Verpackung und die fiktive Rahmenhandlung unterstreichen diese Aussage nur. Ein Lied das 43 Minuten dauert, aber die anfänglichen 70er waren eben das Zeitalter der „1 Song Alben“, man denke an Tubular Bells. Die ersten drei Minuten des Songs dürften allgemein bekannt sein, diese finden sich auf der ersten Best of der Band und laufen auch ab und zu auf guten Radiosendern. Direkt nach diesem verhaltenen Beginn bricht die Band in einen langen Jam aus und rocken erstmal lustig drauf los, ehe man wieder in ruhigere Gefielde zurückkehrt und Ian mit dem Songtext weitermacht. Am Ende dann wieder viel Instrumentales, auch wenn dies ein wenig langgezogen wirkt, fast so, als wollte man krampfhaft die eine Seite bis zum Rand füllen. Aber dies ist nur ein ganz kleiner Kritikpunkt. „Geordnetes Chaos“ startet dann die zweite Seite, wenn alle Instrumente scheinbar wild durcheinander spielen und Ian im Hintergrund irgendwas vor sich hinredet. Nach 4 Minuten hat das ein Ende und es geht wieder geordnet weiter, in dem man wieder das Hauptthema des Liedes weiterverfolgt. Nach etwa 14 Minuten folgt dann ein großer Instrumentalteil bis zum Ende, wo neben bis dahin gehörten Instrumenten (Die Flöte ist natürlich allgegenwärtig) auch andere Instrumente wie Laute und Violine zum Einsatz kommt, was selbst für Jethro Tull mal ungewöhnlich klingt. An der Produktion des Albums gibt es nichts auszusetzen. Selbst wenn meine Vinylversion mittlerweile über 35 Jahre auf dem Buckel hat. Thick as a Brick gehört definitiv unter die 5 besten Tull Alben. Es ist ein Klassiker des Progressive Rock, obwohl es ja eigentlich nur eine Satire auf diese sein sollte. Aber manchmal sind so locker genommene Sachen eben besser, als verkrampfte Pflichtaufgaben. In die Plattensammlung jeden Fans guter Musik gehört die Scheibe auf jeden Fall. Aber natürlich am besten in Vinyl, schon allein wegen der Verpackung...
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